Shop now Shop now Shop now Shop now Shop now Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Mehr dazu HI_PROJECT Mehr dazu Hier Klicken Shop Kindle AmazonMusicUnlimited AmazonMusicUnlimited BundesligaLive longSSs17

Kundenrezension

am 8. Februar 2014
Ich bin erst vor Kurzem auf dieses Konzept aufmerksam gemacht worden und habe es mir dann sehr genau angesehen. Obwohl ich bereits vorher eher abgeneigt war, das zu glauben, bin ich ja sehr neugierig und befasse mich grundsätzlich mit allen Theorien, um vergleichen zu können und Schlussfolgerungen zu ziehen, mit Einbeziehung des aktuellen Wissenstands der Kynologie. Nachdem ich dann recht schnell zu dem Schluss gekommen bin, dass dieses Rudelstellungskonzept erhebliche Lücken aufweist, habe ich mich mit Fachleuten (unter anderem Thomas Riepe) verbunden, die dieses Konzept allesamt sehr abenteuerlich finden. Selbst Günther Bloch bezeichnet es als "Nonsens".

Rudelstrukturen von wildlebenden Wölfen (Familie) sind mit Rudelstrukturen von Haushunden (in der Regel nicht-verwandte Tiere) nicht zu vergleichen. Ich finde nicht, dass man die Strukturen wildlebender Wölfe und verwildeter Haushunde direkt mit einer Hund-Mensch-Beziehung vergleichen kann.
Laut dieser Philosophie ist es nicht möglich, einen Einzelhund zu halten, ohne ihn dauerhaft zu schädigen. Selbst zwei Hunde sind zu wenig, das Minimum wären drei. Vergesellschaftung funktioniert nur noch über angeborene Rudelpositionen - was ich ehrlich gesagt für ausgesprochenen Schwachsinn halte.
Die Theorie der angeborenen, nicht veränderlichen Rudelstellung beißt sich mit der erwiesenen Abwanderungstendenz, die tatsächlich bereits im Welpenalter festgestellt werden kann.
Zu denken gibt einem, dass Frau Ertel die angeborene Rudelstellung direkt nach der Geburt feststellen will und zudem behauptet, dass man die Hunde dieser Stellung entsprechend erziehen muss. Die Vermutung liegt nahe, dass die Hunde durch ihre Auffassung, welcher Rudelposition sie angehören, gezielt auch in diese Stellungen gepresst werden. Wer weiß schon, inwiefern diese Stellungen angeboren oder anerzogen sind, wenn der Mensch von Geburt an als Aufgabenverteiler fungiert. Was man im Netz so über Barbara Ertel findet, ist recht merkwürdig. So scheint sie meines Erachtens eine Art Gurumentalität an den Tag zu legen und zeigt sich wenig kooperativ, wenn es um die Diskussion gegenüberstellender Theorien geht. Sie will gar nicht darüber diskutieren oder es von irgendwem infrage stellen lassen, sondern sieht diese Philosophie als eine Art unverfälschtes Wissen an und jeder, der es kritisiert, habe es ganz einfach nicht verstanden (irgendwie erinnert mich diese Haltung ganz generell daran, wie oft das Totschlagargument "Du verstehst das einfach nicht" kommt, wenn man nicht mehr in der Lage ist, vernünftig zu argumentieren).
Seltsam ist, dass diese Philosophie so neu angeblich nicht sein soll und in Spanien die Meuteführer ihre Rudel, laut ihrer Aussage, alle so aufbauen. Wenn ich mir vorstelle, dass diese Meuten hin und wieder aus 100 oder mehr Hunden bestehen, frage ich mich schon, wie das funktionieren soll. Und ich frage mich, warum bisher niemand etwas von dieser Rudelstellungs-Theorie wusste, wenn sie doch seit über 200 Jahren praktiziert wird.
Dass es angeborene Hundetypen gibt, davon bin ich überzeugt. Jeder Hund hat schließlich genauso eine individuelle Persönlichkeit, wie jeder Mensch. Ich glaube aber nicht, dass die "angeborene Rudelstellung" A) schon ab der Stunde der Geburt anhand der Schlafposition festlegbar ist, B) komplett unabänderlich bleibt, C) Vergesellschaftung nur und ausschließlich mit einem "perfekten Rudel" funktioniert und alles andere nur auf Konflike hinausläuft und D) die Stärkung des Selbstbewusstseins eines beispielsweise tendenziell submissiven Hundes dazu führt, dass der Hund einen Sockenschuss bekommt.

Die Rudelstellungs-Theorie wird bei Wölfen und Hunden gleichermaßen angewandt. Dass dies Schwachsinn ist, wird dadurch klar, dass Wölfe und Hunde in verschiedenen Gemeinschaftsstrukturen leben und Hunde eben KEINE Wölfe sind. Wölfe leben in Familien, bestehend aus den beiden Elterntieren und deren Nachwuchs. Erwiesenermaßen (durch David Mech und Günther Bloch, John Bradshaw und andere Kynologen) ist das Sozialgefüge von Wölfen geprägt durch verantwortungsbewusste Elternschaft. Die beiden Elterntiere führen das Rudel nur aus einem Grund an: Sie sind die Eltern. Die hierarchische Struktur des restlichen Rudels ist äußerst flexibel und keinesfalls starr. Einige Nachkommen in Wolfsrudeln wandern ab. Die Tendenz dazu lässt sich bereits im Welpenalter erkennen. Wölfe, die abwandern und eigene Rudel bilden, nehmen dadurch ganz automatisch eine neue Position ein.
Hunde bilden, ohne Einfluss des Menschen, keine hierarchisch strukturierten Rudel. Verwilderte Haushunde streifen meist allein umher, bilden zufällig, sporadisch, manchmal auch regelmäßig Gruppengemeinschaften mit starker Fluktuation, einen Rudelführer in diesem Sinne gibt es nicht. Über längere Zeit gemeinschaftlich lebende Rudel bestehend meist aus Mutter und Nachwuchs. Organisierte Rudel sind äußerst selten auch auch hier gibt es Abwanderungen, wodurch sich die Positionen der Individuen wieder völlig verändern können. Hunde sind sehr anpassungsfähig und ihre Rudelpositionen ändern sich durch verändernde Umstände immer wieder. (Empfohlene Lektüre zu diesem Thema: "Die Pizza Hunde" von Günther Bloch)
Es gibt zudem Unterschiede zwischen dem Verhalten innerhalb der Gruppe, und dem Verhalten außerhalb der Gruppe. Besonders Mehrhundehalter werden schon über das Phänomen gestolpert sein, dass einer ihrer Hunde, der zu Hause im eigenen Rudel eher der "Buhmann" ist, außerhalb der Gruppe, beim Aufeinandertreffen mit anderen Hunden, plötzlich zum Oberzampalo wird. Oder auch umgekehrt. Ich selbst habe zwei Hunde, deren Verhalten innerhalb und außerhalb der Gruppe gegensätzlicher nicht sein könnte! Das Mädel ist zu Hause der Boss, der Rüde draußen. Situativ ändert sich das sogar hin und wieder.

Die Theorie der Rudelstellung ist und bleibt nichts anderes als eine Theorie, die weder belegbar ist, noch, in Anbetracht der aktuellen ethologischen Erkenntnisse, nur ansatzweise Sinn ergibt. Es gibt Hundetypen - mutige, ängstliche, unsichere, offensive, ruhige, nervöse, führende, folgende. Aber auch diese passen sich nur ihren Umständen an.
Wenn ich nun mit einbeziehe, dass Hunde untereinander getauscht und Welpen ihrer Mutter weggenommen werden sollen (ich dachte, man dürfe sie anfangs gar nicht anfassen? Logik?), damit das Konzept passt, finde ich das sogar reichlich krank, vor allem, wenn eine Nichteinhaltung des Konzepts angeblich zu mentaler Zerstörung führen soll. Überhaupt spricht Frau Ertel bei allen Hunden, die nicht nach diesem Konzept aufgezogen, vergesellschaftet und trainiert werden, von "mentaler Zerstörung".
Ganz ehrlich, das ist einfach nur gefährlich. Und schlimm, wirklich schlimm. Ich kann gar nicht glauben, dass jemand wie Frau Nowak, die das Thema Hundepsychologie zumindest studiert hat (wobei das kein akademisches Studium ist und es mich brennend interessieren würde, WO sie das studiert hat und warum sie beim Thema Lernverhalten ganz offensichtlich geschwänzt hat), sich so eine hanebüchene Theorie auf die Weste stickt. Es wird immer von "genetischer Vererbung" gesprochen, obwohl bis heute nicht bewiesen ist, dass es in dieser Hinsicht eine genetische Vererbung gibt (es gab ja keine wissenschaftlichen Studien dazu). Das heißt, dass dieses ganze Konzept nicht mehr als eine Behauptung ist und der Teil mit der Genetik sogar gelogen - denn man kann nicht einfach von einem genetischen Fakt sprechen, wenn dieser bisher nie erforscht und bestätigt wurde.
Da Andersdenkende sehr vehement ausgeschlossen werden und dieses ganze Konzept mit Frau Ertel als alleinige, zuverlässige Fachkundige an der Spitze wirklich äußerst radikale Ansichten vertritt, wobei jeder Versuch einer kritischen oder neutralen Beleuchtung abgeschmettert wird, sowie Hunde in dieser Gemeinschaft gar keine Namen mehr bekommen, sondern nur noch die Kürzeltitel ihrer Rudelstellung (wie "NLH" für Nachrangleithund oder "V3" für Vorrangiger 3. Bindehund), kann ich leider nicht umhin, hier von gewissen Zügen einer Sekte zu sprechen. Und ich finde das einfach nur gruselig. Zudem die These von einem Mann stammt, der 1810 geboren wurde, 100 Jahre vor der Zeit, als Konrad Most sein Dominanz-Regime in der Hundestaffel einführte. Seitdem ist diese Theorie nie weiterentwickelt worden, sondern von Vater zu Sohn über drei Generationen, bis zu Barbara Ertel weitergereicht worden (und NUR dort!) und wenn wir Frau Ertel Glauben schenken, die nach eigenen Aussagen jahrzehntelang in Isolation von der Hundeszene und der Kynologie lebte und jetzt entschieden hat, ihr Wissen auf dem Stand von vor 200 Jahren in die Welt zu tragen, ist dies schlichtweg antiquiertes Wissen, das uns zurück in die Steinzeit wirft. Jeder, der diesem Konzept nacheifert (und das sind traurigerweise nicht wenige), sollte sich mal an den Kopp fassen. Als ob es in der Genetik und der Sozialwissenschaft in den letzten 200 Jahren keine neuen Erkenntnisse gegeben hätte.

Frech finde ich, wie vehement behauptet wird, dass das Leben für Hunde, die nicht nach diesem Konzept leben dürfen, nur noch grausam sei. Gemeinschaften, die nicht nach diesem Konzept zusammengestellt und erzogen werden, seien automatisch "asozial". Im Grunde wird hier impliziert, dass jeder, der seine Hunde nicht nach diesem Konzept hält, ein Tierquäler sei, sowie das Nicht-anwenden dieses Konzepts schuld daran ist, dass es so viele Probleme mit Hunden gibt.
Dann das Tauschen von Hunden untereinander. Was soll das? Da werden dann Hunde, die Jahre in einer Familie verbracht haben, wegen völlig abstrusen Gründen getauscht (wie lieblos kann man sein?) und verlieren ihr Zuhause. Sie werden einfach herumgereicht. Sowas macht man nicht mit einem Tier. Dann wird einem ja nicht selten ein Zweit- und Dritthund aufgeschwatzt. Und ich habe eben Bedenken, dass ein Mensch, der nichtmal mit einem einzigen Hund klarkommt, plötzlich mit drei Hunden klarkommen soll. Das sagt einem doch schon der gesunde Menschenverstand, dass man Probleme, die man mit einem Hund hat, nicht negieren kann, indem man einfach weitere Hunde dazuholt. Zudem nicht jeder die finanziellen Mittel hat, drei Hunde zu halten. Das schlechte Gewissen, das einem eingeredet, wird, wenn man es nicht so macht (asoziale Hunde, mental zerstörte Hunde), kann bei Menschen die seltsamsten Blüten treiben.

Solange die Rudelstellungs-Theorie nicht eindeutig nachweisbar ist und solange von genetischer Vererbung gesprochen wird, wo keine genetische Untersuchung und Bestätigung stattgefunden hat, rate ich dringend jedem Hundehalter, das Gelesen nicht einfach ins Blaue hinein anzuwenden. Ich möchte nicht sagen, dass man sich das Buch nicht kaufen soll - grundsätzlich sollte man neugierig bleiben und sich neue Theorien ansehen, um eventuell etwas zu lernen - aber der Inhalt ist mit absoluter Vorsicht zu genießen. Hunde nach einem nicht bestätigten, unerforschten Konzept in Rangpositionen pressen und dahingehend kontrollieren zu wollen, kann zu gefährlichen Ergebnissen führen.
3838 Kommentare| 207 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden| Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.


Produktdetails

3,5 von 5 Sternen
132
3,5 von 5 Sternen
19,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime