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Kundenrezension

am 8. April 2013
MOSAIK Sammelband 01. Aufruhr in Ragusa

Nach den Digedags erschienen nun (Januar 1976) die Abrafaxe als monatliche Folge im Mosaik, eines der wenigen DDR-Erzeugnisse, die die Wende überlebt haben (auch wenn die neuen Hefte qualitativ bei weitem nicht an die alten heranreichen, das aber nur nebenbei). Über diese Neuauflage habe ich mich nun sehr gefreut, hatte ich die alten Hefte als Kind doch immer bei meinen Großeltern gelesen (allerdings erst ab Jahrgang 1981) und sie ab 1986 dann auch selbst im Abo meiner Eltern. Wer die DDR aktiv miterlebt hat, weiß, wie schwer es war, ein Abo des Mosaik zu bekommen. Da wurde vererbt oder auch unter Nachbarn getauscht, im Laden waren die Hefte nur unter der mysteriösen Ladentheke zu bekommen - wenn überhaupt. Mit der Neuauflage konnte ich also endlich die Lücken meiner Kindheit schließen und mich noch einmal davon überzeugen, daß die Geschichten im Mosaik tatsächlich so gut sind, wie ich sie in Erinnerung hatte.

Das Konzept, das als Ausgangslage und Beginn der neuen Geschichten um die Abrafaxe dient, ist natürlich klar auf die Ideologie des Sozialismus zugeschnitten. Und auch wenn das Mosaik nicht völlig von roter Tinte durchdrungen war wie andere journalistische Elemente in der DDR, so mußte man schon gewisse ideologische Elemente bedienen, um überhaupt in der DDR bestehen zu können. Und so sind im Mosaik die Protagonisten einfache, kleine Leute, die sich den großen Reichen und Mächtigen listenreich entgegenstellen. Reichtümer anzuhäufen war natürlich verpönt, denn alles gehörte im Sozialismus schließlich allen - eine gerechte Umverteilung war also das ideale Ziel.

Das Mosaik beginnt nun mit Harlekin als Spaßmacher, der im dalmatinischen Grenzdorf Ragusa auf die Abrafaxe, i.e. Abrax, Brabax und Califax, trifft. Die hier vorgestellten drei kleinen Kobolde sind Deserteure aus dem Krieg der Venezianer mit den Türken und besitzen ihrerseits klar definierte Eigenschaften, die sich gegenseitig ergänzen aber auch allein bestehen können. Die ersten vier Bände, die in diesem ersten Sammelband zusammengefaßt sind, lauten: "Das Geheimnis der Grotte", "Die Türkenschlacht", "Das Mühlenschiff" und "Die gestohlene Muskete". Anders als zuweilen spätere Nachfolger sind die Geschichten kurzweilig erzählt und bedienen sich einer beinahe geschliffenen Sprache (auch das ist heutzutage nicht mehr der Fall, wo mir persönlich ein wenig zu klamaukig und ab und an auch gossenhaft gesprochen wird).

Im zwölfseiten Anhang wird u.a. darauf verwiesen, daß sogar Asterix-Zeichner Albert Uderzo als eine Inspirationsquelle benutzt wurde. So kann Califax' Rosmarinextrakt als eine Art gallischer Zaubertrank angesehen werden, das dalmatinische Dorf, das sich gegen die Venezianer verteidigt als gallisches Dorf, das den Römern trotzig die Stirn bietet. Und wenn Harlekin gleich im ersten Heft eine lateinische Inschrift übersetzt, ist sogar noch ein wenig Bildung dabei. Auch Brabax ruft hin und wieder antike Gelehrte an, die zur Recherche anregen.

Nicht zuletzt ist in diesem ersten Sammelheft bereits ein Anklang auf die stets großartigen doppelseitigen Abbildungen gelegt, bei denen flüchtiges Anschauen nie ausreicht. Diese sogenannten Wimmelbilder sind voll von Ideen, kleinen Episoden im großen Bild und zeugen von der Freude, die die Zeichner hatten. Überhaupt sind es auch die Hintergründe und der Detailreichtum der Zeichnungen, die das Mosaik so gelungen machen, und mit der besseren Papierqualität der neuen Sammelbände fügt man den Heften auch mit mehrmaligem Lesen keinen Schaden mehr zu.

Fazit: Wer die alten Mosaik-Hefte aus seiner Jugend mochte, wird diese Neuauflage lieben. Dieser erste Band führt die neuen Abrafaxe gut ein und weiß auch sofort, spannende Geschichten zu erzählen.
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