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Kundenrezension

am 24. Februar 2007
Also - alles ganz einfach. Der Klaviervirtuouse aus dem Reich der Mitte, technisch brilliant aber ohne Seele. So das Klischee, mit dem man sich leicht tut - China und Klavier: erledigt.

Meines Erachtens liegen die Dinge ganz anders. YDL hat ganz erstaunliche Qualitäten, die gerade nicht (nur) im Bereich des technischen liegen. Ein Aspekt ist die Transparenz. Chopin ist um einiges kontrapunktischer als uns pedalliebende Romantik-Interpreten manchmal Glauben machen wollen. Auf dieser CD hört man Zusammenhänge, die ganz einfach Erstaunen wecken, auch wenn man die Werke schon 100e Male gehört hat.

Zum zweiten liegt YDLs Stärke durchaus auch im Bereich des Lyrischen. Ein ganz wesentlicher Aspekt ist dabei die (schwierige und hier: überwiegend durchaus erfolgreiche) Suche nach dem "Gleichgewicht" - nämlich zwischen virtous/agressivem und lyrischem Part. Man kann Chopin zelebrieren, indem man in die lyrischen Teile "versinkt" - man erhält dann quasi drei voneinander unabhängige Stücke, mit dem lyrischen Mittelteil als spirituellem Schwerpunkt - so als ob jemand zunächst mit dem Schicksal hadert und den Himmel verflucht, und sodann in tiefe Gläubigkeit verfällt und dabei fast das Bewustsein verliert - um dann wieder in die Verdammnis der Welt umzuschalten. Nichts dagegen einzuwenden, aber glaubwürdige Umsetzungen dieses Konzeptes findet man ganz selten.

YDL setzt dem ein - sehr modernes - Konzept entgegen, wo der lyrische Teil immer im - nicht zu stark kontrastierenden - Kontext zu den fahrigen und aggressiven Teilen der Scherzos steht. Der Faden wird nicht verloren, man hört ein einheitliches Ganzes, das dennoch grosse Schönheit aufweist und durchaus von Sensibilität geprägt ist. Um das obige Beispiel fortzuspinnen: Dieser Ansatz spiegelt jemanden wieder, der von Zweifeln und Agression geplagt wird, dann in einem Buch ein Photo findet und sich kurz an glücklichere Zeiten erinnert - ohne jedoch (auch nur vorübergehend) wirklich geheilt zu werden.

Ich habe YDL in Wien live gesehen. Mozart / Schumann - weitgehend inhaltslos. Insbesondere Schumann hat einfach zu viel kulturell / literarisch geprägtes Gewicht im Rucksack, um im Reich der Mitte heutiger Prägung wirklich Sinn zu machen. Bei Chopin allerdings liegen die Dinge ganz anders. Für jemanden der schon einmal in Shenzhen war ist es kaum nachvollziehbar, in welcher Tiefe YDL Chopin ganz offenbar wirklich verstanden hat und das auch zum Ausdruck bringen kann. Er kommt aus einem ganz anderen Kulturkreis - und doch ist er im Bereich Chopin / Liszt einer der ganz Grossen.

PG
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