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Kundenrezension

am 18. Februar 2008
Oskar Schell wandert mit dem Tamburin durch New York. Er ist altklug. Damit hat es sich aber schon mit den Parallelen zur „Blechtrommel“. Warum das vom Verfasser so angelegt wurde, entzieht sich meinem Verständnis. Will er vom Bekanntheitsgrad eines Nobelpreisträgers profitieren oder zeigen, wie belesen er ist (man müsste wissen, wie bekannt die Blechtrommel in den USA ist…)?
Das Thema ist berührend: ein 9 Jähriger ist unterwegs durch New York. Er sucht das passende Schloss für einen Schlüssel, den er im Nachlass seines Vaters fand. Sein Vater ist eines der Opfer vom 11.9. und der Sohn verarbeitet diesen Verlust und seine Schuldgefühle (weil er den letzten Anruf seines Vaters nicht angenommen hat) auf dieser Suche. Er lernt die verschiedensten Menschen kennen, das sind schöne Momente des Buches. Darin verwoben ist die Geschichte seiner Großeltern, die beide Überlebende des Bombenangriffs auf Dresden sind. Auch hier ist die Schuldfrage mit der Lebensgeschichte verwoben: beide sind damit nie fertig geworden und nur am Ende deutet sich etwas Versöhnliches an.
Dass der Verfasser auch noch ein Kapitel dem Grauen des Bombenabwurfs auf Hiroshima widmet, ist einfach zu viel des Schreckens. Und unnötig für das Buch und die Handlung. Und es bleibt die Frage, ob Dresden, Hiroshima und der 11.9. wirklich auf eine Stufe zu stellen sind.
Das Buch selbst ist sehr experimentell gestaltet, mit Fotos, abwechselnder Typografie, leeren Seiten und dann welchen, die so eng und übereinander bedruckt sind, dass man sie nicht lesen kann: Auch hier wird zuviel des Guten getan: denn Schilderung bzw. Begründung liefert auch der Text selbst. Ich fühle mich da entmündigt oder zumindest habe ich das Gefühl, dass mir meine Fantasie abgesprochen wird, wenn man mir das Erzählte dann noch mal typographisch darstellt (nicht illustriert, das wäre was anderes).
Auch der Stil wechselt zwischen Erzähltem, Briefen und sehr experimentellen Teilen – manches passt durchaus zu dem unsagbaren – manches kann man nur stammelnd berichten. Aber es bleibt das ungute Gefühl, dass Froer ziemlich viel Form verwendet, damit das Buch nur ja spektakulär und außergewöhnlich ist.
Vielleicht tue ich ihm unrecht. Denn die Geschichte selbst ist wirklich packend. Und auch diese Art, wie er Oskar und auch die Großeltern über den erlebten Schrecken denken, reden und handeln lässt – mir hätte das vollauf gereicht, denn der Grundeinfall ist gut. Und der Blick auf den 11.9. ist eingängig und sehr berührend gestaltet.
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