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Customer Review

TOP 1000 REVIEWERon November 20, 2013
Ja - eine Ikone der 80er ist die schlagwerkende Dame zweifellos. Damals war Sie halt das nett anzusehende Beiwerk des Prinzen, bei dem Sie sich oft unter ihrem musikalischen Können schlagen musste. Zwar verdankte Sie ihrem damaligen Brötchengeber immerhin einige Hits, zu dem Zeitpunkt als Sie musikalisch dann aber wirklich selbständig wurde, war der Erfolg auch schon wieder weg.

Jetzt nach 2 durchaus respektablen, aber von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommenen Jazz-Fusion Platten (unter 'Sheila E. & The E-Train') und einer längeren Pause ist Sie wieder im Popgewand zurück. Das alles kennt man - Latin-Pop u. Rock, Funk, ein wenig Soul - so ähnlich war die Mischung auch schon auf ihrem 3ten (u. bisher besten) Solalbum von 1987, das damals halt leider vom Meisterwerk des Minneapolis Genies ,Sign ,O` The Times` überstrahlt wurde. Das aktuelle Werk versucht eben dort anzuschliessen. Die Songqualität ist größtenteils gut bis sehr gut, auch stimmlich ist Miss Escovedo immer noch gut in Form und die Latin percussion perlt u. rollt, dass es nur so eine Freude ist, trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack.

Zum einen versucht Sie zwar eine Modernisierung ihres Sounds, bleibt aber dann doch oft in mutlosen 80er Jahre Klang-Manierismen Stecken, zum anderen bieten einige der Songs hier zuviel glatten aktuellen Mainstream Chart-Pop, dem dann halt dadurch einfach die Nachhaltigkeit abgeht. Am gelungensten sind der gute Laune Pop von ,Lovely Day`, der ein wenig an die frühe Macy Gray erinnert und der eindeutig am Mid-80er Prince ausgerichtete Funk von Nasty Thangs (mit Gast-Rapperin MC Lyte). Dass ausgerechnet der - mit eben dem Prinzen als Gaststar - Latin-Groover ,Leader Of The Pack` dann zu platt daherkommt verwundert ein wenig, denn eigentlich hat sich Minneapolis Funker ja auch als songwriter durchaus wieder gefangen, wie seine letzten VÖ im Netz beweisen und er agierte bei diesem Song immerhin als Co-Author. Ob Sie sich bei ,Mona Lisa` einen Gefallen damit tut ein, Santana nechempfundenes, Gitarrensolo einzubauen ist auch mehr als fraglich, denn dieser ,Kniff` ist halt mittlerweile schon sehr abgenutzt.

Am verwunderlichsten ist aber die Tatsache, dass ausgerechnet der zwingendste Track - der lasziv groovende Rock-Funk Titel ,Waters Of Life` - nur auf der Vinyl Ausgabe als Bonustrack zu finden ist. Was hat man sich dabei bloss gedacht? ,Surrender` ist dann ein eher halbgarer Versuch die Dame auch clubfähig zu machen, doch diese Dancefloor Produktion klingt eher nach den späten 90er als nach 2013.

Kein schlechtes Album, aber allzuviel Kompromisse in der Produktion führen dann doch dazu, dass mehr als ein ,Befriedigend` hier nicht drinnen ist...

Lobenswert erwähnt sei aber, dass der, der Vinyl Ausgabe beiliegende digital download-code, wahlweise für das mp3 oder für ein lossless Format gültig ist (ohne Bonustracks).
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