Ein im kapitalistischen Europa erstaunlich deutliches kommunistisches Manifest! Im Film geht der in miese Rente abgeschobene Depardieu (wir wissen, in Wirklichkeit ist er Millionär und hat sich als Steuerflüchtling in Putins Gebiet geflüchtet), geht der ehemalige Schlachthoffließbandarbeiter die beruflichen Stationen seines Lebens durch im Bemühen Rentenanrechte zu belegen. Seine früheren Arbeitgeber waren allesamt schufte, haben ihn entweder schwarz bezahlt, nirgendwo angemeldet, nur auf schäbige Weise ausgenutzt. Eine ernüchternde Bilanz, die ihn in die Arme seiner Nichte "Miss Ming" fliehen lässt, die geschickt weiterhin die Rente des längst gestorbenen Vaters bezieht (griechische Zustände?) und sich vergräbt in ihre ART BRUT (definiert als Kunst der psychisch Kranken oder gesellschaftlichenAußenseiter). Am Ende macht er aus den Rentennachweisen ein Müllkunstwerk, schreibt ein Gedicht und ist (nach anfänglichem Hader) im Prinzip mit der Schlichtheit seines Rentendaseins ausgesöhnt. Verfluchtes Berufsleben und mißratene Träume (Isabelle Adjani) abgehakt. Angekommen in der Solidarität mit seiner Frau, einer Supermarktverkäuferin. Kein Film für Jugendliche, die versuchen sollten, einen Beruf zu ergreifen. Aber einer für Rentner, die sich dummerweise nach ihren Berufen zurücksehnen.