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Kundenrezension

am 6. Februar 2010
"Musik ist nicht Geschmackssache, sondern Verstandssache!", pflegte ein ehemaliger Lehrer von mir zu sagen als er sich über Schlagerlieder und Trends ausließ. Vor Jahren habe ich seine Worte noch abgetan, doch heute weiß ich das es tatsächlich Musik gibt die man erst verstehen muss um sie richtig zu schätzen. Die Alben die sich einem erst nach und nach erschließen sind die, welche einen ein Leben lang begleiten. Es gibt sie, diese schwerverdaulichen Brocken mit denen man beim ersten Hören nichts anfangen kann. Die sich dann Stück für Stück steigern, bis man sie nicht mehr aus dem CD-Player entfernen will.
Das Debütalbum der Gruppe Battles gehört mit absoluter Sicherheit dazu. Nicht nur weil man sich erst nach mehrmaligen Hören in die Musik reinfühlen kann, sondern weil die Platte selbst nach der Eingewöhnung noch gewaltig wächst.

Battles sind an sich eine Supergroup, bestehend aus Tyondai Braxton, David Konopka und Ian Williams die alle Anteilnahme an Gitarren- und Keyboardmelodien haben. Für die Rhythmusfraktion ist einer der Drummer, die ich am meisten schätze, zuständig. John Stanier, bekannt von Helmet und Tomahawk, glänzt in seiner Arbeit das ganze Album über. Sein durchaus Hip Hop- und Alternativelastiges Schlagzeugspiel macht so gut wie jeden Song zu etwas besonderem. Man hat gleich das Gefühl das er, wie auf keinem Album seiner Vorbands (obwohl er auch da immer exzellente Arbeit leistet), frei agieren kann.
Jedenfalls erschafft diese Gruppierung rhythmisch wie harmonisch ein atmosphärisches und äußerst durchdachtes Klangbild.
Besonders gelungen finde ich das man von den Stücken in ganze Welten entführt wird. Man soll in jedem Song nach einer Bedeutung suchen, man soll sich das Album quasi erarbeiten.
Die Band gibt der Fantasie dabei genug Freiraum, auch dank des vollständigen Verbannen von Vocals. Sänger Braxton setzt zwar an nicht wenigen Stellen mit (meist stark verfremdeten) Gesangsharmonien ein, doch die fügen sich nur als weiteres kleines Puzzlestück in das große ganze Soundgebilde ein. Text ist aber auch nicht von Nöten, denn die Musik spricht für sich. Es klingt sogar so als wolle die Band jeden Zuhörer dazu auffordern der Musik einen eigenen Sinn zu geben. Und was mich angeht, ich hab da keinerlei Probleme mit. Das epische "Rainbows" klingt, wenn ich es beschreiben müsste, wie eine Fahrt über einen Regenbogen der in sämtliche glückliche wie traurige Fassaden eines Zirkus übergeht. Hört sich vielleicht verrückt an, aber hat zumindest mir gezeigt wie tief Musik in einen eindringen kann, das man sich solche Sachen dazu vorstellt. Finde ich faszinierend! Nicht weniger faszinierend ist mein persönlicher Lieblingssong dieses Albums "Tonto". Mit seinem herrlich schwermütigem Gitarrenriff ist es der melancholischste Song auf "Mirrored" und man kann einfach alles darin hineininterpretieren, sei es die Erinnerung an gute alte Zeiten oder echter Lebensschmerz. Allein von der Rhythmik und der massiven Abwechslung her, beeindruckt mich "Tij", bei welchem ein John Stanier mal so richtig glänzen kann und auch der Rest der Band ihren gesamten Ideenreichtum beweist.
Und so wie auf diesen drei Songs, so agieren Battles auch auf dem ganzen Album. Ob rhythmisch Komplex wie bei "Race:In" und "Snare Hangar" oder atmosphärisch und trotzdem nach vorne gehend wie "Atlas" und "Prismism".

Schwachpunkte bleiben sogar auf guten Alben wie diesem natürlich nicht aus. So übertreiben es Battles machmal, gerade was den Einsatz des Gesangslinien anbelangt, ein wenig (Beispiel hierzu: "Ddiamondd"). Entweder werden diese Passagen zu oft wiederholt oder sie versuchen es mit Verzerrern zu sehr anders klingen zu lassen. Nach dem Motto "weniger ist mehr" hätte man solchen Fällen handeln können, allerdings bleibt es dabei glücklicherweise bei Ausnahmen.

Ansonsten überzeugt das gesamte Machwerk auf ganzer Linie. Mit Sicherheit eines der interessantesten Alben des letzten Jahrzehnts. Man kann gespannt sein was von dieser Band noch so kommt.
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