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Kundenrezension

27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein eigenes Universum, 13. Mai 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Harry Potter und der Orden des Phönix (Band 5) (Gebundene Ausgabe)
Für mich hat J. K. Rowling mit dem Orden des Phönix den Charakter der Harry Potter-Bücher als Kinder- und Jugendbücher auf eine sehr spannende Art und Weise erweitert und damit einen durchaus ernstzunehmenden Roman geschrieben, der auch für Erwachsene interessant ist. Der Reiz der Harry Potter-Bücher liegt inzwischen darin, dass sie eine eigene Welt abbilden, die zwar durchaus den Charakter eines "Paralleluniversums" mit seinen ganz eigenen Regeln und Verhaltensweisen hat, es aber dennoch schafft, wesentliche Aspekte unserer "realen" Welt aufzunehmen und auf eine sehr anregende Art und Weise zu bearbeiten. Und es sind ja immer wieder die ganz „klassischen" Themen der Literatur, die dabei angesprochen werden, die aber nie eindimensional, sondern immer quasi „dialektisch" behandelt werden. Denn es ist nie so einfach, wie man vielleicht am Anfang glaubt: Harrys Vater ist nicht so unantastbar toll, wie Harry (und der Leser) am Anfang dachte, Dumbledore ist nicht so unantastbar souverän, wie man anfangs dachte, Snape ist nicht so durch und durch furchtbar, sondern eigentlich auch ein ziemlich armes Würstchen, ist aber da, wenn man ihn braucht (ich bin gespannt, was da im 6. Band noch kommt, denn so ganz klar ist es ja noch nicht, warum Dumbledore so bedingungslos Snape vertraut ...), Harry und Voldemort sind sich in vielem ähnlicher, als man das nach den ersten Bänden noch vermutet hätte.
Und immer wieder geraten sehr grundsätzliche Prinzipien in einen Konflikt miteinander: der Zwiespalt zwischen Wahrheit und diplomatischer Klugheit (letztere perfekt personifiziert durch Dumbledore), der Kontrast zwischen Autorität (Dumbledore) und bürokratischer Herrschaft (Umbridge), der gar nicht so eindeutige Kampf zwischen Gut und Böse (Harrys Anfälligkeit für Voldemorts Beeinflussungsversuche), aber auch die bittere Einsicht, das es nicht reicht, das Gute nur zu wollen, sondern dass es auch ein beträchtliches Maß an Lebensklugheit braucht, um dabei nicht immer wieder Fehler zu machen (sehr schön gezeigt an dem naiven Hagrid, der es ja immer nur gut meint, sich und andere damit aber immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Aber natürlich auch immer wieder deutlich gemacht an Harry selbst, der die Konsequenzen seines Handelns eben einfach noch nicht so gut durchschaut wie etwa Dumbledore, der an diesem Zwiespalt aber eben auch furchtbar leidet).
Sehr schön dargestellt finde ich aber auch zum Beispiel den immer wieder zum Scheitern verurteilten Versuch von Dolores Umbridge, andere Menschen (in diesem Fall die Professoren und Schüler von Hogwarts) durch Erlasse, Befehle und Drohungen dazu zu kriegen, das zu tun, was sie will. Wer will, kann darin ein paar schöne Parallelen zu den Versuchen von Vorgesetzten, Lehrern oder Gesetzgebern finden, ihre Ordnungsvorstellungen gegen den Widerstand oder gegen das Gerechtigkeitsempfinden der Betroffenen mit Gewalt durchsetzen zu wollen. Es zeigt sich immer wieder: Ohne natürliche Autorität (wie sie Dumbledore aufgrund seiner Weisheit, seines Könnens und seiner charakterlichen Integrität besitzt) und ohne die Einsicht und damit auch Akzeptanz der Betroffenen, geht es nicht.
Ein weiteres schönes Beispiel für das erzählerische Geschick der Autorin ist das Verhalten des Zaubereiministeriums: Ministerien sind - und dafür gibt es in der „realen" Welt genug Beispiele - nicht in erster Linie dazu da, Probleme zu lösen oder das Leben der Menschen zu verbessern, sondern sie sind dazu da, ihr Umfeld und die Rolle, die sie darin spielen, so stabil wie möglich zu erhalten. Alles, was diese Stabilität stört, wird bekämpft. Und so wird nicht Voldemort zum Hauptgegner des Ministeriums, sondern diejenigen, die es wagen, gegen die offizielle Meinung des Ministeriums aufzubegehren und die Wahrheit über Voldemorts Rückkehr zu sagen.
Sehr gut gelungen finde ich außerdem, wie JKR das Gefühlsleben HPs beschreibt - insbesondere im letzten Teil. Harry ist ja völlig von der Rolle, und jeder, der schon einmal einen schlimmen Verlust erlitten hat, kann vielleicht nachvollziehen, wie einem in einer solchen Situation zumute ist - vor allem in dem Alter, in dem Harry in diesem Band ist. Ich kenne kein Jugendbuch, in dem eine solche Gefühlslage von Trauer, Wut, Schmerz, Verleugnung, Aggression, Hass und Niedergeschlagenheit so lebensecht beschrieben wurde wie im vorletzten Kapitel dieses Bandes. Und Dumbledore reagiert genau richtig. Und besser noch: Er leidet selbst und zweifelt und fühlt mit Harry, und weiß aber genau, dass er trotzdem stark sein und seine Rolle spielen muss. Wie JKR das beschrieben hat, ist schon ganz außergewöhnlich!
Also: Alles in allem eine wahre Fundgrube für alle, die nicht nur wissen wollen, wie der Kampf zwischen Harry und Voldemort ausgeht, sondern auch für alle, die ein bisschen mehr erfahren wollen über das, wie wir Menschen so sind - wie wir fühlen, was unser Handeln beeinflusst, aus welchen Gründen wir Fehler machen usw. Und ich bin mir sicher, dass jemand, der diesen Band zu Ende gelesen hat und ihn nach einer gewissen Zeit wieder in die Finger bekommt, immer wieder neue interessante Entdeckungen machen wird. Dieses Buch kann man gut zwei oder drei Mal lesen, und man ist immer wieder überrascht!
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