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Kundenrezension

am 12. Dezember 2013
Es heißt, unsere Generation sei die Generation der Essgestörten. Auf mich sowie viele andere Frauen trifft dies leider zu. Ich habe viele Jahre unter Binge Eating gelitten und möchte anhand meiner Rezension nicht nur meine Erfahrung als VFF/VFY-Challengerin teilen, sondern auch meinen Weg aus dem Diätwahn und Ernährungsteufelskreis. Wer sich mehr für eine Buch-Bewertung, die mehr auf Fakten als auf persönlicher Erfahrung basiert, interessiert, dem empfehle ich die Rezensionen von Riyasakaya und wildeflowers, die sich zu 100% mit meiner Meinung decken und meine 1-Stern-Bewertung u.a. begründen.

Ich bin vor zwei Jahren auf Attila und seine Triät VFF gestoßen. Vorher habe ich lange vegetarisch gelebt. Ich war starke Raucherin, besonders, weil Nikotin „satt machte“ und dem Gewichtsverlust diente, ein Käse-Junkie, Schokoholic und konnte keinen Morgen ohne meinen Milchkaffee durchstehen. Mein Leben war ein einziges auf und ab zwischen Hungerwahn und Fresssucht, wodurch ich, typisch für Binge Eater, nicht nur immer mehr an Körpergewicht zulegte, sondern auch an Selbsthass und Frustration. Nach einer Reihe von Diäten, von Weight Watchers, Schlank im Schlaf, Almased bis hin zur Kohlsuppendiät, erschien mir VFF wie meine letzte Hoffnung. Euphorisch startete ich Attilas 2-Stufen Programm, gab das Rauchen auf und meldete mich in der Community an. Von heute auf morgen verwarf ich all meine alten Gewohnheiten.

Meine neue Ernährungsform begann mit zwei Tagen schlimmster Entgiftung. Ich fühlte mich, als wäre ich auf einem Drogenentzug. Für mich stand zu diesem Zeitpunkt fest: Ich möchte nie wieder zurück, nie wieder diese Gifte in meinem Körper haben. Nach zwei Tagen ging es bergauf und ich zog die Challenge ganze neun Monate durch. In dieser Zeit schraubte ich meine außerhäuslichen Aktivitäten auf fast null, aufgrund der enormen Kosten für die Zutaten. Wie eine Besessene hielt ich mich an die Challenge-Regeln, achtete genau darauf wann ich Stufe 1 und 2 Gerichte aß und erlaubte mir keinen einzigen Snack zwischendurch. Ich nahm 18kg in dieser Zeit ab, ohne einen einzigen Tag Sport zu machen. Vor lauter Freude merkte ich nicht, was mit mir passierte.

Die ersten „Hier stimmt etwas nicht“-Anzeichen wurden an Weihnachten deutlich, als meine Familie und ich die Challenge für ein paar Feiertags-Schlemmertage pausierten. Wie eine Ausgehungerte fiel ich über Kekse, Obst, Teigwaren, Reis und vor allem Nudeln her, die während der Challenge tabu waren. Als ich an einem Abend 500g Nudeln mit Hefeschmelz in mich schaufelte (mit anschließendem Schlechten-Gewissen-Heulkrampf), wollte ich sofort wieder mit der Challenge weitermachen, doch es gelang mir nicht mehr. Es war, als würde sich mein Körper plötzlich gegen all die VFF-Gerichte wehren. Ich bekam keines mehr runter. Obwohl ich 18kg abgenommen hatte, ging es mir schlechter denn je. Ich litt unter starken Stimmungsschwankungen, besonders während der Periode, brauchte immer mehr Matcha-Shots, um meinen Energiepegel aufrecht zu erhalten und kämpfte meinen Heißhunger mit Nussmus-Völlerei nieder. Meine Freundin hingegen schlemmte Obst zwischen den drei Mahlzeiten und nahm kontinuierlich zu. Aus diesem Grund wusste ich, dass das „böse kalorienreiche Obst“ schuld an ihrem Übergewicht war, denn ich hielt mich an Attilas Regeln und nahm ab und sie nicht.

Meine Rettung nahte, so dachte ich, mit VFY, das im Gegensatz zu VFF auf mehr Kohlenhydrate basiert. Endlich wieder Reis, Pizza, Nudeln! Und das auch noch in gesunder Form. Meine Euphorie war schlagartig zurückgekehrt – und löste sich ebenso schnell wieder in Luft auf, als ich den ersten Einkauf dafür tat. Die Kosten für die Zutaten waren durch die glutenfreien Fertig-Produkte um das Doppelte angestiegen! Mit anderen Worten: Die Kosten für VFF verlangten mir schon viel ab, die Kosten für VFY hingegen waren unbezahlbar. Frustriert versuchte ich die neue Challenge mit der alten zu verbinden und setze sie so gut es ging um. Was folgte war Hunger rund um die Uhr. Bei VFF hatte ich keine Probleme mit den drei Mahlzeiten am Tag, bei VFY war ich den Tränen nahe als ich nach ein bis zwei Stunden Schufterei in der Küche abends vor zwei winzigen Zucchini-Türmchen saß und mit knurrendem Magen ins Bett trottete. Meine Laune war stets im dunkelsten Tief, nach dem Stufe 2 Mittagessen war ich todmüde und schlapp und den ganzen Tag konnte ich an nichts anderes denken als ans Essen. Jedes Mal, wenn ich die Challenge-Pralinen, Schokolade oder Amaranth-Riegel machte, fiel die ganze Familie wie ein Rudel Löwen darüber her. Die Riegel sollten ein Snack für die ganze Woche sein, waren binnen weniger Minuten jedoch aufgefuttert. Ich schüttete immer mehr Matcha Lattes in mich und als das auch nicht mehr half, kam immer mehr Guarana im Smoothie zum Einsatz. Ständig gab ich mir selbst die Schuld, dass ich nur so schlaff war, weil ich keinen Sport machte, doch ich konnte mich nicht aufraffen.

Hinzu kam, dass ich durch Attilas sich immer wieder ändernden Ernährungstheorien (Agavendicksaft ist gesund, Agavendicksaft ist nicht gesund, Gluten ja, Gluten nein, viel Soja, kein Soja usw.) völlig irritiert war. Ich fing also an, selbst zu recherchieren und verbannte immer mehr Lebensmittel aus meiner Ernährung. Am Ende bestand plötzlich alles nur noch aus Gift. Herzlichen Glückwunsch: Jetzt hatte ich nicht nur Binge Eating, sondern mittlerweile auch eine schwere Form von Orthorexie.

Nach drei Monaten VFY hatte ich es satt. Ich sehnte mich nach gedünstetem Gemüse, Rohkost und Obst. Mein unglaubliches Wohlempfinden am Anfang der Challenge war schon lange verflogen. Mein Körper wehrte sich gegen den hohen Fettkonsum, vor allem das viele Nussmus. Ich war schlichtweg „undercarbed“ und wollte mein Gemüse nicht mehr in Olivenöl ertränken (750ml pro Woche bei VFF für eine dreiköpfige Familie!) und die vielen Negativberichte zum Thema Soja ängstigten mich. Die Orthorexie hatte mein Essverhalten mittlerweile in eine andere Richtung gekippt. Aus der Fresssucht wurde Anorexie. Ich bekam Panikattacken nach einem Pasta- oder Reisgericht, aß nur ein Viertel oder ließ hinterher eine Mahlzeit aus, da auch Attila in seinem Buch schrieb, er esse oft nur zwei der drei Mahlzeiten. Weil ich keinen Sport machte, dachte ich, ich werde wieder dick. Zeitgleich wurden in der VFF-Community die Regeln immer strenger. Die Admins kommentierten im Befehlston, löschten Rezepte für gesunde Brote, die nicht auf dem Attila-Plan standen und sorgten mit ihrer Kontrollart für noch mehr Unsicherheit. Da scheinbar nur die Marathonläufer schlank und fit waren, war meine einzige Konsequenz als Nicht-Sportlerin, so wenig wie möglich zu essen. Nach 12 Monaten Low Carb-Diät und meiner Erfahrung, was passierte, wenn ich wieder Kohlenhydrate in die Finger bekam, bewegte ich mich bei einer Kalorienmenge von max. 900kcal am Tag und hungerte weitere 17kg runter. Meine Mutter wurde schon von unseren Nachbarn angesprochen, ob ich krank sei. Für mich jedoch zählte nur, was ich auf der Waage sah. Die sichtbaren Rippen und Hüftknochen waren da eher ein Erfolg.

Die Kehrtwende brachte schließlich mein Ex-Freund, der sich Sorgen machte und mir immer wieder predigte, dass Low Carb keine dauerhafte Ernährungsform sei, da unsere Körperzellen Glukose brauchen und ich aufhören solle, mein Essen in zwei Stufen zu kategorisieren. Er erzählte mir von Freelee the banana girl und dem Highcarb Lifestyle, doch ich wollte keinen weiteren Ernährungsguru. Einer war mehr als genug. Als ich jedoch immer mehr Haare verlor und feststellte, dass sogar Attilas ehemalige Elite-Challenger mittlerweile begeisterte Highcarber waren, wurde ich doch neugierig. Schlimmer konnte es schließlich nicht mehr werden.

Ich machte eine rohköstliche Detox-Kur, beschäftigte mich viel mit dem neuen Lifestyle, den sogar Stars wie Ariana Grande, Beyonce und Jennifer Lopez inzwischen für sich entdeckt haben (22 Days Revolution Diet von Marco Borges), 80-10-10 und der Starch Solution und baute Stück für Stück immer mehr gesunde Kohlenhydrate in meine Ernährung ein. Die Umstellung war hart, vor allem, weil ich meine Angst besiegen musste. Jahrelang wurde uns Frauen eingetrichtert, Kohlenhydrate machen uns dick. Ich hatte höllische Angst eine Banane zu essen, wenn ich Hunger hatte und griff eher zu einem ungesunden Stück Fetakäse oder einem Esslöffel verarbeitetem Nussmus, anstatt zu Vitaminen in natürlicher Verpackung wie einem Apfel oder Kartoffeln.
Heute esse ich weit über 2.000kcal am Tag, im Sommer mehr früchtebasiert und rohköstlich, im Winter tendiere ich aufgrund dem Klima hier in Nordeuropa zu gekochtem stärkebasiertem Essen und wer kohlenhydratreich essen, aber nicht auf so viel Fett verzichte möchte, dem empfehle ich die Ernährungsform von Marco Borges, wo die Portionen kleiner, dafür aber mehr Nüsse und Öle enthalten sind (denn Highcarb bedeutet low fat, nicht no fat!).

Was mit mir seitdem passiert ist, grenzt an ein Wunder! Meine Haare glänzen, wachsen gesund nach, meine Nägel sind lang und kräftig, meine Depressionen während der Periode sind vollends verschwunden, ich habe keine Stimmungsschwankungen mehr, schlafe besser, das Trinken fällt mir unheimlich leicht (bei VFF bin ich kaum auf einen Liter gekommen, jetzt trinke ich 3-4 Liter am Tag), das Hautbild bessert sich nach und nach, ich habe unheimlich viel Energie und könnte keinen Tag mehr ohne Sport und Bewegung, meine Laune hat sich gebessert und: ich habe 6kg zugenommen, aber eine Kleidergröße verloren! Das Beste jedoch ist, dass ich keinen Heißhunger, keine Fressattacken und keine Stufen-Kategorien mehr habe, die mein Leben und meinen Alltag bestimmen. Der Mensch ist für die Lebensmittelvielfalt, die wir heutzutage haben, nicht geschaffen. Ich brauche keinen Matcha oder andere Energiekicks mehr, um meinen Tag durchzustehen. Meine Energie erhalte ich durch meine Ernährung. Ich kann endlich behaupten, dass ich glücklich bin.

Ich danke allen, die die Geduld hatten und sich die Zeit genommen haben, meine Rezension bis hierhin zu lesen. Ich wollte mit meinen Zeilen keinen Ernährungs-Lifestyle lobpreisen oder die Low Carb-Diät schlecht reden. Ich wollte meine Erfahrung wiedergeben und hoffe, dem einen oder anderen Menschen mit ähnlichen Problemen helfen zu können, so wie mir andere mit ihrer Geschichte geholfen haben. Vor allem, da ich sehr gut weiß, dass man sich selbst oft die Schuld gibt, wenn es mit einem Ernährungsplan nicht klappt oder sich für einen Versager hält, so wie ich es getan habe, dabei hat mein Körper einfach nur Glukose gebracht und wollte weg von den Transfetten (erhitztes Olivenöl z.B. ist ein Transfett und löst ebenso Zivilisationskrankheiten aus, egal wie viele Himbeeren man auf seinen Amaranth –Pop setzt; dann lieber zu Kokosöl greifen, das bis zu einem bestimmten Grad erhitzt werden darf ohne schädlich zu sein). Wie dem auch sei: Ihr seid keine Versager, weil ihr während der Challenge „unerlaubte Kohlenhydrate“ gegessen habt. Euer Körper hat die einfach nur gebraucht :-)

Ich wollte ebenso allen mit einer Essstörung Mut machen, dass sie nicht alleine sind und weiß, wie abgeschottet man sich mit dieser hartnäckigen Krankheit fühlt. Dem ein oder anderen hilft es vielleicht, sein Essen in zwei Stufen zu teilen und abends „Dinner cancelling“ zu betreiben sowie sich hungrig auf Stufe 3 Kohlenhydrat-Fett-Bomben zu stürzen, wenn Stimulanzien wie Koffein nicht mehr ausreichen. Allen anderen rate ich den Weg in die (möglichst) natürliche, soja- und glutenfreie Vollwertkost (clean food), sei es Highcarb (Freelee, Loni Jane, Fullyrawkristina, Highcarb Queen, Tina Grundin etc.) oder ausgewogen, wie z.B. bei Gena Hemshaw, Delicously Ella, Sarah Britton oder Brendan Brazier.

Ich für mich kann jedoch nach 12 Monaten Attila-Challenge, die ich mitsamt allen Regeln eingehalten halte, behaupten, dass diese Art der Ernährung in keinster Weise etwas für mich ist. Dies muss nicht für alle gelten. Doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich aufgrund des Erfolgs auf der Waage nicht realisiert habe, wie schlecht es meinem Körper geht.
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