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Kundenrezension

17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Angenehme Reise mit unbekanntem Ziel, 24. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Optica (Audio CD)
Gleich zu Beginn des Albums wartet SUGAR als vielleicht autobiografisch ehrlichster Song aus dem aktuellen Album OPTICA – es klingt jedenfalls ganz nach einer sehr persönlichen Beschreibung eines Lebensweges oder vielmehr der Entwicklung einer Person hin zu einem gesetzteren Ich, einer beschrittenen Irrfahrt, die ihr Ende gefunden zu haben scheint:

„There have been many times I don’t know who to talk to / There have been many times I don’t know who I want to be / I have been trembling in the dark too long / And now I know what I’ve been searching for”

Der Ausdruck der Emotionen bleibt hierbei aber gedämpft, ein Phänomen, welches sich durch die meisten Titel des Albums wie ein roter Faden zieht. Auch wenn Adam Olenius hier gesanglich ein wenig in die Kopfstimme entgleist, hat der eher lethargische Grundfarbton die Oberhand bei der gesanglichen Darbietung. – Musikalisch werden die grundsätzlich poppigen Noten immer wieder unterbrochen von verspielten Instrumentierungen wie zu Beginn von CIRCLES oder in WALKING IN YOUR FOOTSTEPS und elektronischen Intermezzos wie in der zweiten Hälfte des Titels GLASGOW.

ILLUSIONS beschreibt das neue Album und den Status Quo der Band möglicherweise textlich am besten. Hier heißt es in für OPTICA ausnahmsweise durchweg fröhlichem Gewand:

“Let’s pretend I’m their new lover / I’m a stranger and not yet discovered / I’m their voice and their solution / I’m a ghost and I’m an illusion.“

Ja, neu klingen die SHOUT OUT LOUDS auf OPTICA, aber das “pretend I’m… new” indiziert dann doch die nach wie vor bestehende Vertrautheit – die Songs haben nicht nur aufgrund Adams einmaliger Stimme ihr Markenzeichen der Band und obwohl dieser zwar dominiert (Bebban Stenborg tritt immer noch eher am Rande, aber merklich präsenter in Erscheinung), ist es eben auch die typische musikalische Gestaltung, die die leichte Wiedererkennung ermöglicht, auch wenn die bereits angesprochenen, vor allem elektronischen Anteile des experimentellen Charakters der Songs auf OPTICA im Vergleich zu den Vorgängeralben zugenommen haben. Und was die SHOUT OUT LOUDS und Produzent Johannes Berglund bei der Aufnahme und klanglich hervorragenden Produktion tatsächlich im Auge hatten, welches Ziel sie insgesamt auf dem Album verfolgten, bleibt ein wenig im Verborgenen – die breiter werdende Poptauglichkeit der Vorgängeralben OUR ILL WILLS und WORK wurde per se reduziert und ins weniger leicht greifbare verlagert - obwohl Titel wie BLUE ICE, 14TH OF JULY, ILLUSIONS oder WALKING IN YOUR FOOTSTEPS außerordentlich gut im Radio funktionieren könnten, bleibt das Gesamtbild tendenziell vage und unklar. Manch musikalische und gesangliche Ausrutscher so wie jene in der zweiten Hälfte des Titels SUGAR etwa, verhindern den großen Auftritt einerseits und musikalische Teilungen innerhalb eines Songs lassen Nummern wie GLASGOW inhaltlich unbestimmt und unverständlich wirken. Man könnte an dieser Stelle sagen: Wo HOWL HOWL GAFF GAFF noch ganz offen brennende Gefühle fast ungefiltert herausschrie, ist OPTICA im Vergleich doch etwas vertrackter, gesetzter und teilweise womöglich zu unentschlossen für die mediale Zelebration.

BLUE ICE repräsentiert die erste und dabei sehr klug gewählte Single. Sie ließ schon vorab vermuten: Der vorerst hellste Stern liegt vor uns – melancholisch, gefühlvoll und intensiv – Gesang und Begleitung harmonieren perfekt miteinander – ob nun gewollt oder durch Zufall, erhebt sich die hier aufgetane Stimmung überschattend auf das gesamte Bild von der fremden Sternenkonstellation OPTICA.

14TH OF JULY führt dann wieder tanzbar die dunkle Seele der Vornummer BLUE ICE stimmungsgemäß weiter, greift deren Idee auf und geht den Gedankenweg des ausklingenden Endens einer Beziehung weiter in die Neuorientierungsphase, die vor allem von vielen Fragen, Spekulationen und Zweifeln bestimmt ist:

„Take me down / Take me to the room where you grew up / I bet it’s got a great view / I bet no one loves you / So hold on / Will this go down my way? / Is this vacation long enough to keep me in the game? / What’s the point of a sun that never sets when I can’t forget? – This isn’t real / I’m looking for the right material!”

WALKING IN YOUR FOOTSTEPS ist ein weiterer durchaus tanzbarer Titel, der sich mit dem tänzelnden Flötenspiel etwas leichter gibt als 14TH OF JULY, aber dennoch wieder diese auf OPTICA oft zu bemerkende inhaltliche Schwere vor sich her trägt. Hier erklingen auch schon mal klassische Gitarrenriffs, wie sie bereits kurz im Intro von SUGAR angekündigt werden. Da solcherlei Ausflüge aber bereits mit diesen Nennungen erschöpft sind, stellt sich die Frage nach dem „Was wäre, wenn…?“. Eine musikalisch rauere, härtere Gangart könnte den SHOUT OUT LOUDS wahrscheinlich genauso gut stehen, wie die hier ausgelebte verträumte.

BURN / WHERE YOU COME IN / HERMILA / CHASING THE SINKING SUN sind zusammenfassend die Songs, in deren Ernsthaftigkeit und Reife man sich wohl zu fühlen beginnt und jene, die das Album insgesamt doch recht abgerundet erscheinen lassen. Die oft zurückgenommenen Instrumentierungen wirken schlicht und belebend zugleich. Der Kontakt zum Genre Dream-Pop in puncto Reduziertheit und der Harmonie elektronischer Arrangements ist nicht weit entfernt und steht einer Band wie den SHOUT OUT LOUDS sicher auch in Zukunft gut zu Gesicht, sollte dieser Weg ernsthaft beschritten werden. Wohin sich die SHOUT OUT LOUDS nun auf dem nächsten Album tatsächlich bewegen werden, bleibt nach OPTICA fraglicher denn je. In DESTROY hören wir dazu omenhaft:

„Nothing is ever for sure no more / Nothing is what it used to be / Now black (blue) is the only color I know / The only color to me / Change is always good if you want it / Change is always good, right?”

Mit diesen Zeilen des letzten Songs endet zunächst die Reise durch das Sternzeichen OPTICA mit wohligem 80er Jahre Pop-Flair und der in der Düsterkeit und dem Rhythmus begründeten, schon andernorts angeführten Referenz zu THE CURE. Die Frage nach Veränderung und ob diese immer gut ist, muss nun jeder Hörer für sich selbst beantworten - mich jedenfalls konnten die SHOUT OUT LOUDS für ihre angenehme Reise durch das zumeist finstere All gewinnen und ich bin an deren Ende umso mehr gespannt auf das, was da noch kommen wird.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.02.2013 11:16:21 GMT+01:00
Supertramp meint:
Tolle Rezension. Danke für deine Mühe! Von mir gibts für Bericht und Album jeweils 5 Sterne!
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