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Kundenrezension

22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rennt und rennt und rennt! ;-), 17. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Intel Core i5 4670K Prozessor (3,4GHz, Sockel LGA1150, 6MB Cache) boxed (Personal Computers)
Kaufmotivation

Nach fast 3 Jahren habe ich meinem PC mal wieder ein größeres Update verpasst. Nicht unbedingt aus Leistungsgründen, da hätte mein alter Phenom schon noch mitgehalten, aber das Board mit seinen vielen Bugs ging mir einfach auf die Nerven.
Für den alten Sockel gibt es aber leider kein vernünftiges Board mehr, und so stand ein größerer Wechsel bevor.
Ich habe mich für den neuesten Sockel von Intel entschlossen, einfach weil da auch Dinge wie USB3 selbstverständlich sind. Die Wahl des Prozessors fiel auf den I5 4670K, weil er aus meiner Sicht derzeit das beste Preis-Leistungsverhältnis bietet, wenn man einen schnellen PC aufbauen will.

I3, I5 oder I7 ?

Der Unterschied zwischen dem I5 und dem I7 besteht nur in der Möglichkeit, beim I7 4 weitere Kerne per Hyperthrading virtuell darzustellen. Es gibt aber so gut wie keine Software, die von mehr wie 4 Kernen einen Vorteil zieht, aber es ist ein satter Aufpreis zu zahlen. Ein I7 lohnt sich demnach nicht in der Praxis, kostet aber rund 80 Euro mehr (4670K rund 200 Euro)
Einen I3, die "low Budget Variante", bietet Intel für diesen Sockel derzeit nicht an. Wenn mal angeboten, werden es 2-Kerner mit Hypertrading sein.

K oder nicht K, das ist die Frage

Viel entscheidender für die Performance ist dieser kleine Buchstabe am Ende der Typbezeichnung. Mit "K" bezeichnet Intel die Prozessoren, bei denen die Einstellungen frei wählbar sind. Sprich, es ist kein fester Prozessortakt vorgegeben, sondern er ist frei wählbar, abhängig nur von den Möglichkeiten, die das Motherboard bietet, und der Fähigkeit des verwendeten Kühlers, um die Abwärme im Griff zu halten. Ein "K" Prozessor ist also für's Übertakten vorgesehen.
Die Frequenz, die man da erreicht, geht mehr oder weniger lineal in die Leistung ein. Mit einer konventionellen Luftkühlung sind Taktraten bis zu etwa 4,7 GHz erreichbar. Gebenüber dem Standardtakt von 3.4GHz also rund 40% mehr. Dazu aber später mehr.

Tray oder Boxed?

Intel bietet fast alle Prozessoren in 2 Varianten an. "Tray" bedeutet in der Regel einen Prozessor ohne hübsche Verkaufsverpackung, ohne Beschreibung, nur den nackten Prozessor. "Boxed" ist die Version mit Kühler, es handelt sich bei dem Kühler aber um ein relativ lautes und wenig effizientes Teil. Der Kühler mit seinem winzigen Lüfter drauf ist nur dazu ausgelegt, den Prozessor mehr schlecht wie recht zu kühlen, Übertaktungsversuche sind damit definitiv sinnlos. Da der Preisunterschied zwischen den beiden Versionen in der Regel unter 5 Euro beträgt, ist es aber trotzdem kein Verlust, die "boxed" Version zu kaufen. So kann man ggf. Übertaktungsversuche auf später verschieben und das System erstmal wie vorgesehen in Betrieb nehmen.
Richtig teuer ist die Version "Boxed ohne Lüfter". Der Sinn dieses Angebotes bleibt mir aber verschlossen. 20 Euro Aufpreis für was? Verkaufsverpackung ohne Inhalt? Wenn hier ein Leser eine Erklärung hat, wär ich für eine Aufklärung dankbar.
Ich habe mir die "Tray" Version gekauft. Zum Einen, weil zu meinem Kaufdatum die "Boxed" Version 15 Euro teuerer war, zum Anderen, weil ich diesen Minimalkühler eh nie drauf schrauben würde.

Lieferumfang

Minimalistisch ist wohl der treffende Ausdruck. Ne kleine Pappschachtel mit Schaumstoff ausgelegt und darin der Prozessor...

Einbau

Sollte keiner weiteren Erklärung bedürfen. Richtig auf den Sockel gelegt, und festgezurrt :-). Danach den Kühler festschrauben, und die Wärmeleitpaste nicht vergessen ;-). Aber nur nen kleinen Klecks in die Mitte, das zeug verteilt sich dann schon...
Es macht Sinn, speziell bei großen Kühlern dies bei ausgebautem Motherboard zu machen, auch wenn das Gehäuse eine Verschraubung im eingebauten Zustand erlauben würde. Außerdem erscheint es sinnvoll, die Montage des Kühlers erstmal "trocken" zu üben. Wenn die Wärmeleitpaste aufgetragen ist, sollt die Montage flüssig von der Hand gehen, ohne großes Rumprobieren. Nur so ist sichergestellt, daß sich der klecks Wärmeleitpaste auch gleichmäßig plattdrückt.

Übertakten

Wer die 10 Euronen Mehrpreis gegenüber der Standardversoin für den magischen Buchstaben ausgibt, will in der Regel etwas mehr Performance aus seinem Rechner herausholen. Notwendig sind dazu neben dem Buchstaben "k" auf dem Prozessor ein entsprechendes Board, welches die entsprechenden Einstellmöglichkeiten und Voraussetzungen wie zusätzliche Stromversorgungen bietet. und eine leistungsfähige Kühlung. Ein wenig Basiswissen zu den Vorgängen, die da ablaufen, schadet auch nicht und hilft, ein stabiles System zu erschaffen, welches nicht nach wenigen Monaten abraucht.
Ich habe mein System nicht bis zur Grenze ausgereizt, sondern an einem Punkt aufgehört, den ich für vertretbar erachte. Der kritische Punkt ist für mich nicht die Temperatur, sondern die Spannung, die ich an den Prozessor anlege. Erhöhe ich diese, findet Elektromigration statt. Je mehr Spannung, desto stärker die Migration von Elektronen im Prozessor an Stellen, wo sie nicht vorgesehen ist. Laienhaft ausgedrückt, beginnen die Elektronen zwischen den Leiterbahnen zu springen und bilden irgendwann eine neue Brücke, wo der Strom fließt. Das bedeutet dann das Ableben des Prozessors, es gibt einen internen Kurzschluß.

Meine Erfahrungen: Ohne Erhöhung der Kernspannung (nominell 1,05V) und Vccin gehen bis zu 4GHz, also etwa 20% Mehrleistung, stabil darzustellen. Das ist immer noch deutlich mehr wie bei einem I7 in der höchsten Angebotsstufe mit 3,5 GHz. Mit aus meiner Sicht noch vertretbarer Kernspannungserhöhung um 0.1V sind nochmal 0.4 GHz drin, also nochmal gute 10% mehr gegenüber dem Nominaltakt. Vccin kann dabei bei 1,8V belassen werden.
Der Speicher kann mit einem Haswell Prozessor wesentlich unkritischer angehoben werden wie bei seinem Vorgänger. Es lohnt sich aber, auch wenn man nicht übertakten will, im Bios die Speicherwerte zu kontrollieren. Üblicherweise sind im SPD-Chip des Arbeitsspeichers mehrere Settings hinterlegt, und so manches Board sucht sich da ein etwas konservatives Setting heraus. Mit einem Haswell und einem guten Board sollte auch ein RAM-Takt von 2400 und mehr problemlos möglich sein, vorausgesetzt, der RAM macht das mit.
Ein guter, empfehlenswerter und noch relativ preisgünstiger Partner ist hier der G.Skill TridentX 2400 MHz, wie ich ihn verwende. Er hat im SPD-Chip neben den zahmen Settings auch 2 schnelle Settings hinterlegt - bei einem guten Board reicht es dann, so ein Setting zu aktivieren, und die erforderliche Spannungserhöhung wird automatisch mit durchgeführt.
Ein paar mehr Details werde ich in meinem Bericht zu meinem neuen Mainboard herauslassen. Übertaktungsergebnisse lassen sich nicht verallgemeinern und hängen stark vom Board und seinen Möglichkeiten ab.

Tick-Tock

Die Intel-Philosophie bei der Prozessorentwicklung läßt sich am einfachsten mit diesen beiden Worten beschreiben. Tick - die Fertigungstechnologie wird verändert, Tock - die Architektur des Prozessors wird überarbeitet. Der Haswell ist ein "Tock"-Prozessor. Das heißt, gegenüber dem Vorgäger Ivy bleibt die Fertigungstechnologie bei 22nm-Strukturen, aber der Aufbau wurde neu gestrickt. Wieder vereinfacht gesagt, wie was passiert, ist neu. Aber das, was neu ist, ist beim Haswell relativ überschaubar. Ein direkter Umstieg von einem Ivy lohnt sich nicht für einen normalen User, die wenigen neuen Befehlssätze haben keinen Einfluß auf die Performance.

Eine aus meiner sicht erwähnenswerte Neuerung bei den Haswells betrifft das Streben von Intel nach weniger Stromverbrauch im Ruhemodus. So gibt es neue Tiefstschlafmodi, die von vielen Netzteilen nicht unterstützt werden, und die weit über die ATX 2.3 Spezifikation hinaus gehen. Wenn Euer Rechner da nicht mehr startet, hilft nur ein manuelles Abschalten dieser Tiefschlafmodi im Bios, oder ein neues Netzteil. Ich habe mich für die erste Variante entschieden ;-). Es finden sich wenig Hinweise im Netz zu diesem aus meiner Sicht etwas heimtückischen Verhalten. Man baut Alles zusammen, startet, spielt ein neues Betriebssystem auf, alles funktioniert ohne Probleme. Ein- und Ausschalten, kein Problem. Und dann kommt irgendwann der Moment, da man den laufenden PC für einige Zeit verläßt, er sich in einen Ruhemodus begibt, und nicht mehr wieder zum Leben erwacht...
...'''it's not a bug, it's a feature!''' So ähnlich lautet wohl die offizielle Version dazu. Abwürgen und Neustarten löst das Problem, aber wer die Ursache nicht kennt, wird wohl in kurzer Zeit seinen neuen hochgerüsteten PC verfluchen. Das betrifft alle Haswells, nicht nur den hier vorgestellten.
Die alten "Tick-Prozessoren der Vorgängerversion sind nicht wirklich langsamer. Ein Umstieg lohnt hier also nicht. Wer aber von einem ältern System her kommt, kann unbesorgt zugreifen.

4670-spezifisch

Wie ganz weit oben schon erwähnt, halte ich diesen Prozessor für die sinnvollste Variante aus der Haswell Serie. Ob's ein "K" sein muß, muß jeder selbst entscheiden. Ich halte die 10 Euro Mehrpreis für gut angelegt, lassen sich damit doch auf recht einfache Weise 10-20% Mehrleistung heraus holen (auch ohne spezielle Overclocking-Boards, mit denen dann noch mehr geht), die ansonsten teuer zu bezahlen sind. Hyperthreading (I7) ist heutzutage nicht unbedingt erforderlich.
Wie alle Haswells hat auch der 4670 eine integrierte Grafikeinheit, d.h., eine separate Grafikkarte ist nicht zwingend erforderlich. Das Ding reicht, um bewegte Bilder zu zeigen, aber nicht für viel mehr. Für Gamer bleibt eine externe Grafikkarte weiterhin Pflicht. Aber das Vorhandensein mag eine nette Möglichkeit sein, einen dritten Bildschirm anzuschließen. Wer's braucht, wird es zu schätzen wissen, mir langen meine beiden Monitore.

Fazit

Rennt.

8 Sekunden, bis das Board durchgestartet ist, weitere 6 Sekunden, bis Windows da ist (SSD als Systemplatte), das ruled. Und Alles läuft flüssig mit der zahmen Übertaktung auf 4 GHz. Für mich hat sich der Umbau gelohnt.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.12.2014, 17:53:22 GMT+1
Zuletzt vom Autor geändert am 12.12.2014, 17:53:37 GMT+1
r.l. meint:
Hallo,

haben die boxed-cpu's nicht eine längere/umfassendere
Garantie als die tray Versionen?

Gruß
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