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Kundenrezension

24. September 2015
Patrick Hertweck hat seinen ersten Roman geschrieben - und was für einen!

Eine kindliche Protagonistin auf dem Sprung zur Adoleszenz, die Slums von Manhattan zu Ende des 19. Jahrhundert und eine Bande von Dieben - drei Zutaten, die mich in der Buchhandlung sofort zugreifen ließen.

Sprache:
Der Roman verfügt über eine für mich „runde“ Erzählstimme. Auch die Erzählperspektive passt zur Geschichte, wenn auch die tiefsinnige Reflexionsgabe der Protagonisten ihrem Alter manches Mal etwas voraus zu sein scheint.
Besonders positiv fallen die rhetorischen Stilmittel (Metaphern, Personifikationen und Vergleiche) auf, denn sie sind allesamt gut gewählt, nicht abgedroschen und keinesfalls kitschig. Der Mix aus elliptischen Sätzen und ausladenden Beschreibungen ist tadellos.
Insgesamt schafft es der Autor auf der sprachlichen Ebene eine Stimmung zu erzeugen, die den Leser in die damalige Zeit bannt, ohne ihn zu sehr einzunebeln.

Charaktere:
Sowohl die Figurenzeichnung der Heldin und ihrer Sidekicks, des Antagonisten und seiner Handlager, sowie weiterer Nebenrollen gelingt der Zielgruppe entsprechend (Lesealter ab 11) und schafft dennoch genügend Leerstellen, um auch ältere Leser bei Laune zu halten. Der Autor bietet eine solide Basis für Identifikation für das junge Lesepublikum, kreiert jedoch auch vielschichtige dunkle Charaktere, an denen sich der erwachsene Rezipient abarbeiten kann. Das leichte Karikatieren bei Goblin & Co. könnte vor allem den Nerv der männlichen jungen Leser treffen, die Roman aus weiblicher Protagonisten-Sicht ansonsten skeptisch gegenüber stehen.
Die Anleihen an Dickens sind gewollt, lesen sich jedoch eher als Verbeugung statt Plagiat.
Den einzigen Kritikpunkt setze ich bei der Figur von „Tom“. Er erscheint mir im bunten Ensemble zu blass und wenig aktiv.

Setting:
Die Szenerie, mein heimlicher Star des Romans, besticht durch eine Mischung von märchenhaften Darstellungen, gemischt mit dokumentarischer Authentizität und schafft so ein grandioses Panoptikum einer Zeit, das literarisch im Segment der Kinder- und Jugendbücher noch nicht aufbereitet wurde.
Mag mancher Kritiker hier zu viel Infodump oder „Beschreibungswahn“ sehen - für mich persönlich baut Hertweck seiner Maggie eine fabelhafte Bühne, die reich an Farben, Formen und Gefühlen ist, ohne die Figuren zu übertünchen.

Fazit: Patrick Hertwecks Geschichte von Freundschaft, Familie und Mut, von Gefahr, Verrat und Verstrickungen hat alles, was ein Roman haben muss, um zeitlos geschätzt zu werden. Eine Fortsetzung, die sich bereits im Text verstecken könnte, sollte nicht lange auf sich warten lassen.
Zudem kann ich die Behandlung des Werks im Deutschunterricht der 6. oder 7. Klasse mit Nachdruck empfehlen!
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4,5 von 5 Sternen
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