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Kundenrezension

am 27. Oktober 2009
Ein wichtiges Teilgebiet im Studium der Anglistik und Amerikanistik bildet die Linguistik - die Lehre der Sprache. Sie ist, wie in jedem Sprachstudium, essentiell, obligatorisch und erforscht unter anderem Lautung, Aufbau und Bedeutung der jeweils zu untersuchenden Sprache. Bei den anglophonen Sprachen hat sich an vielen Universitäten das Werk von Professor Dr. Bernd Kortmann, der an der Universität Freiburg lehrt, als ein sehr beliebtes Einführungsbuch für die englische Sprachwissenschaft durchgesetzt. Es wird als Standardbuch verwendet und als 'Bibel der Linguisten' verehrt. Jedes Jahr wird zahlreichen Studienanfängern wärmstens empfohlen, dieses Buch zu kaufen, zu lesen und zu verinnerlichen.

Wie nahezu jedes Einführungsbuch für die englische Sprachwissenschaft ist Kortmanns Buch in die fünf Teilgebiete der Linguistik gegliedert. Eingangs werden die aktuelle sprachwissenschaftliche Forschung und ihre Bedeutung thematisiert. Kortmann geht auf die Anfänge der Sprachforschung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und ihrem Begründer Ferdinand De Saussure ein, der vor allem den Begriff 'Strukturalismus' prägte. Kortmann zieht neben De Saussure einen weiteren wichtigen Vertreter der modernen Sprachwissenschaft, Noam Chomsky, in Betracht. Chomsky prägte in den 1950iger Jahren den Begriff 'Generative Grammatik', der den Aufbau einer Sprache als ein geregeltes Konstrukt durch limitierte Grundregeln beinhaltet. Das erste Kapitel rundet Kortmann mit dem Forschungsfeld 'Corpus Linguistics' ab. Dieser Bereich vergleicht Sprache auf Grund gesammelter Datenmengen, die mit speziellen Computerprogrammen aufwendig analysiert werden und speziell für die Soziolinguistik von großer Bedeutung sind, in der man die Zusammenhänge zwischen sozialen Faktoren eines Sprechers und seiner Sprachvariante untersucht.
Im zweiten Kapitel widmet sich Kortmann dem ersten Teilgebiet der Sprachwissenschaft, Phonetik & Phonologie (Lautung und Aussprache). Es folgen anschließend die Teilgebiete Morphologie (Zusammensetzung von Sprache und ihren Einheiten), Grammatik, Semantik (Wortbedeutung) und Pragmatik (Bedeutung im Kontext). Die Kapitel sind nach einem einheitlichen Schema aufgebaut. Zuerst gibt Kortmann eine allgemeine Definition über das jeweilige Gebiet und erklärt die wichtigsten Begriffe mit Beispielen. Das Ganze wird durch farbige Kästen und Schautafeln illustriert. Am Ende eines jeden Kapitels befinden sich Übungsaufgaben und eine Liste mit weiter führender Literatur.
Zwischendurch bietet Kortmann kleine Diskurse in die vergleichende Sprachwissenschaft und der Soziolinguistik an.

Aus der Sicht eines Professors, der jahrelange Erfahrung mit der Linguistik hat, mag dieses Buch durchaus seine Reize haben und verdient wissenschaftliche Anerkennung, jedoch könnte der ein oder andere Neuling auf dem Gebiet der Linguistik die hoch geschätzten Meinungen über dieses Werk und die vielen Lobeshymnen nur bedingt teilen. Zweifellos steht ihm aus akademischer Sicht das 'Prädikat besonders wertvoll' zu. Es konzentriert sich auf die Bereiche der Linguistik, am Seitenrand befinden sich Stichwörter, Kortmann bemüht sich um Übersichtlichkeit/Veranschaulichung durch Kästen und Abbildungen und am Ende der Kapitel gibt es Übungsaufgaben. Dazu ist jedoch zu sagen, dass solche Unterteilungen und Übersichtlichkeits-Formalitäten der Standard bei solchen Einführungsbüchern sind.
Als Einführungsbuch ist es für Studienanfänger nur bedingt zu empfehlen, denn es weist einen zu akademischen Schreibstil auf. Dieser schlägt sich vor allem in komplizierten, verschachtelten Sätzen nieder. Teilweise wurden deutsche Sätze und komplexe Gedankengänge ins Englische übersetzt und erzeugen dadurch einige Verwirrung. Zu sehr erinnert Kortmanns Schreibstil an ein umständliches 'Bürokratendeutsch' und kann dadurch viele wichtige Sachverhalte nur schwer vermitteln. Manche Definitionen sind sehr umständlich geschrieben und man muss mehrmals nachlesen um sie zu verstehen wobei eine eindeutige Frust Gefahr besteht.
Die linguistischen Beispiele und Übungsaufgaben sind manchmal recht fragwürdig und bringen beim Nachfragen selbst den Professor/Dozent ins Grübeln. Die Übungsaufgaben erscheinen daher oftmals nicht eindeutig verifizierbar und die Nachvollziehbarkeit, die zum Verständnis des Stoffes wichtig ist, bleibt aus. Daher könnte es für Erstsemester, die noch nie etwas mit Sprachwissenschaft zu tun hatten, schwierig werden, die Aufgaben zu lösen.
Anstatt einen Überblick zu geben, listet Kortmann zudem zu viele Ausnahmefälle auf, geht auf zu viele kleine Teilgebiete ein, differenziert bis ins allerkleinste Detail und lenkt somit immer wieder vom eigentlichen Thema des Kapitels ab. Für ein Einführungsbuch ist es zu fordernd, komplex und tiefgründig.
Was bei vielen anderen Einführungsbüchern Standard ist, fällt bei Kortmann leider aus. So gibt es kein Glossar mit gesammelten wichtigen Begriffen der Linguistik am Ende des Buches, womit ein schnelles Nachschlagen von Fachtermini komplett entfällt. Es wäre wünschenswert, wenn die zweite Auflage von 'English Linguistics: Essentials' ein Glossar führen würde.

Die Sprachwissenschaft genießt leider unter den Studenten einen schlechten Ruf und ich kann den Frust (durch Kortmann wird es auch nicht besser) durchaus nachvollziehen. Ich finde es sehr schade und es wäre schön, wenn sich das ändern könnte, denn dieses Gebiet im Studium der englischen Sprache ist sehr interessant und faszinierend.

Fazit: Leider zählt Kortmanns Buch zur Grundausstattung in der englischen Sprachwissenschaft. Es ist meiner Meinung nach ungeeignet für Einsteiger und Laien. Für den Preis gibt es durchaus bessere und leicht verständlichere Einführungsbücher. Für alle, denen was an ihrem Studium und ihrer Prüfungsleistung liegt empfehle ich z.b. Becker/Biswanger oder Christian Mair.
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