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Kundenrezension

190 von 220 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Baby-Boomer rüstet zur Machtübernahme, 5. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Das Methusalem-Komplott: Die Menschheit altert in unvorstellbarem Ausmaß, Wir müssen das Problem unseres eigenen Alterns lösen, um das Problem der Welt zu lösen (Gebundene Ausgabe)
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In Eurem Kopf liegt Wissenschaft und Irrtum
geknetet, innig wie ein Teig zusammen:
Mit jedem Schnitte (jeder Seite) gebt Ihr mir von beidem.
(Kleist, Der zerbrochene Krug)
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Frank Schirrmachen, 45, Mitherausgeber der FAZ (der Zeitung mit dem klugen Kopf irgendwo im Hintergrund), hat ein Buch über das Alter geschrieben, Er hat zu diesem Thema viel gelesen. Mit stolzen, aber nutzlosen 142 Literaturhinweisen, die wir in den Anmerkungen zu seinem Buch finden, will er die Leser wohl beeindrucken und einen wissenschaftlicher Anspruch erheben.
Die Zielsetzung des Buches ist im Klappentext folgendermaßen zusammen gefasst:
"Dieses Buch will anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse zu einem Komplott gegen den biologischen und sozialen Terror der Altersangst überreden, weil nur so die Jungen eine Chance bekommen".
Meine Frau (70) und ich (75) haben uns das Buch wechselseitig vorgelesen und wurden von Seite zu Seite ärgerlicher. Welches waren die Gründe?
1) Schirrmacher hat ein "journalistisches" Buch geschrieben; er mischt Tatsachen und Theorien, Wissen und Meinung so innig zusammen, dass der Leser bald den Überblick verliert. Das Buch liebt Provokation und Zuspitzung, es ist alles andere als ausgewogen und präzise (wie J. Vaupel im Klappentext behauptet).
2) Die Schwierigkeiten, mit denen die Gesellschaft durch steigende Lebenserwartung und eine geringe Geburtenrate konfrontiert wird, will Sch. durch ein Komplott (eine Revolution) der Alten beseitigen. Er will dadurch das Selbstbewußtsein der Alten stärken und die "Diskriminierung der Alten" abbauen.
3) In einer mehrfach von Sch. zitierten "Berliner Altersstudie" haben die Teilnehmer - zwischen 70 und 100(!) - übereinstimmend angegeben, sich um 12 Jahre jünger als ihr wirkliches Alter zu fühlen. Will Schirrmacher das Selbstbewußtsein der Alten noch weiter steigern (auf 15 oder 20 Jahre?).
4) Wenn Schirrmachers recht hätte mit den Stereotypen über ältere Menschen: "vergesslich, krank, schwach, egoistisch, phantasielos, langweilig, hässlich, müde, faul, verbraucht, hartherzig, böse" , wie ist dann zu erklären, daß 50% unserer Bundestagsabgeordneten über 55 Jahre alt sind und 25% bereits das 60. Lebensjahr erreicht haben. Zyniker könnten behaupten, daß die genannten Stereotypen gar keine sind, sondern die Wirklichkeit darstellen. Wie wäre es dann mit einem Komplott der unter 50-jährigen zum Wohle unseres Staates?
5) Die Altersverteilung in der Politik wird mit dem Eintritt der Baby-Boomern (also auch von Sch.) in den Ruhestand weiter zugunsten der Alten verschoben (mit Sch. natürlich auch in den Parlamenten). Wozu dann aber ein Komplott. Wann und wo hätten Machtinhaber je eine Revolution angezettelt?
6) Gott erhalte Sch. die Hoffnung, daß Körper und Geist mindestens bis zum 80. Lebensjahr unvermindert funktionieren. Glaube soll angeblich Berge versetzen.
7) Schirrmachers Buch muß Alten wie Jungen Angst machen. Plant er schon heute eine Partei der "grauen Panther", die - basierend auf ihrer Überzahl und ihren erheblichen finanziellen Ressourcen - ihre Interessen selbstbewußt und rücksichtslos durchsetzen wird (mehr Geld für Renten, Pflege und Vergnügen der Alten mit dem Ziel, bald die Altersgrenze Methusalems überschreiten zu können).
8) Nachdem die Väter in den letzten 40 Jahren sich auf den Wege zu mehr Partnerschaft mit ihren Kindern gemacht haben - wie auch die Großväter mit ihren Enkeln -, will Sch. die Zeit zurückdrehen. Er lese Kafkas "Brief an meinen Vater" (bei Reclam für 3€ zu bekommen). um Leid und Verzweiflung einer Jugend unter selbstbewusster Autorität kennenzulernen.

9) Ich habe vergeblich nach einem Abschnitt gesucht, der die "Chancen der Jugend" als Nebenwirkung des Methusalem-Komplotts aufzeigt. Auch habe ich das Wort Solidarität nirgends gefunden. Wie wäre es, wenn die geistig und körperlich so fitten Alten ihren Kindern und Enkeln helfen (Leihgroßmütter und -großväter), wenn sie mit "warmer Hand" geben, anstatt nur ihr Alter zu pflegen.
10) Natürlich kann ein "gesundes" Selbstbewusstsein helfen, die Leiden des Alters zu bewältigen. Selbstbewußtsein kann aber nicht durch ein Komplott eingeführt werden, es hängt ab von der Persönlichkeit, die man Zeit seines Lebens entwickelt hat.
11) Unerträglich ist der Zynismus, mit dem Sch. den "politische Slogan", dass wir an unsere Enkel denken müssen, mit Gottfried Benns "Enkel .. die große Ablenkung der Ahnen von ihrem eigenen Tun" abtut. Natürlich beantwortet Sch. die Frage von Max Frisch "Sind sie sicher, dass Sie die Erhaltung des Menschengeschlechts ... wirklich interessiert?" mit einem klaren NEIN.
Dieses Buch kann mit allen Vorbehalten vier Gruppen empfohlen werden:
- denjenigen, die die Ausführungen des Buches ironisch interpretieren,
- den Kindern der Babyboomer; sie ahnen nun, was ihnen blüht,
- der Gruppe, die insbesondere ein schlechtes Buch zum Anlaß nehmen will, über ein ernsthaftes Thema ernsthaft nachzudenken,
- denjenigen, denen es Spaß macht, mit Hilfe eines Satzes von Rotstiften aus einem schlechten Buch ein Schlachtfeld zu machen (Fehler geordnet nach sachlichen, stilistischen und logischen Fehler - Geld zurück bei mehr als 3 Fehler pro Seite)
Tief enttäuscht bin ich über Elke Heidenreichs Beurteilung in der ZDF-Sendung "Lesen!"
"Das Buch ist wunderbar zu lesen ... es ist polemisch, witzig, gescheit, und ohne großen statistischen Quatsch."
Hat sie das Buch wirklich gelesen. Bitte nochmals lesen!
Schirrmacher hat ein dummes, unreifes, überflüssiges und ärgerliches Buch geschrieben.
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 13.04.2008, 12:15:26 GMT+2
M. Behringer meint:
Das Schirrmachen recht hatte, zeigt sich jetzt schon im Jahre 2008 (Rentenerhöhungsdebatte, die Rentner sollen nur rund 1% mehr bekommen und viele sprechen dabei schon von der Ausbeutung der jungen Generation !!........)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.12.2009, 13:45:38 GMT+1
Jouvancourt meint:
Es geht uns allen einfach um ein Kernproblem: die extreme Überalterung unserer Gesellschaft!

Herr Staufenbiel schrieb diesen Kommentar vor 5 Jahren, heute wird er auch schon zu den über 80-jährigen Mitbürgern zählen. Ich kann diesem Kommentar aus volkswirtschaftlicher Sicht nicht zustimmen, denn die Fakten sind da: die erste große Wirtschaftsmacht, Japan, ist bereits vor 15 Jahren aus Altersgründen aus der Topliste ausgeschieden, heute ist es England, morgen, d.h. 2010 und 2011, werden es andere Staaten sein, darunter auch Deutschland! Wir haben eine Nullbockgeneration, Demotivation der Jugend, Auspressung der einzelnen Angestellten wie Zitronen, da die Sozialbeiträge nur noch von wenigen Firmen gezahlt werden können (auch der Bund sucht vorzugsweise billige Praktikanten) und eine immer riesigere Schar von Rentnern, die von der wenigen, demotivierten aktiven Bevüölkerung unterhalten werden soll! Rein mathematisch geht das nicht, psychologisch auch nicht mehr und finanziell sind wir heute mit unserem Latein ziemlich am Ende!

Schirrmachen hatte recht, seine Lösungsansätze sind im Zeitgeist geschrieben und niedlich und nett: die Wirklichkeit wird grausamer werden!

Veröffentlicht am 11.08.2013, 10:06:35 GMT+2
Corneille meint:
Ziemlich kleinkarierte Kritik, die vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht, voller Widersprüche und logischer (Verständnis?)Fehler.

Da ich aber hier nicht zu Lesern "denen es Spaß macht, mit Hilfe eines Satzes von Rotstiften aus einer schlechten Rezension ein Schlachtfeld zu machen (Fehler geordnet nach sachlichen, stilistischen und logischen Fehlern)" gehören will, nur soviel

Sie haben eine dumme, unreife, überflüssige (aber nicht ärgerliche, sondern "vielsagende") Rezension geschrieben. Sie haben wenig über das Buch, sondern "viel" über sich selbst "gesagt". Ihnen mangelt es in erster Linie an der akademischen Bescheidenheit, Respekt und dem (in Ihrem Alter eigentlich zu erhoffendem) Gleichmut, differenziert und fair mit einem Sachverhalt und einem Autor umzugehen (egal wie falsch er u.U. liegen mag).

Ein Beispiel: "mit stolzen, aber nutzlosen 142 Literaturhinweisen"

Wer sind Sie bitte, hier einfach mal pauschal 142 Publikationen als nutzlos zu bezeichnen? Allein diese Aussage hat Sie derart disqualifiziert, dass es auf den Rest einzugehen einfach nicht lohnt. Und in diesem Licht ist das eingehende Zitat und Ihr Scheinniveau über eine ZDF-Sendung "tief enttäuscht" zu sein einfach nur peinlich... (Sollte wohl eine stilistische Garnierung Ihre Ergüsse sein. Daneben.)

Sine ira et studio...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.08.2013, 19:23:16 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 22.11.2014, 19:57:42 GMT+1
Falk Kuebler meint:
@Corneille:
Ziemlich hart formuliert, macht aber aus meinem Verständnis Sinn. Ohne das Buch zu kennen, hatte ich ein ähnliches Gefühl zur Rezension.

Das Thema ist ja relevant genug, aber ich werde jetzt erstmal "Ego" bestellen und lesen und erst danach entscheiden, ob ich mit "Methusalem" weitermache.

Veröffentlicht am 22.11.2014, 19:42:37 GMT+1
Zuletzt vom Autor geändert am 22.11.2014, 19:45:11 GMT+1
Dieser Text hat mich überzeugt, das Buch zu kaufen. Es ist diese Perspektive der Eltern der Babyboomer, aus der hier das Buch rezensiert wird, die eine so notwendige authentische Kommunikation und Kooperation zwischen den Generationen derzeit verunmöglicht.

Veröffentlicht am 10.04.2015, 15:45:42 GMT+2
Tristan meint:
Meine Frage wäre: Was sagt der Autor zu dieser herben Kritik?
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