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Kundenrezension

TOP 1000 REZENSENTam 24. September 2008
Ein insgesamt sehr widersprüchliches Buch, aus dem ich kaum wirklich neue Erkenntnisse entnehmen konnte.

Anfangs erfährt man einiges über den Lebensweg des Autors. Und ja: Offenbar lässt es sich auf Montserrat sehr gut leben, jedenfalls wurde er in diesem Insel-Paradies "langsam menschlicher" (S. 23). Dorthin hatte es ihn verschlagen, nachdem ihm ein Banker den Antrag auf eine Hypothek abgelehnt hatte (S. 22), also jemand, den man heute - angesichts der aktuellen US-Bankenkrise - als verantwortungsvoll bezeichnen würde.

Liptons Buch gleicht in einigen Kernaussagen sehr stark dem aktuellen Buch von Joachim Bauer Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus. Interessanterweise wird er von letzterem aber nicht einmal erwähnt. So heißt es auf S. 24: "Mir fiel auf, dass die moderne Biologie die wichtige Rolle der Kooperation viel zu wenig beachtet, weil sie aufgrund ihrer darwinistischen Wurzeln die Konkurrenz so sehr betont."

Entsprechend wird fleißig an der Lehre Darwins herumkritisiert, ohne ihr etwas Neues entgegenzustellen. Denn die Frage ist doch: Wie sonst lässt sich Evolution erklären? Außerdem basiert die Darwinsche Theorie nicht auf Konkurrenz (höchstens in ihrer ursprünglichen Formulierung), sondern auf dem Selbsterhalt von Lebewesen, den auch Lipton akzeptiert.

Lipton macht deutlich, dass er ein Anhänger des Lamarckismis (Vererbung erworbener Eigenschaften) ist. Darwin glaubte allerdings selbst noch daran. Erst mit den Weismannschen Experimenten begann ein Umdenken in der Biologie. Darüber schreibt Lipton, dass Weismann versucht habe, Lamarck lächerlich zu machen (S. 42). Dazu muss man allerdings wissen, dass Lamarck von 1744-1829 gelebt hat und Weismann von 1834-1914. Für Lipton ist Lamarck der eigentliche Begründer der Evolutionstheorie (was nicht zutreffend ist).

Lipton kritisiert an verschiedenen Stellen den wissenschaftlichen Reduktionismus der modernen Biologie. Sonderbarerweise hält er die Newtonsche Lehre für Reduktionismus, die Quantentheorie dagegen für etwas ganz anderes, weswegen er in seinem Buch eine reichliche Prise Quantenphysik einstreut, ohne wirklich zu erläutern, wofür er sie braucht und was damit erklärt wird.

Gleichzeitig entpuppt er sich selbst als Reduktionist, denn er reduziert Lebewesen auf ihre Zellen (S. 26): "Sie halten sich vielleicht für ein Individuum, aber als Zellbiologe kann ich Ihnen versichern, dass Sie eigentlich eine kooperative Gemeinschaft aus ungefähr 50 Billionen einzelligen Mitgliedern bilden. (...) So wie eine Nation den Charakter ihrer Landsleute widerspiegelt, so spiegelt unser Menschsein die grundlegenden Charakteristika der zellulären Gemeinschaft wider."

Genau das wird von Systemtheoretikern heftig bestritten ("Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Komponenten."). Diese gehen nämlich davon aus, dass Systeme emergente Eigenschaften ausbilden können, die sich nicht aus dem Verhalten oder den Eigenschaften seiner Teilkomponenten erklären lassen.

Ansonsten geht es im gesamten Buch sehr esoterisch zu. Hoffnungsfrohe Sätze wie (S. 26) "Wir können unser Leben so gestalten, dass es voller Frieden, Glück und Liebe ist." oder (S. 27) "Will er damit etwa sagen, dass die Menschen Gott sind? Ja, das will ich damit sagen." wird man reichlich finden.

Sehr interessant sind dagegen die Ausführungen über die Zelle, die Zellmembran, das Human-Genom-Projekt und die Epigenetik. Hiervon scheint der Autor in der Tat sehr viel zu verstehen.
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