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Kundenrezension

TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 1. Februar 2013
Die Geschichte klingt jetzt nicht spektakulär, sondern vielmehr, platt, trivial, unterhaltsam: Queen Elisabeth II entdeckt in einem Hof des Palastes einen Bücherbus und nimmt aus Höflichkeit ein Buch mit. Sie liest es mehr aus Pflichtgefühl heraus und wird vom Lesevirus angesteckt. Sie kann von nun an nicht mehr die Finger von Büchern lassen. Immer hat sie eines dabei, in der Handtasche, hinter einem Kissen, Bücher, Bücher überall Bücher, sogar ihre eigene Bibliothek beginnt sie plötzlich zu interessieren. Mit ihrem neuen Hobby treibt sie ihre Angestellten und Ratgeber an den Rand der Verzweiflung, die alles Versuchen ihre Leselust zu hintertreiben.

Umso überraschter war ich, wie hintergründig das Buch ist, wie vielschichtig und auch kritisch. Hier geht es um viel mehr, als eine Lesende Königin, sie ist streng genommen austauschbar. In diesem Buch geht es darum, was das Lesen mit einem anstellt, wie es einen Menschen verändert. Es beginnt mit einer pflichtgetreuen Nichtleserin, die brav macht, was man ihr sagt. Wie ein Roboter werden die Termine und Pflichten abgearbeitet und nicht hinterfragt, die Ratgeber werden schon Recht haben. Mit dem Lesen jedoch, erweitert sich ihr Weltbild. Sie beginnt, Menschen und Motivationen zu verstehen und zu hinterfragen. Sie beginnt Geschichtliche Zusammenhänge zu verstehen, und auf die Gegenwart anzuwenden, und damit aktuelle Politiker in die Verzweiflung zu treiben, denn sie erkennt, dass sich Muster wiederholen. „Der Premierminister glaubte nicht recht an die Vergangenheit oder an irgendwelche Lehren, die aus ihr zu ziehen seien“ (S. 82).

Es geht darum, dass Lesen ein Lernprozess ist. Zunächst liest man alles, was einem in die Finger kommt, unkritisch, einfach nur um der Unterhaltung willen. Einiges unterhält einen, anderes langweilt. Je mehr Elisabeth II jedoch liest, umso kritischer wird sie mit ihrem Lesestoff. Sie beginnt Notizen zu machen, die Texte kritisch zu hinterfragen und zu kommentieren. Mit der Leseerfahrung werden auch Stoffe, die vorher langweilig erschienen plötzlich witzig und tiefgründig, weil sie lernt, zwischen den Zeilen zu lesen und feine sprachliche Nuancen wahrzunehmen. Der letzte Schritt ist das selber Schreiben, weil das Lesen einem nicht mehr genug bieten kann.

Queen Elizabeth II steht hier für alle Leser und an ihr wird exemplarisch die intellektuelle Entwicklung des Lesers durchexerziert, die man auch aus vielen heutigen Rezensionen herauslesen kann. Die meisten haben dabei die Stufe 1 des wahllosen Lesens hinter sich gebracht und sind dabei in Stufe 2 des Genusslesens angekommen mit ersten eigenen Gedanken. Die wenigsten Leser und Rezensenten, die sich derzeitig im Netz herumtreiben haben bereits die Stufe des kritischen Hinterfragens und Kommentierens erreicht, sehnen sich aber bereits selber zu schreiben, das kann man besonders auch in den Rezensionen zu diesem Buch wunderbar herauslesen.

Ein weiterer Aspekt des Buches ist, den Leser in die Welt der Literatur einzuführen, denn über den Text sind viele, viele Autoren gestreut, von denen die meisten Leser des Buches wohl noch nie gehört haben dürften. Das Buch versteht sich auch als Anregung, genau wie Elizabeth II diesen Spuren zu folgen, diese Autoren zu erforschen und sich von ihnen zum nächsten großen Literaten führen zu lassen.

Wer diese Unterschwingungen beim Lesen nicht bemerkt, für den bleibt eine Unterhaltsame Geschichte über einen Pagen, der die Queen nur als eine weitere alte Lady sieht, als Patientin, die man bei Laune halten muss, so wie die Damen im Altersheim, wo er vorher gearbeitet hat. Bzw. eine Geschichte mit schönen Zitaten für begeisterte Leser, die man auf seinem Blog posten kann:

Ein Buch ist ein Sprengsatz, um die Phantasie freizusetzen (S. 34)
Swift, habe ich entdeckt, schreibt sehr gut über Pferde (S. 91) :-))))

Im Übrigen ist dieses Buch eines der wenigen Beispiele, bei denen der deutsche Titel passender und hintergründiger ist als der ursprüngliche Titel „The uncommon Reader“.
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