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Kundenrezension

VINE-PRODUKTTESTERam 6. Mai 2014
Sie haben ihr ihre große Liebe genommen – nun schlägt Blum zurück. Erbarmungslos verfolgt sie die Spuren der Mörder ihres Mannes und entdeckt eine unglaubliche Geschichte, die so unglaublich ist, dass Blum niemand glauben will.

Das sind die Grundzüge von Bernhard Aichners Roman „Totenfrau“. Im Mittelpunkt seiner Erzählung steht Blum, eine höchst eigenwillige und kompromisslose Frau, deren Einführung auf den ersten Seiten den Leser schon einmal kräftig schlucken lassen dürfte. Als Bestatterin verdient sie ihr täglich Brot mit dem Herrichten und Unter-die-Erde-Bringen von Toten. Die Realitätsnähe der im Bestattungsinstitut spielenden Szenen ist auch der Tatsache geschuldet, dass der österreichische Autor selbst ein halbjähriges Praktikum bei einem Bestatter ableistete, um die Realitätsnähe des Romans zu gewährleisten.

Der Inhalt von Aichners Rachegeschichte mag nicht die Neuerfindung des Rades sein, die Art und Weise, mit der er seine Geschichte erzählt, nötigt mir aber Respekt ab.
Mit einem minimalen Personaltableau erzählt Aichner seine Geschichte, die trotz ihres Österreich-Settings höchst universal ist und deren Rechte dementsprechend auch schon in zahlreiche Länder verkauft wurden.
Seine kurzen Kapitel sind knallhart geschrieben, Dialoge zieht Aichner aus seinem Erzählfluss heraus und erzählt diese nur als wörtliche Rede. Hier zeigt sich auch das große Talent, wenn aus gewechselten Wörtern Gespräche werden, die den Leser mitzittern lassen und ihn das Schlimmste befürchten und auf das Beste hoffen lassen. Gerade der Dialog mit einem Polizisten in der Mitte des Romans ist sehr gut gelungen. Bei Aichner sind die Gespräche nicht nur Mittel zum Zweck, sie sind elementarer Bestandteil und die Spannung wird mithilfe dieser Teile weitergeführt.

Blum kann in ihrer Kompromisslosigkeit als österreichische Antwort auf Lisbeth Salander gelten. Eine Rachegeschichte, die in ihrer Radikalität noch lange nachhallt. Außergewöhnlich gut!
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