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Kundenrezension

am 10. Januar 2010
Wer aktuelle Entwicklungen im "Blockbuster-Genre" beklagt, hat mit Watchmen ein Musterbeispiel dafür, was falsch läuft. Denn ja, Mainstream-Filme werden immer dümmer, lauter und einzig und allein auf CGI, Action und alberne Klischees ausgerichtet.

Und dann kommt ein Film wie "Watchmen". Ambitioniert, herausfordernd, mit dem Budget und der Technik gängiger Blockbuster produziert. Doch bei der Masse fällt er durch. "Das Publikum" will keine originellen Filme. So traurig diese Beobachtung ist, so sehr kann sich der Kinoliebhaber freuen, dass es hier einen gibt, der die Vorzüge von Arthouse und Blockbuster vereint.

An Action und schönen Bildern mangelt es nicht. Das Problem mit der Massenkompatibilität könnte woanders liegen: Keine eindeutige Hauptfigur sondern ein komplexes (aber nicht verwirrendes) Kaleidoskop mehrerer Figuren. Das kennt man zwar ähnlich von Superheldenfilmen wie X-Men. Aber hier gibt es kein Team, sondern einen Haufen Individuen, die in ihren Lebenseinstellungen nicht auf Dauer zusammenfinden können oder wollen. Die Konflikte, die diese selbsternannten, maskierten Weltenretter mit sich herum und unter sich austragen, SIND die Handlung - nicht, wie viele Zuschauer offenbar missverstehen, die Exposition, bis der eigentliche Kampf gegen den Bösewicht beginnt. Denn dieser Kampf muss im wahrsten Sinne untereinander ausgetragen werden. In der Tradition des Film Noir ist die Verdorbenheit der Gesellschaft das schier unbeherrschbare Problem.

Hier wurde Superheldenliteratur verfilmt. Der Comic, den ich bis zum heimlichen Hype (d. h. hierzulande hat man praktisch gar nichts mitbekommen) um die Verfilmung nicht kannte, zählt zu Recht zu den wichtigsten Vertretern der "Graphic Novels". Realer und relevanter wurde der popkulturelle Mythos der Superhelden nie zuvor behandelt. Nachdem ich diesen "graphischen Roman" gelesen habe, zolle ich der Verfilmung umso mehr Respekt. Die Adaption ist so sehr vom Geist der Vorlage erfüllt, wie es nur möglich scheint. Autor Allan Moore hat bekanntlich seinen Namen aus den Credits tilgen lassen: Hollywood hat seine Werke zu oft verballhornt und egalisiert. Vielleicht darf man es nicht sagen, jedenfalls nicht laut. Ich tue es dennoch und mit Freude: Dieser Film hat nicht nur klug und liebevoll adaptiert und gekürzt, sondern die Handlung sogar verbessert.

Die Auflösung, besser: die Schlusssequenz zählt im Comic wie im Film zu den schwächeren Elementen. Das ist nicht inhaltlich, sondern formell gemeint. Mich hat der Verlauf zu sehr an einen 08/15-Superheldenstreifen erinnert. Allerdings ist dem Drehbuch eben der Clou geglückt, den Plot durch eine geschickte Änderung wesentlich zu verbessern. Weil ich an dieser Stelle nicht mehr über die gelungene Komprimierung verraten will, sag ich auch nur: Dr. Manhattan, die einzige Figur mit wahren Superkräften, erhält noch mehr Bedeutung als in der Vorlage. Und es ergibt absolut Sinn.

Der ganze Film entstand in einer Zeit, in der sich das Superhelden-Genre neu entdeckt hat. Gerade nach Nolans neuem Batman, der als besonders tiefgründig und psychologisch gefeiert wurde, hätte man denken können, die Leuten wären bereit für diese Watchmen. Doch diese Superheldenstudie ist das, was etwa "The Dark Knight" bloß vorgibt zu sein. Zuviel des Guten? Für die Transformers- oder neue Star-Trek-Zielgruppe ganz sicher. Einen ähnlich ambitionierten Film wird es im Mainstream daher sobald nicht mehr geben. Letztlich wird so die Besonderheit dieses Films - locker einer der besten des vergangenen Kinojahrzehnts - umso mehr unterstrichen. "Watchmen" ist nicht Mainstream. "Watchmen" ist Kult.

Ein kurzer Nachtrag zur Single-DVD: Die reiht sich nahtlos in die neue Sparsamkeit bei DVD-Veröffentlichungen ein. Kein Audiokommentar, kein Booklet (nicht mal ein Flugblatt), kein Trailer (Schade, ich mochte die Watchmen-Trailer), kein Making Of, aber - und das sollte nicht übersehen werden - ein interessantes, gut gemachtes Special über die physikalischen (Un-)Möglichkeiten der Watchmen-Welt.

Und zum hierzulande ausstehenden Director's Cut: Sind nicht 90 % dieser DC-Editionen pure Abzocke? Der überwiegende Teil hinzugefügter Szenen macht die Filme nicht besser. Liegt doch die Kunst stets im Weglassen...
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