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Kundenrezension

am 4. September 2011
Es ist schon eine Quälerei, Fachliteratur aus den 60er Jahren zu lesen. Zur damaligen Zeit haben die Autoren noch dem Leser das Denken überlassen. Die Dialektik, Thesen und Antithesen, verpackt in vielen Schachtelsätzen sind schon eine Zumutung bei heutigen Lesegewohnheiten. Heute muss kein Intellektueller mehr dauernd beweisen, wie komplex er denken und fachsimpeln kann. Mittlerweile will man den Leser erreichen.
Hat man aber erst einmal diese Lesequälerei überwunden, muss man schamhaft feststellen, wie wir Profis im psychiatrischen Bereich der Stigmatisierung Vorschub leisten. Angeblich besprechen wir in multiproffessionellen Übergaben die gegenwärtige Situation des Patienten und die möglichen erfolgreichen Interventionen. Tatsächlich aber kultivieren und rekapitulieren wir bekannte Stigma, um uns zu entlasten und Bestätigung zu erfahren. Wir normieren von uns selbst ausgehend so sehr was richtig und falsch ist, dass wir dauernd Annahmen machen, was und wie der Patient sein sollte. Das besondere Merkmal (Stigma) eines Menschen versperrt uns oft den Zugang, seine anderen Eigenschaften objektiv wahrzunehmen. An vielen Beispielen - auch aus dem nichtpsychiatrischen Bereich - wird deutlich, wie wir in die Stigma-Falle tappen. Unsere Bildersprache, die einerseits rationell ist, verstärkt das Stigma noch. Wir üben -so wird es beim Lesen des Buches deutlich - oft unbewusst eine Vielzahl von Diskriminierungen aus. Damit beeinträchtigen wir die Lebenschancen unseres Klientel. Im Maßregelvollzug z.B. konstruieren wir unzulässige Theorien, um die Gefährlichkeit Stigmatisierter nachweisen zu wollen. Schließlich sichert das die Arbeitsplätze der dort Tätigen. Damit verdecken wir ganz andere Differenzen, z.B. soziale Klassendifferenzen. Wir rationalisieren die Animositäten, die sich bei uns Profis entwickeln - einerseits durch die ständige Konfrontation mit Stigmatisierten, andererseits durch die unbarmherzige Einflussnahme der "Außenwelt".
Das Buch macht sensibel, diese Fallen zu erkennen.
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