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Kundenrezension

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viertes Album, und wieder ein komplett neues Erlebnis, 7. April 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Indigo Meadow (Incl.Mp3 Code/180 Gr.) [Vinyl LP] (Vinyl)
Zuerst fällt beim Kauf von Indigo Meadow das Gewicht positiv auf - und das kommt nicht von ungefähr, denn die Platte ist nicht nur aus 180g schwerem Vinyl gepresst, sondern enthält auch noch ein zwanzigseitiges Booklet, in welchem neben einigen Zeichnungen die Lyrics zu jedem der 13 Songs zu finden sind. Dazu gibt es dann noch einen Downloadcode, der zu einem kostenlosen Download des Albums im mp3 Format (256 kbp/s) berechtigt. Das ganze ist für 16,90€ ein super Preis-Leistungs Verhältnis! Gerne würde ich eine derartige Ausstattung auch bei weiteren Platten sehen.
Indigo Meadow ist das erste Album der Black Angels, nachdem der langjährige Gitarrist und Bassist Nate Ryan die Band verließ. Nun also nurnoch zu viert unterwegs, bekam die Band zuletzt bei Live-Auftritten Unterstützung von Rishi Dhir, seines Zeichens Gitarrist der kanadischen Band Elephant Stone, die dieses Jahr ihr neues Album auf dem von den Black Angels mitgegründeten Label Reverberation Appreciation Society veröffentlichte. Produziert wurde Indigo Meadow, wie schon sein Vorgänger Phosphene Dream, von John Congleton.

Die ersten Eindrücke sind: Stephanie Baileys kraftvolles Schlagzeugspiel und der trockene Bass sind zurück, die Gitarrenriffs sind härter als je zuvor und generell ist das Tempo im Vergleich zu den drei Vorgängeralben angehoben worden. Die Lieder sind nicht unbedingt glatter, aber klarer produziert. Was ich vermisste, war ein Lied, das beim ersten Hören aus dem Album hervorstach. Ein Lied, das man sofort mit dem Album verbinden würde - auf den drei ersten waren jeweils gleich mehrere solcher Lieder vorhanden.

Das Album startet mit dem namensgebenden Titel Indigo Meadow. Hier geht es gleich dramatisch und düster zur Sache, dennoch ist es für mich gleich die erste Enttäuschung, da Alex Maas' Stimme gemischt mit Kyle Hunts Orgel für meinen Geschmack in diesem Stück häufig dissonant klingt und ich konsonante Melodien bevorzuge. Ähnliches gilt für Always Maybe, War on Holiday und Twisted Light, dessen Verse Lead-Gitarrist Christian Bland singt. Meiner Meinung nach sind dies vier der schwächsten Titel, die die Black Angels bislang veröffentlicht haben.

Evil Things ist der erste Höhepunkt des Albums. Es geht gleich mit harten Bass und Gitarrenriffs los, unterbrochen durch einige wenige ruhige Sekunden in der Mitte, in denen Alex Maas' dramatischer, klagender Gesang perfekt zur Geltung kommt. Da ist es beinahe schon schade, dass diese Verschnaufspause nur so kurz anhält. Beinahe wohlgemerkt, denn wenn schließlich auch noch die in hohen Tönen kreischende Orgel einsetzt entsteht hier eine Geräuschwand, die einen geradezu aus den Socken haut (potente Kopfhörer/Anlage natürlich vorausgesetzt) und bei Konzerten sicherlich ein Knüller wird.
Einen Eindruck von dem was da kommen würde, lieferte auch das bereits im Februar veröffentlichte Don't Play With Guns. Schrummelnde Gitarren, hinterlegt mit satten Trommeln und hohen Tönen aus der Orgel, sowie eingänglicher Gesang im Refrain. Insgesamt aber nur ein durchschnittliches Stück, wie ich finde.

Darauf folgen allerdings zwei wirklich starke Lieder! Zunächst Holland, der ruhigste und langsamste Titel auf dem gesamten Album. Er überzeugt durch seine einlullenden Melodien und insbesondere durch Alex Maas' vortrefflichen Gesang. The Day klingt wie ein Lied, das eine psychedelische Version von Franz Ferdinand hätte schreiben können: Treibende Beats von der ersten Sekunde an und eine Melodie die leicht ins Ohr geht. Dennoch hört man da immernoch die Black Angels und nicht beliebige "nullachtfünfzehn" Massenware.
Noch etwas mehr in Richtung Pop geht es mit You're Mine, das hell und froh klingt - etwas, das man nicht unbedingt von den Black Angels gewohnt ist, aber durchaus eine willkommene Abwechslung.
Love Me Forever beginnt mit einem äußerst vielversprechenden Gitarrenriff, doch obwohl im Verlauf des Stückes in mehreren kürzen Schüben eine schön klingende, schummrige Orgel einsetzt, bleibt der Eindruck hängen, dass hier mehr drin gewesen wäre, dass Potential verschenkt wurde. Dennoch ist Love Me Forever durchaus gelungen.

Broken Soldier mit seinem stampfenden Beat hat das Zeug, bei Konzerten groß auftrumpfen zu können und I Hear Colors (Chromaesthesia) ist mit seinen wabernden, hypnotisierenden, zugleich sehr kraftvollen Klängen eines der besten Stücke des Albums und es profitiert von den stimmlichen Fähigkeiten Alex Maas'.
Den Schlusspunkt bildet Black Isn't Black, ein wie ich finde durchschnittliches Lied, das langsam beginnt, um nach circa zwei Dritteln zu explodieren. Es wirkt dabei aber eher wie ein bemühter Versuch, ein zweites Mission District (Titel Nr. 4 von Directions to See a Ghost, 2008) zu sein und will nicht so recht mitreißen.

Was bleibt also zu sagen übrig? Indigo Meadow klingt nicht nur anders als die ersten drei Alben der Black Angels (bisher unterschieden sich all ihre Alben klanglich voneinander), sondern es markiert scheinbar auch den Startpunkt der Band auf dem Weg zu einem neuen, mehr rocklastigen Sound. Die psychedelischen Klänge bleiben nicht auf der Strecke, liegen aber weniger im Fokus.
Indigo Meadow ist meiner Meinung nach das am wenigsten überzeugende Album der Black Angels. Das spricht aber nicht gegen es, sondern vielmehr für die außerordenlich hohe Qualität der drei ersten Alben, die hier nicht ganz erreicht wird.
Für alle, deren erstes Black Angels Album Indigo Meadow ist, die aber nicht recht zufrieden sind, gilt: lieber einmal allen Alben eine Chance geben, als die Band frühzeitig abzuschreiben.
Zum Schluss möchte ich noch einmal betonen, wie zufrieden ich mit der Verarbeitung und Aufmachung des Albums bin. Wirklich Top!

Meine Lieblingslieder (in ihrer Reihenfolge auf dem Album):

- Evil Things
- Holland
- The Day
- I Hear Colors (Chromaesthesia)
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