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Kundenrezension

am 23. März 2017
Die Hexe Helena ist in einer Welt aufgewachsen, in der Frauen das Sagen haben. Durch ihre erweckte Magie herrschen sie in großen Teilen Europas über die Jungen, Alten und Männer. Ein einschneidendes Erlebnis in ihrer Jugend – die Zerstörung der Magie ihrer Freundin durch die Rebellen – hat sie zu einer erbitterten Kämpferin des Systems gemacht. Dies ändert sich schlagartig, als ihr jüngerer Bruder zu ihr ins Grenzlager kommt und ihr eröffnet, dass er den Rebellen beitreten will. Der Umstand, dass sie seinen Verrat nicht meldet, wird von einer Rivalin ausgenutzt und Helena wird verhaftet. Ihr wird die gemeinsame Flucht mit einem Flüchtlingsjungen ermöglicht, den sie nicht versteht. Als die Beiden auf Rebellen treffen, rettet ihr der Zufall und die Tatsache, dass sie zur Zeit ihrer Tage keine Magie ausüben kann, das Leben. Sie beschließt, sich der Rebellengruppe anzuschließen, um ihren Verrat wieder gut zu machen und sie der Herrscherin ausliefern zu können.

Die Geschichte lässt sich locker lesen. Der erste Abschnitt beschreibt Helenas Kindheits- und Jugendjahre und bringt einige Einblicke in die Gesellschaft. Wie es zu dieser kam, wird durch die nach jedem Kapitel eingefügten Annalen des Goldenen Reichs erklärt. Aus der guten Absicht heraus, die Menschen aus den Fängen der Inquisition zu retten hat sich ein System entwickelt, das der frauenunterdrückenden Vergangenheit an Geringschätzung und moralisch bedenklichen Regeln in nichts nachsteht. Hier sind es nun aber die Männer und die gebärunfähigen Frauen, die die unterste Stellung einnehmen. Die Gesellschaft basiert auf strenger Hierarchie und von oben weitergegebenen Befehlen, die nicht hinterfragt werden dürfen.

Wie gut die Indoktrinierung funktioniert zeigt Helena am eigenen Leib. Gegen ihre Verhaftung lehnt sie sich nicht auf, denkt selbst, dass sie Verrat begangen hat. Auch die Rebellen sieht sie als Verräter und will sie der nicht vorhandenen Gnade der Goldenen ausliefern. Sie scheint die Fähigkeit verloren zu haben, in ihnen Menschen zu sehen. Obwohl sie mir durch ihre abfälligen Gedanken teilweise unsympathisch war, konnte ich die bedingungslose Hingabe durch ihre Vergangenheit verstehen. Die Rebellen denen Helena begegnet sind zwar freundlich zu ihr, dass das aber nicht immer der Fall ist, wird schon früh klargestellt. Dass ihrer Freundin die Magie entzogen wurde, indem sie ihrer Gebärmutter beraubt wurde, fand ich sehr grausam.

Der Sprung vom ersten Abschnitt und diesem Ereignis zu den aktuellen Handlungen beträgt zwar über zehn Jahre, Helena konnte aber nicht vergessen. Im Gegenteil nährte sie ihre Wut und hat damit in diesem Teil der Geschichte wenig gemein mit der lebensfrohen Jugendlichen aus dem ersten Abschnitt. Nicht einmal ihrem Bruder gegenüber zeigt sie Zuneigung. Umso netter fand ich ihr Aufeinandertreffen mit dem jungen Mojserce. Obwohl sie und das Kind sich nicht verständigen können, zeigt er ihr seine Zuneigung, auf die sie vorerst nicht weiß, wie sie reagieren soll.

Den dritten Teil der Geschichte fand ich insofern brutaler, als dass er die Charaktere in die Hauptstadt des Reiches führt. Hier werden die Regeln und Gesetze, die nun den Part der Annalen übernehmen und die Ungerechtigkeiten rechtfertigen, jeden Tag gelebt. Grausam sind nicht sosehr die einzelnen Handlungen, als vielmehr die Institutionalisierung der Unterdrückung. Helena selbst zeigt sich mit vielen der Gesetze einverstanden, wenn sie sich auch gegen unnötige Bösartigkeiten stellt. So zeigte sie einiges Gedankengut, das ich überhaupt nicht gutheißen konnte, war dann aber wieder ihren Freundinnen und dem Jungen gegenüber nett, sodass ich ihr nie lange böse sein konnte.

Neben Helenas ambivalenten Charakter war es die Handlung und das Setting, die mich überzeugen konnten. Unfreundliche Welten sind mir in mehreren fantasy-Geschichten begegnet. Diese aber schaffte es, mich über Moral und Wertvorstellungen nachdenken zu lassen, ohne dabei belehrend zu wirken. Auch entsprach der Fortgang der Geschichte nicht dem, was ich man sich vielleicht erwarten hätte können – Helena ändert sich nicht von einem Moment zum nächsten und entspricht damit dem Klischee der Systemunterwürfigen, der plötzlich die Augen geöffnet werden. Viel zu sehr lebt und liebt sie dazu den Glauben, der ihre Person ausmacht. Umso realistischer fand ich ihre Entscheidungen und Gedanken.

Fazit: Die Geschichte spielt nicht in einer heilen Welt, will vielmehr auf Unrecht hinweisen, ohne dass sie dabei mit Schuldzuweisungen um sich wirft. Helenas Charakter war passend gewählt. Sie macht es dem Leser zwar nicht immer leicht sie zu mögen, zeigt dafür aber umso besser, wie tief das System einen Menschen beeinflussen kann.

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