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Kundenrezension

TOP 1000 REZENSENTam 20. Juli 2003
"Der Wüstenplanet" ist in vielfacher Hinsicht ein besonderes Buch.
Besonders beachtlich ist, dass es zu einer Zeit entstand, als das sog "Golden Age" des Science Fiction (Heinlein, Asimov...) mit seine naiven und infantilen Zukunftsvisionen und seiner unbedingten Wissenschafts- und Technikgläubigkeit gerade am abklingen war und stellt in dieser Hinsicht bereits den scheinbar aus dem Nichts kommenden Gegenpol dieser Richtung dar.
Der Inhalt kurz zusammengefasst: Paul Atreides, Sohn des Herzog Leto und der Bene Gesserit Schwester (eine als Schwesterschaft bezeichnete Organisation von Frauen die im Hintergrund der Geschichte einzelne Blutlinien Adliger Herrscher überwachen und bewußt kreuzen - Paul ist ein Produkt dieser Kreuzungen) Jessica, wird mit seinem Vater auf den Wüstenplaneten Arrakis geschickt um dort eine Droge abzubauen die nur Melange genannt wird. Diese Droge benötigen wiederrum unter anderem die Navigatoren der Raumfahrergilde die mit der Droge in die Zukunft sehen und die Kurse ihrer Raumschiffe berechnen können. Ohne diese Droge würde der interstellare Verkehr zusammenbrechen und damit die Zivilisation an sich. Doch die Erzfeinde der Atreiden, die Harkonnen haben diese Versetzung der Atreiden nur als Falle gedacht um sie dann auf dem Planeten hinterrücks zu überfallen. Zusätzlich leben in den Wüsten von Arrakis die großen Sandwürmer und die Fremen, deren Religion auf einen "Mahdi" wartet der sie aus der Ausbeutung der Fremdherrscher und aus der Dürre der Wüste führen soll. Paul zeigt überraschenderweise alle Anzeichen dieses Mahdi.
In seiner Beschreibung des Universums und von Arrakis bedient sich Herbert dabei frei aus der menschlichen Geschichte: die MAFEA (die Gesellschaft die das Gewürz Melange abbaut) als futuristische OPEC, die Religion der Fremen ist offensichtlich dem Islam entlehnt, die absolutistische Gesellschaftstruktur des bevölkerten Universum als vergrößertes Ebenbild Europas im 18. Jh., Arrakis und die Fremen als ein Drittes-Welt-Land in der Kolonialzeit... Was dabei herauskam ist schlichtweg überwältigend. Die Charakterisierung der Figuren ist schlichtweg grandios und nahezu beispiellos - höchsten der "Herr der Ringe" von Tolkien kann mit diesem Werk in dieser Hinsicht gleichziehen.
Dabei ist es keineswegs ein typischer Science Fiction und wird einige Leser sicher verwundern. Hier steht nicht die Technik und Wissenschaft im Vordergrund, die Zukunft hat uns keine bessere Gesellschaft gebracht - ganz im Gegenteil. Im Mittelpunkt steht Paul der seit seiner Kindheit von Zukunftsvisionen verfolgt wird und kein normaler Mensch zu sein scheint. Sein Weg und Wandel, provoziert von den Machtverhältnissen und endlosen Intrigen im völlig korrumpierten Imperium und katalysiert von der mystischen Droge und der Religion der Fremen. Ist sein Standpunkt anfangs noch durchaus nachvollziehbar und verständlich, läßt er sich am Ende der Geschichte nicht mehr eindeutig festlegen. Eine Tendenz die schon böses ahnen läßt (was dann auch im zweiten Teil von Herbert meisterlich und unerreicht bis zur letzten und ultimativen Konsequenz vorangetrieben wird).
"Der Wüstenplanet" ist ein literarisches Meisterwerk und ungewöhnliche aber unbedingt lesenswerte Science Fiction, Charakter- und Systemstudie.
P.S.: Die einfach grandiose und unerreichte philosophische Ebene dieses Werkes kommt erst im Zusammenhang mit den beiden Folgebänden zur Geltung, denn man muss wissen, das Herbert bereits bevor er diesen ersten Band fertiggestellt hatte, große Teile der beiden Folgebände ("Der Herr des Wüstenplaneten" und "Die Kinder des Wüstenplaneten") geschrieben hatte.
P.P.S.: Obwohl hier auf in der Artikelbeschreibung in der amazon Rezension unter "Klappentext" steht, dass in diesem Band Illustrationen von John Schoenherr (die wirklich monumental sind und als Grundlage für Lynchs Dune dienten) vorhanden wären, so ist dies leider falsch. Diese Ausgabe ist völlig unillustriert.
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