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Kundenrezension

31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zuviel des Guten?, 27. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Kafka am Strand: Roman (Taschenbuch)
Murakami ist ein hervorragender Autor, der bereits viele gute Bücher geschrieben hat und dem mit "Mr. Aufziehvogel" sogar ein Meisterwerk gelungen ist. Das besondere an Murakamis Geschichten sind die Protagonisten, die sich als ganz normale Menschen (Japaner wie du und ich, sozusagen) in mysteriösen, zuweilen skurrilen Wirklichkeiten wiederfinden und durch Tod, Schmerz und Verlust zu sich selbst finden. Die beschriebene Wirklichkeit ist dabei nur die Oberfläche, die Spitze des Eisberges, darunter schlummert die Welt der Schicksale, ein Ort, an dem es keine Zufälle gibt, Mysterien und Wunder, die durch die Membran der Oberfläche an das "wirkliche" Hier und Jetzt sickern. Der Leser wird dabei sanft aber mit Kraft und Nachdruck in die Geschichte gesogen, man hat das unbestimmbare Gefühl, an dieser murakamischen Welt teilzuhaben und sie wiederzuerkennen.
Diese Erzählweise birgt die Gefahr des Kitsches und der Übertreibung in sich, da die Grenze zwischen kraftvoller Poesie und eben Kitsch und Übertreibung hauchdünn ist (wer selbst einmal versucht hat, z.B. ein Gedicht zu schreiben, weiß wohl, was ich meine).
Genau das passiert in "Kafka am Strand". Die Protagonisten sind, bis auf Nakata, leider recht unglaubwürdig. Kafka verhält sich nicht einmal im Buch wie ein 15-jähriger. Natürlich ist er "etwas besonderes", aber seine Schicksalergebenheit und Lebensweisheit wirken aufgesetzt und übertrieben. Woher weiß er immer, was der nächste richtige Schritt ist? Oshimas Geheimnis ist nur ein laues Lüftchen, dass niemanden mehr hinterm Ofen hervor lockt. Saeki, in die Kafka sich verliebt, ist die größte Enttäuschung: ewig lächelnd bleibt sie vollkommen blass, was besonders Schade ist, wenn man weiß, wie Murakami sonst in der Lage ist, interessante Frauenfiguren zu beschreiben.
Die Story ist mit einem Mystery-Puderzucker überstreut, der trotz oder gerade wegen zu vieler Märchenanleihen, Allegorien und Metaphern nicht zu überzeugen weiß. Zum Ende wird nichts erklärt, z.B. (VORSICHT! Spoiler!): was ist das glänzende Ding am Himmel, welches 1944 Nakata zu dem macht, der er ist? Warum kann Nakata Blutegel und andere Dinge regnen lassen? Warum lässt er sie regnen? Wer oder was ist Colonel Sanders? Was hat es mit dem Eingangsstein auf sich? Wo kommt der her? Wieso ist Jonny Walker so geworden wie er ist? Welche Bedeutung hat seine letzte Szene im Buch?

Fragen, die alle nicht beantwortet werden. Das riecht nach Ungereimtheiten, die vielleicht auch der Autor nicht aufzuschlüsseln weiß.

Warum dann drei Sterne? Tja, Murakami ist einfach zu gut, um trotz aller Negativpunkte nicht doch einen teilweise spannenden Roman zu schreiben. Und einige Sätze gehören wieder zu denen, die einem lange nicht aus dem Kopf gehen.
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.11.2010 12:11:25 GMT+01:00
sirenasunna meint:
Auch ich habe schon andere Bücher von Murakami gelesen, "Naokos Lächeln" und "Wilde Schafsjagd", die beiden kann ich wirklich sehr empfehlen.
Es muss auch nicht immer alles einen Sinn ergeben, daß zb. das unbekannte Flugobjekt das am Anfang auftaucht (man denkt natürlich sofort an ein Ufo...:-)), später nie mehr erwähnt wird, finde ich nicht so schlimm.
Es wirkt ledeglich etwas unkonzentriert.
Was mir an diesem Buch aufgefallen ist, sind die häufig auftauchenden Produkt- und Markenwerbungen die im Text eingewoben sind.
Und ich denke leider, das diese "Schleichwerbungen" nicht unentlöhnt dort auftauchen.
Aber das scheint ja heutzutage Gang und gebe zu sein Produktwerbung in die Unterhaltung mit einzubauen (siehe Sex in the City, usw.)
Alles in allem erinnert mich das Buch an einen Manga.
Man kann sich alles sehr gut in Zeichentrickform umgesetzt vorstellen, und auch die Brutalität und die Sexszenen insgesamt die ganze Thematik und Symbolsprache entsprechen für mich sehr der Manga- Ästhetik.
Dennoch ist es sehr fesselnd und spannend so das man das Ende nicht erwarten kann.
Jedoch muss ich leider auch sagen, das es mir nicht so tiefsinnig und gut durchdacht wie ältere Werke erscheint, und es scheint als habe ein erfolgsverwöhnter Autor schnellstmöglich ein erwartetes Konsumgut auf den Markt geschmissen und verdient damit auch noch mit Werbung die im Buch enthalten ist......

Insgesamt also eine sehr skurile Sache... wie man es von Murakami schon gewohnt ist, nur mit weniger Stil als früher...

Veröffentlicht am 07.10.2011 16:50:49 GMT+02:00
mirolfm meint:
ich denke dass die von dir gestellten fragen gegen ende jeder sich selbst beantworten kann oder auch nicht - sonst wärs ja kein märchen.. außerdem ließen sich noch hundert weitere ungeklärte fragen finden. es ist ein schönes märchen, letztenendes!

Veröffentlicht am 11.07.2014 21:03:19 GMT+02:00
P. Will meint:
Murakami lesen = keine Fragen stellen, keine Antworten suchen - dann geht's.
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Ort: Bremen

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