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Kundenrezension

am 27. März 2011
Das letzte Reich ist ein trostloser Ort. Die Skaa - so wird das gemeine Volk genannt - werden vom Obersten Herrscher und dem Adel unterdrückt, so dass sie ihr Dasein ohne Aussicht auf Befreiung unter sklavenähnlichen Zuständen fristen müssen. Ascheregen, eine verdorbene Vegetation, eine immerwährende, rot scheinende Sonne und ein alles bedeckender Nebel in den Nächten bestimmen das Bild dieser zerstörten Welt. Doch Kelsier, seines Zeichens ein Nebelgeborener, will den Obersten Herrscher stürzen und die Skaa zur Rebellion verleiten. Tatkräftige Unterstützung bekommt er dabei von Vin, anfangs einer gewöhnlichen Skaa-Diebin, die allerdings über die gleichen Kräfte verfügt, wie er, und anderen Mitstreitern. In der Hauptstadt des Reiches Luthadel beginnt die Gruppe Pläne zu schmieden, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Brandon Sanderson legt mit dem Auftakt seiner "Mistborn"-Trilogie einen in sich abgeschlossenen Fantasy-Roman vor, der für dieses Genre ein ganz neues Magie-System bereithält, die Allomantie. Durch das Anzapfen der Kräfte von 8 verschiedenen Grundmetallen aus alkoholhaltigen Phiolen, können Allomanten auf magische Kraftreserven zurückgreifen, die sie so lange einsetzen können, bis Ihnen ihr Vorrat ausgeht. Allomanten werden in zwei Kategorien unterteilt: Nebelinge, die lediglich ein Metall nutzen können, und Nebelgeborene, die alle Grundmetalle plus Zusatzmetalle anwenden können. Das System selbst ist grandios und wurde auch recht stimmig umgesetzt. Statt mit langgezogenen Erklärungspassagen zu langweilen, demonstriert Sanderson es lieber von Anfang an in der praktischen Ausführung, in fast schon filmreifen Begebnissen.

Die Charaktere sind größenteils glaubwürdig und ordentlich gezeichnet. Der Rebellenanführer Kelsier etwa vereint viele gute wie schlechte Eigenschaften. Er will zwar sein Volk aus der Unterdrückung befreien, schreckt aber nicht vor Mord und anderen Verbrechen zurück, um seine Ziele zu Erreichen. Bei der größten Entwicklung begleitet der Leser allerdings Vin, die sich vom misstrauischen Mädchen, dass sie am Anfang des Buches ist, mit jeder Seite weiterentwickelt und somit der eigentliche Hauptcharakter wird. Ein anderes Mitglied der Bande, der Diener Sazed, ist schließlich noch der Repräsentant für die Ferrochemie und damit des zweiten, im Roman vorkommenden Magiesystems, das der Allomantie allerdings recht ähnlich ist. Der Rest von Kelsiers Anhängerschaft, zum Beispiel der Schläger Hammond oder der Raucher Keuler, bleiben leider etwas farblos, aber eventuell wird in den Nachfolgebänden näher auf sie eingegangen.

Bedauerlicherweise gibt es auch einige Kritikpunkte, die relativ schwer wiegen. Ein ganz großes Minus ist die Übersetzung und der damit verbundene Schreibstil. Ich weiß nicht, ob im englischen Original auch so oft eine Braue hochgezogen oder die Stirn gerunzelt wird, aber die immer gleichen Formulierungen zum Ausdrücken des Gemütszustandes der Protagonisten wiederholen sich sehr schnell und stören nach einiger Zeit nur noch. Ganz schlimm ist der hohe Einsatz des Wortes "kichern". Es vergeht kaum eine Seite, in der das Wort nicht einmal fällt. Wenn dann gewissenlose Diebe und eiskalte Mörder an einem Tisch zusammensitzen und ständig wie kleine Kinder "kichern", wirkt sich das nicht gerade positiv auf die Atmosphäre aus. Allein dafür schon gebe ich einen Punkt Abzug. Den zweiten gibt es für die doch recht klischeehafte Handlung und einige inhaltliche Mängel. Ein böser Herrscher, gegen den freie Menschen in den Krieg ziehen, ist nunmal nicht gerade der Gipfel der Innovation. Auch hätte man die ausgiebigen Planungspassagen ohne Probleme kürzen und die Geschichte somit kompakter machen können.
Auf der anderen Seite hat mich der völlige Überschuss an den Grundmetallen gestört. Bis auf eine Begebenheit standen Kelsier und Vin eigentlich ständig unter ihrem Einfluss. Da hätte man durch eine drastische Reduzierung ihrer Vorräte deutlich mehr aus ihren Kräften herausholen und ihren Einsatz wertvoller machen können. So sind sie permanent beinahe allen Gegnern überlegen, die sich ihnen in den Weg stellen. Die Zusatzmetalle haben ebenfalls nicht wirklich viel zur Handlung beigetragen. Das Atium wurde fast immer von den Feinden durch deren eigenen Vorrat neutralisiert, während Gold nur auf ein parr Seiten erwähnt wird und völlig nutzlos bleibt. Selbst das elfte Metall hat, außer einem kurzen, aber handlungsentscheidenden Moment des Erkennens, keine wirkliche Bedeutung. Ich bin aufjedenfall gespannt, wie sich diese Problematik in den Nachfolgebänden, die ich noch nicht gelesen habe, entwickeln wird.

Alles in allem gute Fantasy-Unterhaltung mit tollem Allomantie-System, die jedoch an oben erwähnten Mängeln krankt. Am besten ersteinmal einlesen und dann entscheiden, ob der Schreibstil dem potentiellen Leser gefällt, oder nicht.
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