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Kundenrezension

20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine große deutsche Auto-Geschichte, 3. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Porsche-Saga: Eine Familiengeschichte des Automobils (Quadriga) (Gebundene Ausgabe)
Stefan Aust gehört zweifellos zu den bekanntesten deutschen Journalisten. Jahrelang bei politischen TV-Magazinen tätig gewesen, früherer Chef des "Spiegel" und Geschäftsführer von "Spiegel TV", konzentrierte er sich auf den politischen und häufig investigativen Journalismus - pointiert, scharfzüngig und nicht selten polarisierend. Heute ist er Geschäftsführer und Autor von "Agenda Media", bei der Thomas Ammann die Funktion des Redaktionsleiters ausübt. Das Thema "Porsche" ist indes für Aust nicht neu. "Spiegel TV" hatte bereits mehrere Dokumentationen über das traditionsreiche Unternehmen gebracht, unter anderem einen hervorragenden Bericht zum Einsatz des 911 GT1 bei den 24 Stunden von Le Mans 1996. Und vor gut zwei Jahren zierte der gleichnamige Titel "Die Porsche Saga" bereits einen etwa vier Stunden langen überaus eindrucksvollen Film des Autoren-Gespanns Aust/Ammann über Porsche, der inzwischen auf mehreren Sendern der RTL-Group - teilweise in vier Folgen unterteilt - ausgestrahlt wurde.

Nun liegt nach langer Vorankündigungszeit endlich das Buch "Die Porsche Saga" vor. Ich will nicht verhehlen, dass ich zunächst mit etwas gemischten Gefühlen an das Buch herangegangen bin, weil ich es nicht für ausgeschlossen hielt, dass hier die Gelegenheit für eine Abrechnung mit Ferdinand Porsche wegen seiner Tätigkeit während des Dritten Reichs genutzt werden könnte.

Nachdem ich den Band gelesen habe, muss ich vorbehaltlos anerkennen, dass die Autoren Hervorragendes geleistet haben; es ist sicher ein Zufall, dass das Buch fast zeitgleich mit Karl Ludvigsens Meisterwerk "Porsche - Origin of the Species" auf den Markt gekommen ist, aber die höchst unterschiedliche wenn auch keinesfalls gegensätzliche Aufarbeitung eines vergleichbaren Themenkreises mit einer beachtlichen Schnittmenge ist so faszinierend, dass ich jedem Porsche-Interessierten die Lektüre beider Bücher wärmstens empfehlen kann.

Aust und Ammann haben die Geschichte Porsches von der Geburt Ferdinand Porsches 1875 bis zur Übernahme des Unternehmens Porsche in den Volkswagen-Konzern in 27 Kapiteln aufgezeichnet. Tatsächlich ist dies sowohl die Geschichte eines Familienunternehmens als auch die Historie des Automobils, wobei wie selbstverständlich die zeitgeschichtlich-politischen Bezüge eine prägende Rolle spielen. Die Autoren geben die Entwicklung der Familie und des Unternehmens weitgehend komplett wieder, setzen aber richtigerweise eindeutige Schwerpunkte.

Da ist zunächst das Leben des jungen Ferdinand Porsche, der sich vom technikverliebten Erfinder zum "Lieblingskonstrukteur" Hitlers entwickelte. Hochinteressant und mit großer Objektivität am reinen Geschehen orientiert, wird Porsches Wirken in der Zeit des Nationalsozialismus' dargestellt. Sein Verhältnis zu den ihn unterstützenden politischen Mächten unterzieht Aust einer kritischen Würdigung, ohne den Stab über den Techniker Porsche zu brechen. Zugleich wird auch auf die bestechenden technischen Details seiner Konstruktionen eingegangen, ein Bereich, für den sicherlich Thomas Ammann, der auch eine Ausbildung zum Kfz-Schlosser genossen hat, verantwortlich zeichnet.

Es schließen sich die Kapitel über die Nachkriegszeit, die Rückwanderung von Österreich nach Zuffenhausen und den Aufbau der Sportwagen-Produktion an. Eine ausführliche Würdigung erfährt dabei glücklicherweise auch das Engagement Porsches im Automobilsport - eine Tradition, die ihre Wurzeln auch in zahlreichen Konstruktionen Ferdinand Porsches zur Zeit der Silberpfeile bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs findet. Neben der Entwicklung des Stuttgarter Sportwagenbetriebs gehen die Autoren auch immer auf die zeitlich parallelen Entwicklungen bei VW ein und verdeutlichen die von jeher engen Verknüpfungen sowohl auf technischem als auch wirtschaftlichem Gebiet.

Die Ikone 911 mit ihren faszinierenden Alleinstellungsmerkmalen, die Probleme mit der Vermarktung der Transaxle-Modelle, die Machtkämpfe der Familien Porsche und Piech, das begeisternde Wagnis Porsche 917, die erst mit der Inthronisierung Wendelin Wiedekings endende Dauerkrise nach dem Einbruch des Dollarkurses stellen die nächsten spannenden Stationen dieser Porsche-Chronik dar. Die Rolle von Peter W.Schutz wird zutreffend gewürdigt - einerseits Retter des 911 nach dem nicht den Pulsschlag der Porsche-Kunden spürenden Techniker Ernst Fuhrmann, andererseits das Risiko der totalen Abhängigkeit vom US-Markt verkennend. Wenn das Buch eine kleine Lücke aufweist, dann in diesem Zeitraum, weil es die motorsportliche Triebkraft von Schutz außer Betracht lässt. Schließlich war es Schutz, der Porsche für das herrliche Projekt 956/962 die notwendigen Freiräume verschaffte.

Damit sind wir schon in der Porsche-Neuzeit. Das Unternehmen stand am Abgrund - mit Wiedeking kam der Retter. Es wirkte fast wie ein Wunder, auf welche Art der Westfale Porsche wieder zu neuem Glanz verhalf. Er machte mit eiserner Hand, hartem Sparkurs und enormer Steigerung der Effizienz Porsche zum profitabelsten Autohersteller der Welt - mit einem beeindruckenden Produkt-Portfolio vom Boxster bis zum Panamera und natürlich immer mit dem unsterblichen 911. Gleichzeitig vollzog Ferdinand Piech seinen weiteren Aufstieg. Der Ingenieur, Manager und Unternehmer, ohne dessen Genialität es einen 911 oder einen 917 so nicht gegeben hätte, führte Audi auf Augenhöhe zu den anderen Premiummarken und wurde schließlich an der Spitze des VW-Konzerns zum mächtigsten und wichtigsten Automann Europas.

Höhe- und Endpunkt des Buchs ist eine spannende Beschreibung und Analyse des "Wirtschaftskrimis", der schließlich zur Eingliederung Porsches als eigenständige Marke in den VW-Konzern führte. Erkennbar war dies auch der Auslöser für die Autoren, sich so eingehend mit der Porsche-Geschichte auseinander zu setzen.

Der Text wird durch ein knappes Quellenverzeichnis ergänzt, das deutlich macht, mit welcher Tiefe und Sorgfalt recherchiert wurde. Die Autoren zitieren zahlreiche Insider, die für Porsche oder VW tätig waren, Automobilhistoriker und auch Sammler und Fans. Die Stärke des Buchs liegt nicht nur in der objektiven Dokumentation, die sicherlich im Vordergrund steht, sondern auch in der Vermittlung der Begeisterung für die Unternehmen und ihre Produkte. Da kommen die Gründer des immer einen Besuch lohnenden Hamburger Museums "Prototyp" zu Wort, da wird die Porsche-Leidenschaft von James Dean beschrieben und auf die attraktiven Veranstaltungen in Monterey und Pebble Beach eingegangen. Und rein vom Journalistischen ist beeindruckend, wie die Autoren an mehreren Stellen des Buchs zwischen der frühen Porsche-Historie und der Gegenwart einen Bogen spannen, ohne dass sich der chronologische rote Faden verliert.

Der Band ist mit rund 70 Schwarzweiß-Fotos zwar sparsam illustriert, aber diese Fotos schaffen es dennoch, den textlichen Inhalt punktuell und doch repräsentativ widerzuspiegeln.

Nach dem Betrachten der TV-Dokumentation "Die Porsche Saga" und der Lektüre des Buchs gleichen Titels kann man nur hoffen, dass der Wiedereinstieg Porsches in den großen Motorsport bei den 24 Stunden von Le Mans 2014 vielleicht von "Spiegel TV" begleitet wird.
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