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Kundenrezension

am 18. April 2009
Das Konzert für Klavier und Orchester mit Schlusschor von Ferruccio Busoni verdient besondere Beachtung. Im regulären Konzertbetrieb kann man nur nach in mehreren Jahrzehnten bestimmten Zeitabläufen mit einer Aufführung rechnen, wie mit würdiger und spannungsgeladener Meisterlichkeit kürzlich im Mannheimer Rosengarten im Rahmen der Akademiekonzerte (April 2009) dargeboten. Die Veranstaltung war auch wegen ihrer Örtlichkeit denkwürdig, hatte der Komponist doch selbst den Solopart bei einem Akademiekonzert Anfang Dezember 1912 im Mannheimer Rosengarten gespielt (wie bei der Berliner Uraufführung am 10. November 1904).

Gerade wegen der Seltenheit im Spielbetrieb sollte eine gute Tonkonserve in keiner Plattensammlung fehlen, handelt es sich doch nicht nur um das längste, sondern auch um das schwerste Klavierkonzert, das fraglos auch zu den schönsten und farbenreichsten seiner Gattung gezählt werden kann. Trotz der Spieldauer von rund 70 Minuten kommt bei diesem fünfsätzigen Werk nicht die geringste Langeweile auf.

Es ist schlimm, dass der geniale Ferruccio Busoni in die Vergessenheit abzudriften droht. Der heutige Musikbetrieb wird der Bedeutung des musikalischen Nachlasses Busonis in keiner Weise gerecht. Er war nicht nur einer der besten Pianisten seiner Zeit, sondern wurde auch als Pädagoge ebenso hoch geschätzt, wie als Komponist und einflussreicher sowie origineller musikalischer Denker. So entschied sich Kurt Weill für die Beendigung seines Studiums für Busoni, indem er diesen anderen Prominenten (wie Franz Schreker und Arnold Schönberg) vorzog Aber auch viele andere Künstler, die später berühmt wurden, zählten zu seinen Schülern, wie sogar Edgar Varése (Vater der elektronischen Musik).

Busoni wurde 1866 in der Toskana geboren. Seine Mutter war eine deutsche Pianistin, sein Vater ein namhafter italienischer Klarinettist. Schon als 10-jähriges musizierendes und komponierendes Wunderkind machte Busoni Wien auf sich aufmerksam, und er lernte Liszt, Brahms und Artur Rubinstein kennen. Schon im Alter von 15 Jahren wurde er Mitglied an der berühmten Accademia Filarmonica in Bologna, mit 20 Jahren Professor für Klavierspiel am Leipziger Konservatorium. Mit Jean Sibelius verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Gustav Mahler und Ferruccio Busoni kannten sich gut und hatten sich gegenseitig hoch geschätzt. Mahler hatte noch im Januar 1911 als Todkranker im Programm seines letzten Konzertes mit dem New York Philharmonic Orchestra Busonis "Berceuse élegiaque" op. 42 zur Uraufführung gebracht.

1894 ließ sich Busoni in Berlin nieder. Vorher wirkte er auch als gefragter Pädagoge in Wien, Moskau, Boston und New York. Er war ferner ein großartiger Schriftsteller wie auch als Maler und Zeichner begabt, eine Mehrfachbegabung, wie sie bei genialen Menschen häufig vorkommt. Er hatte in allen Gattungen komponiert, von der Kammermusik bis zur Oper, und verblüffte mit seiner Prophetie in seinen Schriften über zukünftige Entwicklungen in der Tonkunst. Er gab eine kommentierte Ausgabe der Klavierwerke Johann Sebastian Bachs heraus. Neben Bach waren aber auch Mozart und Liszt seine großen Vorbilder. In der "Fantasia contrapuntistica" (1910) überträgt Busoni Bachs unvollendete Vierfachfuge auf das Klavier, er bringt dabei das Werk auch zu einem Ende. In seinen letzten Lebensjahren schrieb Busoni lichtdurchflutete Musik, er starb im Juli 1924 (Grabstätte Berlin-Friedenau).

Als Gründe für die seltene Aufführung des Konzerts op. 39 kann angenommen werden, dass es für den Solisten wenig dankbar erscheint. Das Werk ist mehr sinfonischer als konzertanter Natur und fordert dem Pianisten gleichwohl riesige Arbeit ab. Dies gilt zwar mehr für den akkordischen Bereich, aber auch die virtuosen Anforderungen sind enorm. Solistische Kabinettstückchen, mit denen sich der Pianist mit gewisser Dominanz in Szene setzen kann, sind allerdings kaum auszumachen. Dazu kommt die Länge des Werkes, die in ihren Ausmaßen an Bruckner und Mahler gemahnen lässt. Gleichwohl ist die Musik in ihrer Ganzheit mitreißend. Dazu ist das Auftreten eines Männerchores am Schluss (im Hintergrund singend) ein zusätzlicher Umstand für den Konzertbetrieb, für den Hörer gleichwohl ein eindrucksvoller Aspekt.

Der Käufer dieser CD kann sich an einer guten Aufnahme des Werks erfreuen. Es handelt sich fraglos um eine liebevoll und ausgezeichnet einstudierte Aufnahme, die man bestens empfehlen kann. Den Repertoirewert kann man gar nicht hoch genug veranschlagen.
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