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Kundenrezension

am 9. April 2008
Ich habe "Jab We Met (2007)" (wörtlich "Als wir uns trafen") auf Hindi mit englischen Untertiteln gesehen und kann daher zu deutschen Synchronisation nichts sagen. Hier sehen wir endlich eine modern wirkende Bollywood-Komödie ohne den oftmals sehr platten indischen Humor, die im Gegensatz zu "Salaam Namaste" sogar in Indien selbst spielt, und dabei auch Aufnahmen sowohl von realen Straßenszenen mit Bettlern als auch von typischen Landschaften Nordindiens integriert.

Dieser Film hat sehr gute Produktionswerte: Regisseur und Story (Imtiaz Ali), Kamera, Editor, Soundtrack (6 Dance-Songs, die ich mir gerne auch solo anhöre), Choreografien, Schauspieler inklusive Nebendarsteller - alles überzeugt (einzige Ausnahme der steife Tarun Arora, Darsteller von Anshuman, den Geet heimlich heiraten möchte). Kareena Kapoor als vor Lebensfreude überschäumende Quasselstrippe Geet Dhillon gibt, laut indischen Zeitgenossen, ein recht überzeugendes Sikh-Mädchen, die für indische Verhältnisse recht emanzipiert sind. Shahid Kapur, der oft wie eine blasse aber vor allem jüngere Kopie von Shah Rukh Khan (SRK) wirkt, hat sicherlich noch ausbaufähige Schauspielfähigkeiten, ist aber in den Dance-Songs "Nagara Nagara" (moderner Bhangra) und "Mauja Hi Mauja" (flotte Disco-Nummer) als ausgebildeter Tänzer mindestens so überzeugend wie SRK. Dieser Film besticht auch durch das überzeugende Zusammenspiel von Kareena Kapoor und Shahid Kapur.

Während "Om Shanti Om" auf mich so schwer verdaulich wirkt wie eine Buttercreme-Torte (und mich vor allem durch die Veräppelung der Bollywood-Traumfabrik belustigt), denke ich, dass man von "Jab We Met" guten Herzens behaupten kann, dass dieser Film für Leute, die nette Komödien wie "French Kiss" oder "Während Du schliefst" mögen, einen hohen Wiederholungsfaktor aufweist.

Die Story ist ein typisch indisches Bollywood-Märchen darüber, wie zwei reiche, junge, hübsche Menschen nach Überwindung von vielerlei Trennungen zueinander finden. Wer die Bollywood-Symbolik des Wassers kennt, wird das Ende spätestens nach dem Szene am Fluss voraussahnen, doch wird die Geschichte so nett erzählt, dass es mir einfach immer wieder Spass macht zuzusehen. Im Gegensatz zu Molodezhnaja finde ich auch nicht, dass die Geschichte im zweiten Teil abflacht, sondern sie nimmt einen Umweg von der von Kareena Kapoor beherrschten Komödie über längere Strecken von Melodrama (wo Shahid Kapur dann stärker in den Vordergrund tritt) bis das Happy-End im Dance-Song "Mauja Hi Mauja" kulminiert.

Zum Vergleich meiner Bewertung: mir persönlich gefielen "Om Shanti Om - Special Edition (2DVDs) (2007)" und "Chak De! India - Ein unschlagbares Team (2 DVDs) (2007)" trotz Superstar SRK nicht so gut wie "Jab We Met (2007)". Von den beiden Farah Khan Filmen gefiel mir "Main Hoon Na - Ich bin immer für dich da! (Einzel-DVD) (2004)" besser, da mir, im Gegensatz zu Molodezhnaja, "Om Shanti Om" trotz aller Selbstironie einfach zu grobschlächtig und melodramatisch ist (mir gefallen Bollywood-Filme aus den Jahren vor ca. 1995 einfach nicht genug, um Vergnügen an der Zelebrierung ihrer Aura zu empfinden). Der Sportfilm "Chak De India" dagegen ist mir zu märchenhaft und patriotisch, einfach zu unglaubhaft in seinem geradlinigen Siegeszug der indischen Hockey-Frauen aus der Ausgangsposition als kompletter Underdog zum Überflieger, hier fehlen einfach ein paar Spritzer Selbstironie und real wirkende Rückschläge.

Nachtrag zu Shahid Kapur (Juni 2008):
mit jedem Ansehen von "Jab We Met" gefiel mir Shahid Kapurs Arbeit besser. Daher bin ich auf die Suche nach weiteren Spielfilmen mit ihm gegangen. Und siehe da, ein Schauspieler, der mir beim ersten Mal wie eine blasse Kopie von SRK vorkam, entpuppte sich als begnadeter Komödiant. Diese Fähigkeiten kommen jedoch in "Jab We Met" kaum zum Einsatz, da er hier einen verzweifelten Industriellen spielt, dem die Lebensfreude langsam wieder zugänglich gemacht werden muss.

Im Vergleich zum charismatischen SRK hat der charmante 15 Jahre jüngere Shahid noch deutlich Probleme mit der Darstellung von Verzweiflung mit Todessehnsucht (man vergleiche SRK in "Asoka [UK IMPORT] (2001)" mit Shahid in "Fida" und "Jab We Met") sowie Liebeswahnsinn (man vergleiche SRK in "Darr" und "Dil Se - Von ganzem Herzen (OmU)" mit Shahid in "Fida"), dennoch ist Shahid, trotz der ebenfalls beteiligten Kareena Kapoor, der einzige Grund, warum ich mir den Thriller "Fida - Two Love Stories" öfters ansehe (wobei ich selbst die sehr schlechte Ton-Qualität der Hindi-Spur auf der deutschen DVD ertrage, um Shahids Stimme hören zu können).

In Komödien mit Slapstick-Einlagen dagegen läuft Shahid im Teamwork mit anderen guten Komödianten zur Hochform auf. Die beiden Hindi-Komödien "36 China Town [UK IMPORT] (2006)" und "Chup Chup Ke [UK IMPORT] (2006)" sind neben "Barfuß im Park (1967)" die einzigen Komödien, die mir vor Lachen die Tränen in die Augen treiben. Ich finde ihn darin vergleichbar gut mit Cary Grant in "Arsen und Spitzenhäubchen (1944)", nur dass Shahid Kapur zusätzlich den naiven Charme des jungen Charlie Chaplin aufweist, ansatzweise auch dessen Slapstick-Fähigkeiten. Im Vergleich zu SRK ist nämlich Shahids Körperkontrolle weitaus besser, was vermutlich auf seiner Ausbildung zum Tänzer beruht. Für mich ist Shahid Kapur eindeutig der Nachfolger SRKs, der in den nächsten zehn Jahren die erfolgreichsten Loverboy-Rollen spielen könnte.
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4,6 von 5 Sternen
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