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Kundenrezension

Rezension aus Deutschland vom 15. Dezember 2009
Angesichts der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise fragt Kenawi nach den Ursachen. Eine sieht sie in unsinniger Geldhortung. Diese Diagnose wird brandaktuell, sobald man sie bezieht auf die immensen Spekulationsgelder, die zwischen den globalen Finanzmärkten herumjagen, immer gefährlichere Blasen bilden und längst jeder vertäglichen Größenrelation zur Realwirtschaft spotten (daher "Falschgeld"). Wie aber entstehen diese aberwitzigen Summen? Kenawi erkennt die Ursache in verfehlten Regeln der Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken.

Der Fehler liegt für sie u.a. darin, dass die Banken Investitionskredite zu wesentlich günstigerem Zinssatz ausreichen als Kontokorrentkredite, obwohl gerade die letzteren dazu geeignet sind, das für die Zirkulation nötige Gleichgewicht zwischen umlaufender Geldmenge und vorhandenem Warenbestand zu sichern. Der Zwang zu immer neuen Investitionskrediten dagegen (damit trotz des ständigen Mittelabflusses in die Spekulation doch noch halbwegs genügend Geld wieder in den realwirtschaftlichen Umlauf gelangt) lässt immer mehr unsinnige und ökologisch schädliche Projekte entstehen, während die sich gigantisch verschuldenden Staaten ihre Kernaufgaben nicht mehr bewältigen, und die soziale Spaltung innerhalb und zwischen den Gesellschaften immer brisanter wird. Ein totaler Zusammenbruch des gegenwärtigen Systems ist für Kenawi nur noch eine Frage einer (kurzen) Zeitspanne.

In ihrem eigenen visionären Entwurf gibt es keine Aktien und Finanzmärkte mehr. Geldschöpfung erfolgt ausschließlich bei Erzeugung und Zirkulation der Waren über revolvierende Kontokorrentkredite, jedoch weiterhin durch die Geschäftsbanken. Um dauerhafte wirtschaftliche Dynamik bei Geldwertstabilität zu gewährleisten, muss der Chancenvorsprung von Unternehmen mit Eigenkapitalpolster gegenüber kreditfinanzierten Newcomern beendet werden, weshalb Kapitalrendite ebenso wie Bodenrendite fortan entfallen: Schluss also mit der "wundersamen Selbstvermehrung" des Geldes! Stattdessen pendeln künftig Kreditzinsen wie Sparzinsen um Null und können, je nach Geldumlauf, sogar zeitweilig negativ werden. Der Staat wird entschuldet durch "Bilanzverkürzung" zu Lasten unseriöser und unsinniger Geldvermögen, der Umfang von Sichtguthaben wie auch von Sparguthaben wird mit Hilfe eines variablen Systems begrenzt, indem oberhalb dieser Grenze bei Sparguthaben eine progressive Geldhaltegebühr zugreift. Damit sowie durch Überführung des bisherigen Privateigentums an Grund und Boden in nur mehr Nutzungsbesitz kommt eine Gesellschaft in den Blick, in der die Ideale der Französischen Revolution erstmals praktikabel werden. Ideen für die notwendigen Steuerungsinstanzen liefert die Autorin mit.

Das Ganze erscheint in sich schlüssig, freilich weit von der heutigen Praxis und Mentalität entfernt. Dennoch: Bei anschwellender globaler Krise könnte Kenawis Therapievorschlag nicht nur den Kapitalismus zu überwinden helfen, sondern durch die Reform des Geldes zum verlässlichen globalen Tauschmittel zugleich zu friedlicheren Beziehungen der Menschen zur Natur und unter einander führen.
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