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Kundenrezension

Durch Brian Jones' Tod zwei Tage zuvor wurde dieses schon länger geplante Gratiskonzert der Rolling Stones im Hyde Park in London am 5.7.1969, einen guten Monat vor Woodstock, zu dessen Gedenkfeier und gleichzeitig zu Mick Taylors Einstand vor rund einer halben Million Menschen. P.A.s und Monitorsysteme befanden sich noch in ihrer Embryonalphase, aber dieser erste öffentliche Liveauftritt der Rolling Stones seit gut zwei Jahren zeigte unabhängig davon, wie eingerostet sie als Liveband noch waren: zwar spielen zwar alle dieselben Songs, aber nicht unbedingt gemeinsam; schade, dass sie nicht so gut waren wie beim Rock'n'Roll Circus im Dezember '68, und selbst da waren sie nicht richtig zufrieden mit ihrem Auftritt gewesen. (Aus dieser Erkenntnis heraus machten sie bei der anschließenden Amerika-Tournee im darauf folgenden Winter keine halben Sachen mehr und spielten einige ihrer besten Shows überhaupt, wie im Film "Gimme Shelter" dokumentiert.) Wer die Band an jenem Tag live sah, kam wohl schwerlich auf die Idee, dass sie zeitgleich im Studio an ihrem Jahrhundertalbum "Let it bleed" werkeln könnte, von dem sie mit Midnight Rambler und Love in vain zwei unveröffentlichte Songs präsentierte.

"The Stones in the Park" dokumentierte bereits 1969 53 Minuten lang dieses historische Konzertereignis, leider ohne jegliches Einbeziehen der Vorgruppen. Vom Konzert selber hört man die zweite Hälfte von Midnight Rambler und mehr oder weniger lange Auszüge aus Street Fighting Man, Satisfaction und I'm free; Jumpin' Jack Flash und die damals brandneue Single Honky Tonk Women kommen ungekürzt. Sympathy for the Devil ist mit 10 Minuten Laufzeit immer noch um fast die Hälfte gekürzt und hat dank seiner zahlreichen afrikanischen Gasttrommler schöne hypnotische Passagen, allerdings habe ich von Keith Richards selbst auf Bootlegs selten so viele Patzer gehört. "Unbekümmert" trifft es nicht ganz; passend zu seiner gerade beginnenden Heroinsucht präsentierte er seinen neuen, beeindruckenden Totenkopf-Look.

Nach Jaggers Elegie auf Brian Jones steigt die Band, möglicherweise auf Mick Taylors Anregung hin, mit Johnny Winters I'm yours and I'm hers ein (eine Quelle erwähnt den Song als einen von Brian Jones' Lieblingssongs); ich finde es bezeichnend, dass der Band, trotz längerer Interviewpassagen mit Mick Jagger, keinerlei Betroffenheit oder gar Trauer über Brian Jones' Tod anzumerken ist - einiges wird mit Hippiegequatsche übertüncht, der Rest wird einfach überrockt. Musikalischer Höhepunkt des Films ist Love in vain, das im Vergleich mit der Liveversion auf "Get yer Ya-Ya's out!" (und Bootlegs von dieser Tour) zeigt, wie einfallsreich Mick Taylor sein Solo variierte.

Leider enthält uns der Film die auf Bootleg erhältlichen Songs No Expectations, Mercy Mercy, Stray Cat Blues und Live-Raritäten wie Down Home Girl und eine frühe Version von Loving Cup vor, auf das man bis zum Erscheinen von "Exile on Main Street" warten musste. Dafür, dass Charlie (in "According to the Rolling Stones") diesen Auftritt als einen der wenigen in Erinnerung hat, bei denen er so richtig Spaß hatte, drischt er ungewohnt aggressiv auf sein Schlagzeug ein. Wie zu erwarten, zeigen die Konzertszenen überwiegend den Frontmann Jagger und leider nur kurze, schnelle Schnitte seiner Bandkollegen.

Neben den Konzertmitschnitten zeigt der Film Szenen im Park, Hippies, britische Hell's Angels (die als Bühnenordner ungleich friedlicher agieren als ein halbes Jahr später ihre kalifornischen Kollegen beim Altamont-Konzert), Jaggers damalige Noch-Freundin Marianne Faithful mit Sohn Nicholas und längere Interviewauszüge mit Mick Jagger, in denen dieser u.a. äußert, er habe die Beatles immer als bessere Komponisten und Studioband empfunden und die Stones eben als bessere Live-Band (selbst wenn das für diesen einen Gig nicht zutreffen mag). Im Abspann ist sogar für Sekunden Konzertbesucher Paul McCartney auszumachen.

Einer der berühmtesten Stones-Gigs war auch gleichzeitig einer ihrer schlechtesten (wenn man mal davon absieht, dass sie auf ihren Tourneen davor schon wegen der kreischenden Fans ziemlich wüst geklungen haben müssen); bei den damaligen Beschallungsanlagen wird man es nicht so genau genommen haben, und immerhin war das Konzert eine gigantische Werbeveranstaltung für die Stones zum Beginn ihrer neuen Blütezeit.
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