Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Sonderangebote Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos Learn More TDZ Matratzen Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedEcho AmazonMusicUnlimited longss17
Kundenrezension

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Typisch Týr? Fast!, 29. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Valkyrja (Audio CD)
Der Ausbruch aus dem Wikinger-Schema ist offenbar ad acta gelegt, wie man allein schon am Cover des 2013er Týr-Longplayers "Valkyrja" erkennen kann. Thematisch ist die Platte ein für die Truppe von den Färöer Inseln typisches Konzeptalbum geworden – entweder man mag diese teilweise doch recht klischeehaften Geschichten oder eben nicht. Ich persönlich finde die Story um den Krieger, der in die Schlacht zieht, um sich seinen Platz unter den Göttern zu sichern zwar nicht weltbewegend, aber definitiv glaubwürdiger umgesetzt als jedes aktuellere Manowar-Epos. Auch den Großteil der Party-Pagan-Fraktion spielen die Insulaner in punkto Authentizität locker an die Wand.

Wichtiger als solche Äußerlichkeiten ist aber so oder so die Musik. Und hier gibt es im Vergleich zu den letzten Alben nur kleinere Änderungen zu beobachten. Einen Unterschied macht natürlich der Neue an der Schießbude aus. Stamm-Drummer Kári Streymoy musste verletzungsbedingt endgültig die Segel streichen, somit bekommt man auf "Valkyrja" neben der bewährten Besetzung Heri Joensen (g/v), Gunnar H. Thomsen (b) und Terji Skibenæs (g) den Session-Schlagzeuger George Kollias (u.a. Nile) zu hören. Also einen der schnellsten Drummer überhaupt - ausgerechnet bei Týr? Tja, es funktioniert, denn Kollias bremst sich großteils ein, was aber immer noch für recht schnelle Songs (im Verhältnis zu älterem Týr-Material) sorgt. In Bezug auf die Song kann festgehalten werden: Nicht jeder Song auf dieser Platte zündet sofort. Das war bei Týr in jüngerer Zeit anders, ist aber keineswegs ein Negativpunkt. Bei mir hat die Platte mindestens fünf oder sechs Durchläufe gebraucht, bevor sie sich mir wirklich erschlossen hat. Das ist wohl den innerhalb der Songs wieder vermehrt eingesetzten Spielereien zu verdanken, die "Valkyrja" ein kleines Stück progressiver machen als die beiden unmittelbaren Vorgänger. Von der Komplexität eines "Land" ist das 2013er Album aber immer noch meilenweit entfernt.

Jetzt aber in medias res: Wenn "Valkyrja" ohne Intro oder ähnlichen Schnickschnack mit dem starken Opener "Blood Of Heroes" beginnt, hat man bis zum Gesangseinsatz das Gefühl, bei Amon Amarth gelandet zu sein. So harsches Riffing hat man von Týr bisher selten gehört. Wobei man bei diesem Song auch konstatieren könnte, dass sich die Insulaner beim Eröffnungsriff etwas zu sehr von "Twilight Of The Thunder God" haben "inspirieren" lassen. Aber sei's drum, dieser klassische Metal-Ansatz steht Týr hervorragend und macht gleich zu Beginn deutlich, dass man sich nicht auf den Lorbeeren der superben Vorgänger ("The Lay Of Thrym" bzw. "By The Light Of The Northern Star") ausruhen möchte. Mit seinem einfachen Refrain ("Set us free – Destiny", naja…) ist "Blood Of Heroes" übrigens der eingängigste Titel auf "Valkyrja", gefolgt von dem ebenfalls vorab bekannten "Another Fallen Brother", dessen Refrain man als Blaupause für einen typischen Týr-Song nehmen könnte. Ebenfalls üblich sind bei den Männern von den "Schafsinseln" in der offenbar wahrhaft zungenbrecherischen Landessprache vorgetragene Hymnen. Diesmal am Start: "Grindavísan" und "Fánar Burtur Brandaljó". Wer bisher nichts mit Songs anfangen konnte, deren Texte er nicht versteht, wird seine Meinung natürlich auch hier nicht ändern. Alle anderen hören in "Grindavísan" am Anfang, am Schluss und im Refrain schönen mehrstimmigen, fast schon sakral anmutenden Gesang und in der Strophe einen ungewohnt aggressiven Heri Joensen. Das ist definitiv hörenswert, auch weil man gerade bei diesem Song regelrecht spürt, wie sich Drummer George Kollias zurückhalten muss. "Fánar Burtur Brandaljó" kann mich hingegen nicht wirklich überzeugen und bleibt trotz lässigem Stakkato-Riffing nicht hängen. Wer verständliche Texte braucht, um glücklich zu sein, muss diese zwei Tracks überspringen.

Ansonsten gibt es auf "Valkyrija" noch drei gutklassige Songs zu hören: "Mare Of My Night" ist ein flotter Track, der trotz seines eher düsteren Themas für gute Laune sorgt. Wobei man den Text eigentlich auch eher augenzwinkernd verstehen kann. Ähnlich angelegt ist auch das unmittelbar darauf folgende "Hel Hath No Fury", dessen Refrain man sogar noch schwerer los wird. Und schließlich kann auch noch der (fast) ganz hinten platzierte Titeltrack überzeugen. Dieses Stück wurde eher episch angelegt, auch wenn die Spielzeit von 7:31 Minuten nicht so lang ist, wie man das von Týr schon gehört hat. Aber allein das "Vaaaalkyrjaaa-aaaa-aaah" im Refrain ist so pathetisch, dass man es nur lieben kann. Insgesamt ein getragenes, sehr ausgewogen arrangiertes Stück.

Interessant sind auch die zwei "Lady"-Tracks. "Lady Of The Slain" ist wohl einer der schnellsten Týr-Tracks überhaupt. Riffing und Drumming erinnern hier stark an (ganz alte) Metallica und passen nicht ganz zum in normaler Geschwindigkeit vorgetragenen Gesang – trotzdem ein cooler Track, wenn auch vollkommen ungewohnt für Týr. Beim anderen "Lady"-Stück kommt die Dame nicht im Titel vor, sondern singt mit Heri Joensen im Duett. Für die Ballade "The Lay Of Our Love" wurde mit Liv Kristine (Leave's Eyes) erstmals eine Gastsängerin engagiert – das ist zunächst ziemlich gewöhnungsbedürftig, fügt sich letztlich aber überraschend gut ins Gesamtkonzept ein. Joensen und Kristine singen hier tatsächlich miteinander und nicht gegeneinander, was dieses Stück vielen, ähnlichen Songs überlegen macht. Passt!

Ausfälle gibt es auf "Valkyrija" in meinen Ohren nicht wirklich. Allerdings haben sich mit "Nation", das hervorragend beginnt, dann aber zusehends verflacht und dem kurzen "Into The Sky" dennoch zwei Füller eingeschlichen – ganz in Ordnung, braucht aber eigentlich kein Mensch.

Achja, zwei Cover-Versionen sind auch diesmal wieder mit an Bord. "Where Eagles Dare" (Iron Maiden) wirkt in dieser Version fast wie ein extra für Týr geschriebener Song. Bei der Gitarrenarbeit merkt man sehr deutlich, dass die Eisernen Jungfrauen generell ein nicht zu unterschätzender Einfluss für die Nordmänner waren und sind. Rundum gelungen, würde ich sagen. Bei "Cemetery Gates" (Pantera) habe ich hingegen ein Problem mit der Stimme von Heri Joensen. Dessen glasklares, immer ein wenig zum "Johlen" neigendes Organ eignet sich für Songs von Týr und – wie beschrieben – offensichtlich auch Iron Maiden. Aber bei einem Pantera-Stück kann der blonde Frauenschwarm einen Phil Anselmo nicht ersetzen. Musikalisch geht das Stück in Ordnung, essentiell ist es jedoch keineswegs.

Fazit: Týr können mit "Valkyrija" ihr hohes Niveau annähernd halten, schaffen es aber dennoch nicht ganz, an die Qualität ihrer beiden vorhergehenden Scheiben anzuknüpfen. Vornehmlich liegt das am Fehlen eines wirklichen Hits, der das 2013er Album nochmal aufgewertet hätte. So reicht es diesmal "nur" für vier Sterne.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
  [Abbrechen]

Kommentare

Kommentare per E-Mail verfolgen

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.10.2013, 15:17:41 GMT+2
Endlich mal eine ausgewogene, sachliche Rezension...sehr gut..!!
Liest man hier leider viel zu selten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.02.2014, 15:19:46 GMT+1
Stefan T. meint:
Danke für die Blumen. Ich persönlich denke nicht, dass jede Rezension derartig lang sein muss. Ich verstehe auch jeden, der sich nicht unbedingt durch mein Geschreibsel "arbeiten" möchte. Was in letzter Zeit aber schon vermehrt zu beobachten ist: Bei aktuellen Metal-Releases (vermutlich auch in anderen Genres, aber dort lese ich in der Regel keine Rezensionen) häufen sich die Zwei-Zeilen-Rezensionen. Meist sind das 5-Sterne-Bewertungen, die gerade so viel Text beinhalten, wie Amazon einem Rezensenten aufzwingt. Das ist meines Erachtens absolut nicht hilfreich und riecht entweder nach gekauften Rezensionen und/oder Fanboys.

Wie gesagt - leider fällt das in letzter Zeit immer häufiger auf und konterkariert meines Erachtens die eigentlich gute Idee der Kundenrezensionen. Schade - aber so wird der Ruf der Plattform, der ohnehin schon angeschlagen ist, nicht verbessert.
‹ Zurück 1 Weiter ›

Details

Artikel

Rezensentin / Rezensent


Ort: Wien

Top-Rezensenten Rang: 7.630