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Kundenrezension

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solides tadelloses Power-Metal-Brett, 25. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Delivering the Black (Audio CD)
Tausendsassa Mat Sinner hat neben seinen vielen Nebenprojekten wieder mal für seine Haupt-Priorität Primal Fear ein Album produziert. Ich weiss nicht ob sich Mat Sinner und auch Alex Beyrodt sich nicht dabei übernehmen ständig für die verschiedensten Bands und Projekte tätig zu sein, gerade beim komponieren könnte man vermutlich noch hochkarätigere Songs konzipieren, würde man sich nur auf eine Band konzentrieren. Allerdings muss ich Mat Sinner meinen Respekt davor aussprechen, wie er es immer wieder schafft, aus eigentlich faden, balanglosen Songs, dann doch noch interessante Kompositionnen zu entwickeln und zu erarbeiten und das allerletzte aus diesen Songs harauszuquetschen, dass kann der Mann wirklich hervorragend.

Primal Fear lassen auf Delivering the Black, wie gewohnt, wuchtigen Powermetal vom feinsten vom Stapel, gepaart mit groovigen Hardrock-Riffs der beiden schneidenden Gitarren, etwas epischer Bombast und einer Standard-Ballade. Es wird wie üblich zu Beginn mit den beiden furiosen treibenden Up-Tempo-Speedstern "King for a Day"(4/5) und "Rebel Faction"(3/5) ordentlich drauf los geknüppelt, bevor es mit der äusserst eingängigen atmosphärischen Single "When Death comes Knocking"(4/5) mit ihrem getragenen schleppenden schweren Rhymthmus gewollt doomartig-düster zum ersten echten Höhepunkt kommt - der Song ist aber auch nicht der erhoffte Mega-Hammer, sondern eher ein netter anders klingender Farbtupfer, erinnert mich musikalisch ein wenig an Deep Purple zu Perfect Strangers-Zeiten, er ist im Mittelteil übrigens mit einem orientalisch anmutenden Part ausgestattet. "Alive & on Fire"(3/5) ist dann eher ein kompromissloser harter Hardrock-Stampfer als Powermetal. Der Titeltrack "Delivering the Black"(4/5) schlägt in eine ähnliche Kerbe, ist aber irgendwie prägnanter und intensiver, und bleibt noch besser im Ohr kleben, der Refrain ist allerdings nur Durchschnitt - vielleicht insgesamt als Albumtitelgebender Track ein wenig zu gewöhnlich ausgefallen. Der durchschnittliche Doublebass-getriebene Powermetal-Song "Road to Asylum"(3/5) erinnert dann recht angenehm an die ersten Primal Fear-Scheiben - man hat allerdings wieder das Gefühl das Lied schon desöfteren früher schon mal in einer besseren Variante gehört zu haben. Dann kommt quasi der anspruchvollste Song, nähmlich das abwechslungsreiche vielschichtige epische 9-minütige kleine Meisterwerk "One Night in December"(5/5) mit seinen abwechselnd harten und weichen Passagen und einem wunderschön dargebrachten getragenen Refrain. Was mich ein wenig neben dem albernen Glockengeläut stört, sind die vielen symfonischen computeranimierten Keyboard-Orchester-Passagen, die auch bei den anderen Songs("When death comes knocking") hie und da, dort hauptsächlich als Unterstützung des Refrains durchschimmern, aber in "One Night in December" hat man es damit echt übertrieben und den Song damit förmlich zugekleistert. Es hört sich halt ehrlicher und auch rauer und bodenständiger an, wenn man möglichst auf Keyboards verzichtet oder diese tatsächlich nur als Teppich im Hintergrund einsetzt, besonders wenn man offiziell gar keinen Keyboarder in der Band mit bei hat. Das hart rockende fulminante agressive "Never pray for Justice"(4/5) hat dann zumindest das Zeug zur Live-Hymne mit seinem geshouteten Refrain. Die seichte Standard-Power-Ballade "Born with a broken Heart"(3/5) könnte ich mir auch sehr gut auf einem Sinner-Album vorstellen - kein schlechter Song, aber irgendwie will das Gefühl nicht richtig überspringen - irgendwie hat man den Eindruck den Song schon 1000 mal gehört zu haben, nur besser. Der Raussschmeisser der Standard-Version ist das etwas gewöhnlich anmutende, harte, schnelle Power-Metal-Brett "Inseminoid"(3/5), guter Abschluss eines recht kurzweiligen abwechslungsreichen Power-Metal-Albums, bei dem sich Primal Fear wieder mehr, als zuletzt, auf Ihre typischen althergebrachten Trademarks konzentrieren. Innovation ist sicherlich keine vorzufinden, wäre hier aber auch fehl am Platze, die Fans sind froh wenn Sie das bekommen, was Sie erwarten, und damit wird man beim Album Delivering the Black bestens bedient. Wenn man sieht was andere traditionelle Heavy Metal-Bands(Iron Maiden, Judas Priest, und auch die zur gleichen Zeit aufgekommenen Konkurrenten Hammerfall schwächelten zuletzt doch arg) heute so abliefern, dann kann man sich glücklich schätzen dass es eine Band wie Primal Fear gibt, die qualitativ doch relativ hochklassig daherkommen. Es ist vielleicht nicht alles Gold, was glänzt, aber im Grossen und Ganzen kann man das Album als sehr gelungen ansehen. Die ganzen Songs sind alle auf sehr anständigem Niveau und Füller sind weit und breit keine zu finden. Delivering the Black ist von seiner Machart her das perfekte Vorzeige-Power-Metal-Album, leider fehlen, bis auf das Epos "One Day in December", echte Höhepunkte(auch wenn ich die Single "When Death comes knocking" so tituliert habe) oder Gassenhauer, obwohl jederzeit auf höchstem Niveau musiziert wird.

Das Album ist hervorragend und ungeheuer professionell breit produziert, mit fetten sägenden Gitarren und einem Sänger Ralf Scheepers, der zunehmend tiefer und rauer agiert als früher, was für die Mainstream-Masse vermutlich angenehmer und geschmeidiger anzuhören ist als dieses ultra-hohe Eunuchen-Geträllere, das aber natürlich Ralf Scheepers Markenzeichen ist und man immer noch zur genüge zu hören bekommt, er bietet eine grössere Bandbreite seiner Stimme an, was das ganze abwechslungsreicher uns interessanter gestaltet. Musikalisch, ob tadellose melodiöse Gitarren-Solos oder treibendes perfektes Schlagzeugspiel, ist hier alles auf höchstem technischen Niveau angesiedelt.

Ich fand zuletzt "Unbreakable" allerdings eine Nummer "Grösser", mit noch besseren einprägsameren schmissigeren grandioseren Melodien ausgestattet. Aber letztlich alles Ansichtssache. Starke 4 Sterne. Ich habe mir auch lange eine Wertung überlegt, und war eigentlich fest von 5 Sternen überzeugt, aber als ich mir dann meine eigenen Song-Einzel-Wertungen angschaut habe, konnte ich, trotz nahezu perfekten Album-Allgemein-Eindrucks, es nicht verantworten die Höchstnote zu ziehen.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 25.05.2016, 20:16:08 GMT+2
Tim T. meint:
Hm, also ich finde die DtB doch ganz gut, besser als Unbreakable. War vom ersten Reinhören bei YouTube auch nicht angetan und hatte mir das Ding fast nicht mehr gekauft. Noch besser finde ich die Rulebreaker, fast vollgepackt mit Hits ! Ich frage mich warum Primal Fear mit den letzten beiden Alben 16.6 und Unbreakable so geschwächelt haben ?? sie könnens doch
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