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Kundenrezension

29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Düsteres Meisterwerk, 18. September 2006
Rezension bezieht sich auf: The Velvet Underground and Nico (Audio CD)
Irgendwann im März 1967: Es erscheint das erste Album der "Velvet Underground".

Irgendwann später: R.E.M. spielen "Pale Blue Eyes", Sisters Of Mercy "Sister Ray", Mott The Hoople "Sweet Jane", David Bowie "White Light/ White Heat", undsoweiterundsofort.

Dies sind nur die bekanntesten Beispiele, wie stark neuere Gruppen oder Künstler von den Velvet Underground beeinflusst wurden, auch wenn ich hier kein einziges Stück dieses ersten Albums genannt habe. Bowie, die frühen Roxy Music, The Cure, Ultravox! (noch mit "!" und John Foxx), keiner von ihnen kam an Velvet Underground vorbei. Es gibt von ihnen nach den Beatles und den Rolling Stones wahrscheinlich die meisten Coverversionen von Songs einer Gruppe und das, obwohl sie im Gegensatz zu den Beatles oder den Stones keinen einzigen Hit hatten und auch erst sehr viel später von anderen Gruppen "entdeckt" wurden.

Lou Reed, John Cale, Maureen Tucker und Sterling Morrison waren die Velvet Underground, die sich im Rahmen der Gruppenentstehung solch illustre Namen wie The Primitives oder The Falling Spikes (wenn auch meist nur mit Lou Reed) gegeben haben. Die ganze Gruppengeschichte hier zu erwähnen, ist schlicht zu umfangreich, und kann deshalb nur grob wiedergegeben werden.

Also, 1965 waren Velvet Underground eine reine Insidergruppe, die sich wohl in meist nur kontrollierten und chaotischen Lärm ergoss. Dann sah sie Andy Warhol und produzierte sie, was immer das in diesem Fall auch heißen mag und brachte Velvet Underground mit Nico zusammen. Nico war gebürtige Kölnerin mit dem Geburtsnamen "Christa Päffgen". Nico wurde von den Velvet Underground überhaupt nicht akzeptiert, so will es ein Teil der Überlieferung, vor allem von Lou Reed nicht.

Anyway, Nico singt bei "I'll Be Your Mirror", "All Tommorrows Parties" (angeblich Andy Warhols Lieblingsstück) und "Femme Fatale". Mit oder ohne Nico, diese Platte ist, wie es so schön heißt, (jetzt müsste ich beim DSF für die Sonntagsmorgenfußballtalkshow – was für ein Wort! – drei Euro blechen) eine LP wie ein Faustschlag!

Die Platte beginnt trügerisch mit dem einschmeichelnden "Sunday Morning", trügerisch deshalb, weil der Text des hübschen Popsongs der Melodie in keiner Weise entspricht, weil sehr depressiv. Ob Lou da einer verflossenen Liebe nachweint oder allgemein schlecht drauf ist, ist nicht so genau auszumachen. Danach folgt mit "Waiting For The Man" der erste Hammer. Bis dahin hatte sich keiner getraut, so offen über Drogendealer zu singen. "Femme Fatale" gehört auch nicht gerade in die Kategorie der positiven Songs (oder sind Textzeilen wie „She's Build You Up Just To Put You Down" etwa positiv?), auch wenn der Song an sich schön ist.

"Venus In Furs" bricht ein weiteres Tabu. Hier wird die Liebe/Abhängigkeit? zu einer Domina deutlich gemacht. Die Musik ist hypnotisch/quälend. Und plötzlich wieder ein Popsong: "Run Run Run".

"All Tomorrow’s Parties" beschreibt eigentlich recht satirisch die Probleme einer Frau, die nicht so recht weiß, was sie anziehen soll, um auf gewissen Parties "in" zu sein. Die Musik zwischen den Versen ist kakophonisch. Wohlweislich wurde das damals auf der Single zusammengekürzt. Ein Erfolg wurde es trotzdem nicht.

"There She Goes Again", "I'll Be Your Mirror" und "The Black Angels Death Song" bringen im Rahmen der Platte nichts mehr, was man noch extra erwähnen muss, obwohl sie für sich gesehen bärenstark sind und bei anderen Platten herausragen würden wegen des "Andersseins", aber hier nicht näher besprochen werden müssen.

Mit "European Son" endet die Platte. Ein geradliniger Rocker eigentlich. Aber dann zerspringt nach dem ersten Drittel ein Glas und danach ist nichts, wie es mal war. Eine Geräuschorgie. Rumms! Damit endet die Welt!!!

Kenner von Velvet Underground haben sofort festgestellt, dass in dieser Besprechung ein Lied gefehlt hat, nämlich "Heroin". Ich habe das bewusst gemacht, weil es er Überhammer ist, der Song, der die Velvet Underground unsterblich macht. "Heroin" ist perfekt. Mit Sicherheit nicht Hitparadentauglich singt Lou Reed über sieben Minuten lang, dass Heroin sein Leben, seine Frau und schließlich sein Tod sein wird. Kann man sich ein Song vorstellen, der deprimierender ist? Und kann man sich vorstellen, dass die Velvet Underground mir dieser Platte je auch nur annähernd einen Hit hatten?

Wohl kaum.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.10.2013 07:23:26 GMT+02:00
Dog Fancier meint:
Schöne Rezension!
Wobei ich die Platte nicht (nur) deprimierend finde.
Ich habe keine derartigen Neigungen, erinnere mich aber gerne an die Zeit, als wir bei "Venus in Furs" mitsangen - Lieblingsstelle: Taste the whip, now plead for me

Manchmal darf man auch mal einfach was toll finden, was im realen Leben reizlos ist. Ich lese ja auch Krimis ;-)

Bei "Heroin" hört man schon raus, das Lou Reed weiß wovon er singt. Sowohl die Musik (immer schneller, stärker, dann plötzlich ist Ruhe), als auch der Text zeigt, dass er wohl öfter auf "seinen Mann gewartet hat".
Letztlich haben alle die Kurve gekriegt, sogar Nico war die letzten Jahre clean. Ich glaube, in Up-Tight. Die Velvet Underground Story stand, dass Nico "I'll Be Your Mirror" mit tiefer Stimme sang. Wieder und wieder starteten sie neu, Nico weinte. Der Vorschlag war, noch ein Versuch...und das war's dann - perfekt.
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