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Kundenrezension

am 28. Januar 2013
Mit seinem Buch "Die Logik der Nicht-Logik" versucht der Autor das Phänomen Religion aus einer wissenschaftlich-biologischen Perspektive zu betrachten, zu definieren und zu erklären. Dabei lässt der Titel schon erahnen, wohin der Hase letztlich laufen wird. Und am Titelbild wird deutlich, dass vor allem die Katholische Kirche im "Zentrum" (des letztlich verzweifelten, aber erfolglosen Angriffs) steht. Das Mikroskop mitten auf dem Petersplatz soll offensichtlich zeigen, dass hier ein Biologe einmal ganz genau prüft, was es denn mit der Religion - "nun wirklich" - auf sich hat. Mit diesem Mikroskop soll freilich auch suggeriert werden, dass die Frage nach Gott aus einer (rein) biologischen Perspektive ausreichend beantwortet werden kann. Und bereits hier stellt sich die Frage, wer die Adressaten dieses Buches sein sollen.

Seriöse Wissenschaftler scheiden als Zielgruppe aus, denn sie wissen, dass es in der Naturwissenschaft keine einzige Methode gibt und geben kann, mit welcher die Frage nach Gott auch nur im Ansatz beantwortet werden könnte; von daher ist die Wissenschaft hier nicht zuständig. Es wäre in etwa so, als wolle ein Maler die Funktionsweise eines Benzinmotors aus der Perspektive der Kunst erklären. Ein Maler könnte vielleicht sagen, ob die Bauweise des Motors den Kriterien der Kunst, wie etwa ausgewogenen Proportionen, harmonischer Linienführung etc. entspricht; über die Funktionsweise kann er jedoch immer nur als Laie sprechen. So bleibt auch ein Naturwissenschaftler immer nur Laie in theologischen Fragen.

Harald Lesch, der bekannte Astrophysiker sagt "wenn man versucht, aus den Naturwissenschaften auf die Eigenschaften von Gott zu schließen, dann kann das eigentlich immer nur schief gehen." Und zum Argument "Naturwissenschaft und Glaube schließen sich aus" sagt er "Freund, du hast keine Ahnung von Naturwissenschaft." Dies sei eine Methode, die sehr gut funktioniere, aber sie liefere in erster Linie ein Naturbild, aber kein Weltbild. Leuten, die meinen, dass der Glaube an Gott "Quatsch sei" entgegnet er "macht ihr mal, da bin ich ganz entspannt."

Andreas Kilian, der Autor des Buches, ist dagegen alles andere als entspannt. Im Laufe der Lektüre wird immer klarer, dass die wahre Triebfeder hinter seiner Analyse nicht wissenschaftliche Neugier und Redlichkeit, sondern Ablehnung und Abneigung gegen alles Religiöse ist. Und aus dieser Abneigung heraus ist es schwierig, durchgehend rational und wissenschaftlich zu bleiben. Auf diese Weise geht auch jegliche wissenschaftliche Bescheidenheit verloren - der Naturwissenschaftler müsste sich von sich aus als unzuständig erklären - und dadurch entbehrt der Beitrag auch jeglicher Objektivität.

Der Autor unternimmt weiters einen Versuch, eine "biologische Definition" von Religion zu erarbeiten:

"Religion ist die durch ego-zentrierte, neuronale Module hervorgerufene Erschaffung, individuelle Bereitstellung und tradierte Aufrechterhaltung einer nicht-logischen und nicht-überprüfbaren Argumentationsebene, um seine individuellen Egoismen mit und gegen seine Gruppenmitglieder rechtfertigen, durchsetzen und befriedigen zu können" (S. 176). Und unmittelbar danach: "Als direkte proximate Ursache kann die subjektiv empfundene situative Notwendigkeit zur irrationalen Rechtfertigung und zur unredlichen Argumentation angeführt werden." Die Erklärung, wieso eine "irrationale Rechtfertigung" aus individueller Sicht notwendig sein soll, bleibt offen. Müsste nicht jeder nach rationalen Rechtfertigungen streben oder diese ansonsten unterlassen? Für einen gläubigen Menschen ist dieser Aspekt jedoch absolut uninteressant. Für ihn ist der Glaube rational und er verspürt keinen Grund oder gar die Notwendigkeit, für ihn gültige Tatsachen zu rechtfertigen.

Gott wird in der Argumentation des Autors vollständig eliminiert, Religion wäre - allgemein - ein "angstminimierendes Konzept aus Betrug und Selbstbetrug, um seine Egoismen besser ausleben zu können" (S. 206). Der Priester sei ein "Dienstleister, der davon lebt, dass er behauptet oder andere in dem Glauben belässt, dass er selbstdefinierten Göttern oder Mächten näher steht als seine Kunden" (S. 205). Dadurch wird deutlich, dass der Autor sich nicht einmal mit christlichem Glauben auseinandergesetzt haben kann, was selbst aus (natur-)wissenschaftlicher Sicht notwendig gewesen wäre, denn es müsste in jedem Fall eine vollständige Prüfung aller Perspektiven und alternativer Argumentationsstränge erfolgen und nicht nur eine einzelne, nicht hinreichend belegte und damit unhaltbare Ansicht expliziert werden.

Werfen wir dagegen nun einen Blick auf die katholische Definition von Religion: Der katholische Jugend-Katechismus definiert wie folgt: Unter Religion kann allgemein eine Beziehung zum Göttlichen verstanden werden. Religion ist - in Anlehnung an Augustinus - das Verlangen nach Gott.

Und dieses Verlangen nach Gott und die Beziehung mit ihm ist - einzig und allein - der Schlüssel zum Verständnis dieser spannenden Thematik. Sie kann wissenschaftlich so wenig beschrieben werden wie etwa die Liebe zwischen Mann und Frau. Der Glaube an Gott kann definiert werden als eine persönliche Beziehung zu einem personalen Gott, der uns liebt. Gottes Sohn ist auf die Erde gekommen vor nicht allzu langer Zeit und nur ein "paar" Kilometer von uns entfernt. Jesus Christus und all die damaligen (Augen-)Zeugen sind für Christen so glaubhaft, dass sie keinen wissenschaftlichen Beweis benötigen. Viele Ur-Christen mussten diese, ihre tiefste Überzeugung, sogar mit dem Leben bezahlen. Ein Gläubiger, der in dieser persönlichen Beziehung mit Gott lebt, hat beständige, ewige Gewissheit ... freilich auf eine ganz besondere Art, die man durchaus auch als ein "Geschenk" betrachten kann und nicht im Sinne einer menschlich-wissenschaftlichen Erkenntnis, die möglicherweise als Paradigma eine Zeit lang Bestand hat, dann aber verworfen werden muss.

Glauben und Wissen(schaft) sind also, wie oben bereits erwähnt, zwei verschiedene Dimensionen, die sich aber ergänzen und erst gemeinsam einen weiten Blick ermöglichen. Der Gläubige schätzt und respektiert die Wissenschaften und ihre großen Verdienste sehr, GLEICHZEITIG aber schätzt er auch seinen Glauben. Viele Top-Wissenschaftler betonen diese faszinierende, schöne und leuchtende Komplementarität von Glauben und Wissenschaft.

So etwa auch Max Planck (1858-1947), deutscher Physiker, Begründer der Quantentheorie und Nobelpreisträger der Physik, indem er bemerkt: "Die Naturwissenschaften braucht der Mensch zum Erkennen, den Glauben zum Handeln. Religion und Naturwissenschaft schließen sich nicht aus, wie heutzutage manche glauben und fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller Überlegungen."

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Buch wohl in erster Linie für wissenschaftliche Laien geschrieben zu sein scheint, die die wahre Motivation erst spät und die pseudo-wissenschaftlichen Argumentationen nicht bemerken, sich deshalb davon beeindruckt zeigen und deren Glauben dadurch madig gemacht werden könnte. Gefährlich ist auch die implizite "Werbung" für Sekten, denen man sich ruhig unvoreingenommen nähern könne. "Mitglieder von so genannten Sekten sind meistens erwachsene Menschen, die sich informiert und bewusst für eine Glaubensrichtung entschieden haben" (S. 197). Das Buch endet mit dem Appell, man möge "der unredlichen Argumentation und dem blinden Glauben ein Ende .. setzen". Das "Thema Religion sowie eine wissenschaftliche Definition, um was es sich dabei überhaupt handelt, gehören in den Biologie- und/oder Psychologieunterricht" (S. 202). Nun gut, dann kann ich ja mein Auto in Zukunft auch von einem Tierarzt untersuchen und reparieren lassen ;-).

Wenn man, wie der Autor (und übrigens alle Gläubigen auch) davon überzeugt ist, aus naturwissenschaftlicher Perspektive nichts über Gott sagen zu können, gilt dies ebenso für die Religionen, die ausschließlich Gott zum Gegenstand haben. Und genau aus diesem Grund des "naturwissenschaftlichen Nichts-Sagen-Könnens" bleibt dem Autor nur mehr die Möglichkeit, Religion passend "biologisch" umzuformulieren um sie (endlich?) ad absurdum führen zu können. Dass dieser nun biologisch-verunstaltete Religionsbegriff keinen Sinn mehr macht, versteht sich wohl von selbst. Damit dürfte die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens auf der Hand liegen.
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