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Kundenrezension

am 12. September 2003
Das Debutalbum von Santana (1969) darf in keiner Liste der 100 besten oder wichtigsten Rockalben fehlen. Es führte afrokubanische Percussionelemente und Instrumente wie Congas, Bongos, Timbales sowie allerlei Schepper- und Rasselgeräte mit einer Urgewalt in die Rockmusik ein, die im Woodstock-Jahr für Furore sorgte. Ohne den Auftritt dort wäre Santana vielleicht eine Lokalcombo der San Francisco Bay Area geblieben - wer weiß. Aber Woodstock hat stattgefunden. Das fulminante, durch den Film zur Legende gewordene "Soul Sacrifice", bei dem die Musiker alles gaben, hatte die Rockszene elektrisiert und das erste Album der Band überzeugte ebenso in seiner ungezügelten Wildheit.

Die Musik ist ein ungeschliffener Diamant, ein Rausch von Rhythmus und Gefühl. "Waiting" wurde von progressiven deutschen Fernsehmachern, die auf die Wiedervereinigung warteten, schon vor Jahrzehnten in einem Moment der Erleuchtung für die Sendung "Kennzeichen D" zur Erkennungsmelodie ausgewählt und ist daher hierzulande einem breiten Publikum bekannt, das ansonsten mit Santana nix am Hut hat. Weltweite Hits wurden aber "Evil Ways" und "Jingo", zwei Kracher der Extraklasse.

In diesem Album braute sich etwas zusammen. Diese Band hatte Potenzial, was auch Bill Graham klar war, der Santana nach Woodstock vermittelte. Am Sound ließ sich zwar feilen und die Musiker konnten noch viel lernen, aber sie standen ja auch erst am Anfang. "Treat", ruhig mit dem Piano beginnend und endend, in der Mitte aber gewaltig anschwellend, zeigte bereits, dass man zu sehr viel differenzierteren Klängen fähig war. Drei Alben später (ab "Caravanserai") machte Santana tatsächlich sehr anspruchsvolle Musik, die einige frühe Fans verprellte, jedoch viele neue hinzugewann. Doch das war damals noch Zukunft. Vorerst gab es nur dieses erste Album von Santana, und das ist heute unverändert so grandios wie damals.

Damit nicht genug. Zu erwähnen ist auch das passende Cover von Lee Conklin. Auf den ersten Blick sieht man den Kopf eines brüllenden Löwen, der sich bei genauerem Betrachten in eine schreitende Eingeborene und sieben ihren Kopf umgebende Gesichter auflöst, was als großes LP-Cover natürlich viel besser zur Geltung kommt als auf einer kleinen CD.

Aber die Original-CD war mit einer Spielzeit von 37:03 nur halb gefüllt. Dieser Umstand mag die Plattenfirma auf den Gedanken gebracht haben, sie 1998 mit drei Bonustracks zu ergänzen und auf eine Laufzeit von über einer Stunde zu bringen (was außerdem viele Fans zu einem Neukauf des Albums förmlich zwang). Es wurden drei Stücke des legendären Woodstock-Auftritts hinzugefügt: "Savor", "Soul Sacrifice" und "Fried Neckbones". Damit wird zwar die Stimmigkeit des eigentlichen Albums aufgebrochen, aber das Bonusmaterial lohnt sich dennoch. Immerhin lässt eine etwas längere Pause den Zuhörer mit dem ursprünglichen Album innerlich abschließen, bevor es live weitergeht.

Wer das "Soul Sacrifice" von Woodstock gut kennt, merkt schnell, dass hier etwas anders ist. Aber man muss die beiden Versionen schon parallel laufen lassen, um herauszufinden, dass für das Woodstock-Album, bei dem sich der Song aus dem Getöse des Publikums entwickelt, zahlreiche Passagen herausgekürzt wurden. Insgesamt ist die hier zu hörende Bonusfassung geschlagene und erfreuliche 3:20 länger!

Der hypnotische Song "Fried Neckbones And Some Home Fries" von Willie Bobo, gerade auf dem Sampler "Verve Remixed (Vol. 2)" wiederveröffentlicht, kann schier endlos ausgedehnt werden, ohne an Faszination zu verlieren. Ein toller Titel. Er gehörte damals zum Liverepertoire von Santana. Doch es dauerte bis 1978, dass er (unter den mir bekannten Tonträgern) erstmals auf der Quasi-Santana-LP "Giants" auftauchte. 1987 erschien er auf der LP "Historic Santana" (von der Cicadelic nur 2000 Exemplare presste). Die dort gesammelten Aufnahmen aus dem Pacific Recording Studio von Paul Curcio finden sich inzwischen in ähnlichen Abmischungen auf dutzenden von Billig-CDs. Erst 1997 kam "Fried Neckbones" endlich in einer offiziellen Version auf dem Santana-Album "Live At The Fillmore '68" auf den Markt. Es wurde höchste Zeit. Und die Woodstock-Fassung schlummerte 29 Jahre in den Archiven, bis sie als Bonustrack die Veröffentlichung schaffte.

Fazit: Diese CD muss man haben. Allein die Bonustracks sind eine Neuanschaffung wert. Auch das um viele Informationen erweiterte Booklet und der nun als Picture-CD daherkommende Silberling sind für Sammler und Fans echte Leckerbissen. Vielleicht haben Sie (im Gegensatz zu mir) sogar Glück und bekommen die CD in der aufklappbaren Papphülle. Für abweichende Ausstattungen übernehme ich allerdings keine Gewähr...
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