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Kundenrezension

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen MEINE Satch-Platte!, 29. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Strange Beautiful Music (Audio CD)
Gleich zu Beginn vorweg: ich bin bei dieser Rezension leider befangen. Denn Strange Beautiful Music war damals meine erste Platte von Satriani, zusammen mit Crystal Planet. Seitdem bin ich auf Satchs damaligen Stil festgefahren und komme ich davon los? NEIN!

Sicher, seine "großen" Hitalben sind auch genial und verdienen es definitiv heute Klassiker zu sein. Aber nur "Strange Beautiful Music" kann für mich Satrianis kreativen Zenit darstellen. Ihr fragt Euch wieso? Lest selbst:

Die beiden arabisch beeinflussten Nummern gleich zu Beginn der Scheibe (Oriental Melody und Belly Dancer) sind einfach eine Macht! Ich meine wann hört man von Satriani schon mal einen kontrapunktisch komponierten Chorus?

Mein nächster Höhepunkt wäre dann Chords of Life mit seinem cleveren, zweistimmigen Arrangement zu Beginn (Pia Vai an der Harfe! Wessen Gemahlin ist das wohl?) und all den Erwartungen des Hörers mit denen Satch spielt - wer kann vorher sagen wie dieser Song ausgeht? Auch dynamisch eine Meisterleistung der ganzen Band. Dabei sind die Harmonien so simpel!

Und danach Mind Storm! Der erste Satriani-Song auf dem eine 7-Saitige Gitarre zu hören ist. War Chords Of Life Dynamik pur ist hier Vollgas angesagt! Was für ein Geballer! Und doch sind die Chordchanges im Mittelteil unerwartet komplex. Jazz? Ja, aber einfach nur sehr gut eingesetzt! Alles an Mind Storm schreit für mich "ANGST!" Perfekte Umsetzung einer -wieder- simplen Idee, einer simplen Melodie zugunsten von Emotionen.

Und dann Robert Fripp als Gast auf Sleep Walk. Entspannter habe ich Satch einfach noch nicht gehört. Ein sehr schöner Kontrast zu Mind Storm. Die Gitarre ist total clean und man kann hier wirklich die Finger dieses Gitarristen hören. Eine Klasse für sich.

Auf New Last Jam wirds wieder komplex in puncto Songstruktur, ich meine 10-12 Abschnitte zu hören bis die Band wieder am Anfang des Liedes steht. Und alles so schlüssig miteinander verknüpft! Mit eingängigen Melodien und Riffs! Großes Lob nicht nur hier an Jeff Campitelli und Matt Bissonette. Makelloses Zusammenspiel.
Das gleiche in Mountain Song. Hier hören wir außerdem ein Bass-Solo - das Rückwärts läuft (hm, da rieche ich ja wieder Satch).

Danach kommt die superlangsame Ballade What Breaks A Heart. Wieder eine große Melodie die Satriani mit dem Wah spielt und ihr so einen vokalen Charakter verleiht. Aber hinter diesem erst schwermütig daherkommendem Titel verbirgt sich mehr - nämlich echte Seelenqualen, wie uns das superhoch gespielte Solo im Mittelteil verrät. Danach verwirrendes Gefrickel das geschickt auf einem verminderten Akkord seinen Höhepunkt findet und gleichsam abstirbt um wieder der schwermütigen Melodie Platz zu machen. Wer dabei nichts fühlt muss wohl tot sein.

Im Thema von Seven String höre ich ja immer ein wenig "Sweet Dreams" von Eurythmics. Die Akkorde würden passen. Egal. Dieser Titel will einfach nur ballern und bleibt erfreulicherweise einfach gestrickt - wobei Satch auch hier im Soloteil wieder mehrfach die Tonika wechselt.
Man, der Junge hatte damals noch Ambitionen!

Ich komme zu The Journey. Was für ein Intro! SO sehr auf die Fresse ist der Song am Ende gar nicht, entwickelt gar lyrische Qualitäten, kehrt dann aber wieder zu seiner brachialen Ursprungsgewalt zurück, nur um sich dann wieder auf die Reise zumachen -schöne Flageolets hier von git/bass- und sich dann dynamisch wieder so herrlich zu steigern dass es eine wahre Freude ist - um dann ein versöhnliches Ende der Reise anzubieten.

Mit The Traveler hat Satriani vermutlich sein stärkstes und gleichzeitig simpelstes Thema der Platte am Start. Auch hier läuft wieder alles über die Dynamik. Weltklasse. Spielt das mal mit einer Band nach. Ihr werdet heulend zusammenbrechen! Nicht weil es technisch unspielbar ist, aber findet mal Musiker die diese Bandbreite, dieses dynamische Zusammenspiel drauf haben. Findet ihr nicht. Nicht viele in Deutschland, nicht viele auf der Welt.
Gleichzeitig ist diese Musik so unangestrengt, perfekt um damit durch unbekannte Landschaften zu cruisen. Ihr ward noch nie in Australien? Fliegt hin und nehmt Strange Beautiful Music mit! Hört die Scheibe auf der Fahrt durch die Wüste! Ihr werdet es Euer Leben lang nicht vergessen, diese Musik wird sich zusammen mit dieser Landschaft einbrennen in Euer Hirn, ein Soundtrack für die Ewigkeit.

Ein schöner Abschluss ist You Saved My Life. Erst denkst Du, hey der Song ist einfach nur ein simpel gestricktes Happy End über das Satch mal so wegdudelt ABER DANN diese Bridge, soooo gut wie er in den Mollteil mit dem Basswah-Sound reinkommt. Schafft das eine Tiefe, wie eine dunkle Schlucht über die Du stolperst, wie ein Schmerz den Du so lange vergessen hattest dass Du nicht mehr wusstest dass er noch existiert.

Leute, diese Platte ist seine BESTE. Satch ist hier so eingängig aber auch komplex wie nie mehr danach und wie selten zuvor. Gleichzeitig spricht mich die Produktionsweise der Platte an. Sie nimmt definitiv am Loudness War teil, weil sie reinknallt ohne Ende und das gefällt nicht jedem. Gleichzeitig höre ich dass die Songs an den richtigen Stellen eben doch die Luft zum Atmen haben. Klar ist kein Hit vom Format eines Summer Song enthalten, auch einen Satch Boogie kann es nur einmal geben.

Aber eine ganze Platte die am Stück so stark ist? Kenne ich sonst keine von Satch. Wobei ich die Momentum noch nicht gehört habe.

Auf jeden Fall mein Lieblingsalbum was instrumentale Gitarrenmusik angeht!
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 31.12.2013 15:16:11 GMT+01:00
Hans Meier meint:
Du hast etwas mehr geschrieben als ich (s. Rezension vor Dir ;-) Aber wir sind uns doch einer Meinung, finde es auch sein bestes Album.
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