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Kundenrezension

am 6. November 2006
Am Anfang des Filmes sehen wir die Silhouette von Alfred Hitchcock, der sich vorstellt und uns sagt, dies wäre ein Film, der sich von all seinen anderen Filmen unterscheidet: Er habe nichts weggelassen und nichts hinzugefügt. Da hat er eineinhalb mal nicht die Wahrheit gesagt.
Erstens stimmt der Schluss nicht. Rose Balestrero wurde nicht geheilt. Dass hier Schlusstitel gezeigt werden, die das Gegenteil behaupten, dürfte allerdings nicht Hitchcocks Schuld gewesen sein, sondern die der Filmfirma, die ihm wohl das damals übliche Happyend vorschrieb.
Es stimmt auch nicht ganz, dass sich dieser Film von all seinen anderen Filmen unterscheidet. Es stimmt insofern, dass Hitch den Film komplett nach einer wahren Begebenheit drehte. Es stimmt auch weiterhin, dass dieser Film sein humorlosester ist. Aber eins der Themen, die er immer wieder aufgegriffen hat, ist hier allgegenwärtig: Die Schuld bzw. die Verlagerung von Schuld und das in doppelter Bedeutung.
Wie in vielen Hitchcocks muss ein zu Unrecht verdächtigter Mann seine Unschuld beweisen, die erste Verlagerung der Schuld. Vor diesem Hintergrund könnten noch viele seiner Filme "Der falsche Mann" heißen, z. B. "Frenzy" oder "Ich beichte". Die zweite Verlagerung der Schuld ist die der Frau des Mannes, die sich die Schuld an allem gibt und daran zerbricht.
Ein weiterer Aspekt, der bei ihm immer wieder auftaucht, wenn auch nicht immer so deutlich, ist die Religion, hier in Form des Rosenkranzes und als zum Schluss Manny Balestrero angesichts eines Heiligenbildes betet und damit tatsächlich ein "Wunder" geschieht.
Formal gesehen ist Hitchcock wie fast immer voll auf der Höhe. Er zeigt die Verhaftung Balestreros fast dokumentarisch, der Stil ähnelt dessen eines Film Noirs und dann wären da noch seine berühmten Kleinigkeiten: Bereits vor Mannys Verhaftung ist die Polizei allgegenwärtig. Als er aus dem Nachtclub kommt, gehen zwei Polizisten vorbei und als er in seinem Cafe sitzt, hört man eine Polizeisirene.
Wie gerade erwähnt, ähnelt "Der falsche Mann" einem Film Noir, was besonders an seiner düsteren Atmosphäre liegt. Mit Henry Fonda als Manny hat er dazu einen kongenialen Hauptdarsteller gefunden. Fonda, der Prototyp des aufrechten Amerikaners, gibt seiner Figur eine gewisse Würde, ähnlich wie es Montgomery Clift in "Ich beichte" tat.
Die beste schauspielerische Leistung bringt allerdings Vera Miles als Rose. Zuerst ist sie eine fröhliche Ehefrau mit all den kleinen Alltagsproblemen. Als Manny verhaftet wird ist sie eine Kämpferin und schließlich ist sie ein völlig zerstörter Mensch, der heftig von Schuldkomplexen geplagt wird und sich komplett in sich zurückzieht.
Das alles macht "Der falsche Mann" zu Hitchcocks düstersten Film. Nicht einmal "Die Vögel" ist so deprimierend.
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