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Kundenrezension

am 23. September 2012
Was waren das noch für Zeiten als der Geschichtslehrer zum ersten Mal einen Overheadprojektor in das Klassenzimmer gebracht hat um dann in den nächsten 45 Minuten die Schlacht um Troja Bild für Bild an die „Wand zu werfen“? Seitdem hat sich viel getan: Overheadprojektoren gibt es fast kaum noch, dafür aber Software wie Powerpoint, die es uns ermöglicht Texte und Schaubilder überdimensioniert und für alle erkennbar zu projizieren. Eigentlich eine schöne Sache, aber irgendwie haben wir es auf halber Strecke übertrieben. Wer kennt diese Situationen nicht: Man sitzt in Besprechungen und eine hochglanzpolierte Folie jagt die nächste. Dabei kämpfen sich Vortragende und Zuhörende gleichermaßen durch eine schier niemals endende Flut von Visualisierungen. Das ist nicht nur (für alle Beteiligten) ermüdend, sondern wie wir heute auch wissen, mitunter schädlich. Kommunikation und damit auch Kreativität wird im Keim erstickt. Energie und Resonanz bleiben aus. Im Ergebnis gehen alle zermürbt und frustriert auseinander. Und so überrascht es nicht, dass sich seit einiger Zeit ein „Retro-Trend“ abzeichnet, der uns wieder zurückbringt zu Prä-Overheadzeiten, nämlich zu Zeichnungen von Hand.
Martin Eppler und Roland Pfister greifen diesen Trend in Ihrem Buch „Sketching at work“ auf innovative und kreative Art auf. Skizzen haben, anders als Folien, etwas menschliches und authentisches. Sie sind nie perfekt und jedes Mal anders. Sie fördern Interaktivität und intersubjektive Andockmöglichkeiten, weil sie nicht den Anspruch haben komplett zu sein. Sie reduzieren Komplexität und regen gleichzeitig zum aktiven Zuhören an. In anderen Worten: Strichzeichnungen und Skizzen symbolisieren etwas, das man intuitiv sowieso tut (nämlich Gedanken sortieren), warum also diesen Akt nicht bewusst und systematisch einsetzen?

Doch Halt! Auch beim Anfertigen von Skizzen gibt es „Richtlinien“ und Fallstricke. Die Autoren benennen die aus ihrer Sicht wichtigsten Hinweise für das Gelingen von Skizzen und greifen dabei auf ihren Erfahrungsschatz zurück. Das tun sie in Form von eingängiger Sprache und einem sehr erfrischenden Mix aus Wort und Bild. So bekommt der Leser nicht nur einen Eindruck über die Kraft von Skizzen, sondern kann die visuelle Wirkung gleich an der eigenen Person nachvollziehen. Der angebotene Werkzeugkasten besteht aus 35 Vorlagen, die in die Kategorien Analyse, Kommunikation, Sitzung, Planung und Verkauf unterteilt sind. Zwei Methoden werden etwas ausführlicher im Detail dargestellt.

Das Ziel des Buches ist es, den Leser ins aktive Handeln zu versetzen. Und so endet es mit konkreten Skizziervorlagen und Übungen mit dem Ziel die eigene Visualisierungskompetenz zu erhöhen. Als zeichnerisch wenig begabter Mensch mag man vor der einen oder anderen Vorlage durchaus Respekt haben, so professionell und anschaulich kommt sie daher. Die Autoren machen aber Mut und sind realistisch: Die Nutzung von Skizzen im Rahmen von Workshops, Moderationen und Trainingsveranstaltung ergibt sich nicht von heute auf morgen. Im kleinen Kreis anfangen und kontinuierliche selbstreflektierte Übung sind der Schlüssel zum Erfolg.

Die Kampfansage gegen die Übermacht des Digitalen in Seminar- und Trainingsräumen hat begonnen. Dabei müssen sich - wie das Buch von Eppler und Pfister eindrucksvoll zeigt - analoge und zutiefst menschliche Kommunikationsformen wahrlich nicht verstecken. Am Ende ist es wahrscheinlich ein passender Mix aus modernen und traditionellen Medien. Das handliche und sehr erfrischend daher kommende Buch gehört aber schon jetzt in jeden Moderationskoffer.
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