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Kundenrezension

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vollends gelungener Auftakt, 9. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Rose von Illian: Die Götterkriege 1 (Taschenbuch)
Zunächst sei darauf hingewiesen, dass dies zwar der Auftakt eines neuen Zyklus mit dem Namen "Die Götterkriege" ist, dieser aber an "Das Geheimnis von Askir" anschließt und diese Reihe zwingend voraussetzt.

Desina, die vor kurzem herausfand, dass sie die Enkelin des ewgigen Herrschers Askannon ist, ist nun die neue Kaiserin von Askir. Alles scheint gut zu sein, doch ausgerechnet Havald, der seinem Bannschwert Seelenreißer ein übernatürlich langes Leben verdankt und als praktisch unsterblich galt, wurde hinterrücks ermordet. Sein Schwert wurde gestohlen, doch es gibt Hoffnung: Laut einer Prophezeihung soll Havald ins Leben zurückkehren, wenn er sein Schwert zurückerhält. Kurtis Blix wird indes mit einer schwierigen Aufgabe betraut, den Weltenstrom in der fernen Stadt Lassandahr umzulenken, so dass ein magisches Tor zur Kronstadt geöffnet werden kann und so die Königin in die belagerte Stadt Einzug halten kann um ihren Anspruch auf die Krone geltend zu machen. Kann Blix mit seiner Lanze dieses Himmelfahrtskommando zu einem erfolgreichen Abschluss bringen und auch noch Seelenreißer wieder zurückerlangen?

Ich war sehr skeptisch was die Änderung in der Erzählperspektive angeht, da nun nach Havalds Tod nicht mehr aus seiner Sicht erzählt werden kann. Zum Glück wurde ich von der personalen Perspektive positiv überrascht. Es war zwar ein ganz anderes Gefühl beim Lesen, aber dennoch war ich bereits nach wenigen Seiten wieder vollkommen in die Welt von Askir eingetaucht. Es gibt jetzt einige Perspektivwechsel, so dass man mal mehr bei der einen Figur war, dann wieder bei einer anderen. Somit konnten auch einige Ortswechsel und damit einhergehende parallele Handlungen gut dargestellt werden.
Im Grunde geht die Geschichte um das Geheimnis von Askir nahtlos weiter. Richard Schwatz' Schreibstil vermag den Leser sofort mit auf die Reise zu nehmen. Es liest sich wie immer angenehm leicht und die Seiten fliegen dahin. Durch die verschiedenen Handlungsorte und die zunehmende Menge an Figuren wirkt der Auftakt der neuen Reihe komplexer, bleibt aber in einem adäquaten Rahmen, also noch immer gut überschaubar. Jedoch wird gerade hier deutlich, dass das alles einfach nicht mehr aus einer Ich-Perspektive erzählt werden kann. Das hätte sicherlich nicht sonderlich gut funktioniert. Wobei mir Havalds Sichtweise in den vorigen Bänden äußerst gut gefallen hat, weil er einfach einen ganz speziellen, eben seinen eigen Blick auf die Dinge hat. Trotz geänderter Perspektive kommt der Humor wieder einmal nicht zu kurz. Das Buch ist gespickt von vielen Szenen mit sehr gelungener Situationskomik im Zusammenspiel der Charaktere. Wir mussten des Öfteren herzhaft lachen!
Während einige Charaktere hier ein wenig in den Hintergrund rücken, kehren andere dafür aktiv ins Geschehen zurück. So sind Sieglinde und Janos wieder mit dabei und Schwertmajor Blix, der noch aus den Feuerinseln bekannt sein dürfte, ist der Auserwählte, welcher die 5. Lanze zu dem Himmelfahrtskommande nach Lassandahr anführen wird. Zudem erhält Wiesel einen Handlungsstrang - jedoch wünsche ich mir hier noch einiges mehr. Sowohl bei Wiesel als auch bei Blix hätte man noch etwas mehr in die Tiefe gehen können, denn beide sind sehr interessante Figuren und beherbergen ein ordentliches Potential. Wiesel dürfte vielen aus der Eule von Askir bekannt sein und hat damit schon einen gewissen Stand, heißt, man kennt ihn schon etwas, wohingegen Blix ein wenig farblos bleibt, obwohl er doch eigentlich einer der Hauptcharaktere ist. Aber das kann ja alles noch kommen, es ist ja nur der erste Band eines neuen Zyklus und somit bleibt Blix noch genügend Zeit für mehr Tiefgang.
Die Dunkeklelfe Zokora, die eine meiner liebsten Charaktere geworden ist, hat sich auch merklich verändert. Auf mich wirkt sich manches Mal schon fast zu menschlich oder freundlich. Mir kommt es beinahe so vor als verweichliche sie ein klein wenig. Ich hoffe mal, dass diese Richtung nicht maßgebend sein wird für die folgenden Romane. Aber dennoch gibt es auch hier wieder etliche tolle Szenen mit ihr.
Sehr interessant finde ich die intensievere Beschäftigung mit den Göttern. Nicht umsonst heißt die neue Reihe Götterkriege. Denn der Nekromantenkaiser Kolaron versucht ein Gott zu werden, bzw. in die Fußstapfen des getöteten dunklen Gottes Omagors zu treten, was den etablierten - und nicht etablierten - Göttern natürlich gegen den Strich geht und sie beginnen Einfluss auf die Geschehnisse zu nehmen. Der Namenlose wird dabei zudem aus einer ganz neuen Sicht gezeigt, er ist nicht einfach nur ein böser Gott, es steckt mehr dahinter, was vor allem Wiesel noch erfahren wird.
Was auch gesagt werden muss, es gab bislang noch kein Buch aus dieser Reihe, bei welchem mir soviele Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler aufgefallen sind. Aber nun gut, man kann im Einzelnen nicht sagen woran das gelegen haben mag. Ich vermag da durchaus drüber hinweg zu lesen. Daneben war auffällig, dass die Charaktere wirklich oft schmunzeln mussten - nun gut, das wirkte übertrieben, kann mir aber den Lesespaß nicht vermiesen. Denn wie schon gesagt, der Schreibstil ist herausragend, nicht unbedingt im Sinne hoher Literatur, es handelt sich ja auch um Fantasy, aber er bringt mich dazu weiterlesen zu wollen, erzeugt Spannung und ist vor allem unverkennbar. Das sind für mich ausschlaggebende Punkte für ein gutes Buch. Beeindruckend finde ich auch, dass es bislang kein schlechtes Buch in dieser Reihe gibt. Es wird ein konstant hohes Niveau gehalten, was nun wirklich selten ist.

Fazit: Der Auftakt zur neuen Serie ist vollends gelungen. Ein paar kleine Schwächen gibt es, fallen aber für mich nicht weiter ins Gewicht. Schwartz hält das Niveau und entwickelt sowohl Geschichte als auch Charaktere stets weiter. Vor allem die hervorragend gelungene Situationskomik im Zusammenspiel der Charaktere ist zu loben! Für Neueinsteiger allerdings nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Hier sollte man Das Geheinnis von Askir und Die Eule von Askir zuvor gelesen haben. Das ist sinnvoll, da es hier auch leider keine Zusammenfassung der ersten Bände gibt - die auch die vorangegangenen Ereignisse nicht hinreichend ausfürhlich schildern könnte, um wirklichen Spaß an der neuen Serie zu haben. Man muss die Charaktere einfach kennen!
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