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Kundenrezension

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4.0 von 5 Sternen Smart Power und die USA im 21. Jahrhundert, 8. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Macht im 21. Jahrhundert: Politische Strategien für ein neues Zeitalter (Gebundene Ausgabe)
Was Joseph Nye in "Macht im 21. Jahrhundert" unter dem Titel intelligente Macht (bzw. Smart Power) als neues politisches Konzept zu Markte trägt ist im Grunde wenig mehr als eine zwischen der Anwendung harter und weicher Macht abwägende Politik. Es verwundert nicht dass Nye dieses Misch-Konzept gerade in den ideologisierten Bush-Jahren entwickelt und in seinem Werk "Soft Power" publikumswirksam formuliert hat. Die Idee erscheint wenig revolutionär, neuartig und irgendwie nur als Auflehnung gegen die Außenpolitik der mit zwei Kriegen belasteten Bush-Administration gedacht. Wenig überraschend dass Nye infolgedessen gerade Barack Obama und dessen Außenministerin Hillary Clinton als Vertreter seines Konzepts von Smart Power präsentiert.

Mit "Macht im 21. Jahrhundert" (alias The Future of Power) ist der kurzzeitige stellvertretende US-Verteidigungsminister (1994-1995) der Clinton-Adminstration und renommierte US-Politologe Joseph Nye bemüht die Vorzüge einer ganz auf Obama zugeschnitten scheinenden multilateralen US-Außenpolitik hervorzuheben. Für den Begründer der Smart Power-Initiative ein geradezu missionarischer Auftrag, wobei man als europäischer Leser zunächst einmal irritiert von der Begeisterung für ein derart simples Patentrezept sein dürfte. Doch für Nye scheint der Schwenk der US-Politik von Unilateralismus zu Multilateralrismus wirklich die Erkenntnis eines Jahrzehnts zu sein. Als Beispiel für der US-Außenpolitiker das Beispiel Libyens an, wo nicht die USA im Alleingang agieren sondern durch die NATO. Doch das größte Hindernis für die Etablierung von smarten Machteinsatz sieht Nye noch in der aus seiner Perspektive entsprechendes Potential untergrabenden Ungleichverteilung finanzieller Ressourcen zwischen State Department und Department of Defense, einem heiklen Punkt in Sachen Machtverteilung in US-Regierungen, schließlich heißt es doch an der Stärke oder Schwäche von Verteidigungsminister oder Außenminister ließe sich erkennen ob die Prioritäten einer US-Administration auf harter oder weicher Macht liegen.

Welchen Einfluss sich die USA mit weicher Macht erwerben könnten erläutert Nye am Beispiel Chinas und dessen wirtschaftspolitisch motivierten Engagement. Dem stellt er das unattraktivere russische Modell einer militärischen Machtentfaltung gegenüber, die er als Auslaufmodell im 21. Jahrhundert klassiert. Die Frage die sich hinter der Suche nach einem zugkräftigen neuen Paradigma für die US-Außenpolitik versteckt ist nämlich keine geringere als die, ob nicht im Zuge der Finanzkrise das Ende der US-Hegemonie gekommen sein könnte. Die Krise der US-Außenpolitik und ihre mögliche Renaissance durch einen Paradigmenwechsel, das ist der Kern von Nyes Buch. Aber die großen Themen der US-Außenpolitik berühren eben auch Europa und so sind Nyes Schlüssel auch entsprechend interessant für nicht-amerikanische Leser. Halb der US-Perspektive schmeichelhaft sieht Nye indessen auf den Niedergang der Weltmacht USA keine neuen Großmächte erblühen, sondern das Aufstreben nichtstaatlicher Akteure, eine Formel unter der sich neben international agierenden Konzernen, NGOs und Parteien auch Terrornetzwerke summieren lassen.

Was zunächst noch ein wenig nach Zukunftsmusik klingt ist allerdings längst harte Realität. Nichtstaatliche Gruppen haben durch Cyberwarfare längst bewiesen dass ihre Angriffe teuer werden können und in Georgien, Estland und Xinjiang haben auch vermutlich regierungsnahe Cyber-Terroristen (Russland und China) bereits erste Einsätze erlebt. Das Problem ist seit Jahren das gleiche, auf Cybersecurity wird viel zu wenig geachtet und von den Tätern können oft nur Einzelne erwischt werden. Die nichtstaatlichen Akteure mögen zwar das Potential haben zum Schreckgespenst zu avancieren, doch wie genau man sich entsprechende Szenarien vorzustellen hat kann Nye noch nicht ausführen, er belässt es bei Beispielen wo Cyberangriffe in den letzten Jahren bereits dokumentiert werden konnten.

Die Frage die mit der Suche nach Bedrohungsszenarien für das 21. Jahrhundert einhergeht ist natürlich, wohin sich die Macht in einer multipolaren Welt verlagern wird. Die EU und Japan wurden in den USA zeitweise groß gehandelt, Japans Rückkehr als Großmacht sogar gefürchtet (was unzählige US-Thrillerautoren zum Beschwören uralter Ängste vor der Nippon Connection bewegte). Mittlerweile fallen US-amerikanische Einschätzungen zur EU pessimistisch aus wie jene Joseph Nyes. Der EU fehlt es an Einigkeit, sie steht vor demographischen Problemen und möglicherweise ihrem politischen Niedergang. Wird sie daher vielleicht ein Bündnis mit China einschlagen? Ja die China-Obsession mancher US-Politologen ist auch Nye zu eigen, im Falle der EU sieht er eine eurasiasche Allianz aber nicht im Bereich des Wahrscheinlichen.

Liegt die Zukunft der Weltpolitik also in den Händen der BRIC-Staaten, die Nye kurz gemeinsam und dann jeden für sich vorstellt? Russlands demographischer Absturz (die Lebenserwartung eines durchschnittlichen russischen Mannes liegt bei 59 Jahren) und seine Möglichkeiten auf wirtschaftlicher und militärischer Ebene sind kein Vergleich mehr zur UdSSR, das Feindbild Kreml hat also bereits ausgedient. Japans Bevölkerung schrumpft zwar ebenfalls, das Land ist aber technologisch in vielen Bereichen führend und durch sein leistungsorientiertes Bildungssystem wohl auch in Zukunft mehr als fähig sich als eine der Top-Wirtschaftsnationen zu behaupten, auch wenn dem Land seine Ablehnung gegenüber Migranten zum Nachteil gereicht wird. Das aufgrund seiner demokratischen Tradition im Westen sehr beliebte Indien sieht Nye als potentiellen Kernstaat eines anti-chinesischen Machtblocks in Asien. Brasilien hingegen hat als respektierte Demokratie und aufblühende Wirtschaftsnation die Stabilität auf seiner Seite, der wahre Motor hinter den BRIC-Staaten ist aber nachwievor China.

Haben die USA da noch Chancen sich zu behaupten? In einem eigenen Kapitel geht Nye auf die augenblickliche Schwäche der USA ein und findet dabei natürlich auch Chancen. Als global attraktive Einwanderernation kann die USA sich demographisch behaupten, eine Desintegration, bürgerkriegsähnliche Zustände oder den wirtschaftlichen Totalabsturz sieht Nye nicht einmal entfernt am Horizont vorbeiziehen. Dadurch dass die USA eben Einwanderer aus allen Ländern der Welt ansprechen und eine auf wirtschaftlichen Fortschritt ausgerichtete Kultur besäßen würde man die kommenden dunklen Zeiten schon überstehen, wenn auch nicht als Hegemonialmacht vielleicht. Nye nennt das Beispiel Großbritanniens, welches ja nach dem Untergang des Empire ja auch noch für Jahrzehnte als potente Wirtschaftsnation reüssieren konnte.

- Resümee -
Nyes Ausführungen zur Neugestaltung von Macht im 21. Jahrhundert beschränken sich vor allem darauf wie die USA mit einer multilateralen Positionierung ihren Einfluss in der Welt besser wahren könnten, auch wenn ihr Abstieg von der Welt- zur Großmacht unabwendbar scheint. Der Wert des Buchs liegt ohnehin eher darin zu erfahren was ein führender US-Außenpolitik-Experte zur Lage der Nation, also Obamas Außenpolitik und den Wandel der Welt zu sagen hat. Die US-zentrierte Perspektive ist dabei Fluch und Segen zugleich, wobei angemerkt sei dass die USA als Global Player jedoch einen im Gegensatz zur EU einen wirklich globalen Blickwinkel pflegen, wenn auch einen selbstverliebten. Seine Argumentation wie sich die Weltpolitik und die Rolle der USA in kommenden Jahren gestalten könnten unterfüttert Nye jedoch stets mit anschaulichen Beispielen. Zusammengefasst also ein Buch mit Ansichten die nicht wirklich revolutionär neu sind, aber wenigstens interessant und für "intelligente Leser" lesbar (um bei den Worten des Autors zu bleiben) vorgetragen werden.
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Rezensentin / Rezensent

Mario Pf.
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 1000 REZENSENT)   

Ort: Oberösterreich

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