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Kundenrezension

am 25. August 2011
Nach zwei Jahren Wartezeit ist es wieder so weit: Markus Heitz nimmt uns wieder mit in den Zwerge/Albae Kosmos des Geborgenen und des Jenseitigen Landes. Wer Heitz kennt stellt hohe Erwartungen an den mehrfachen Gewinner des deutschen Phantastikpreises. Auch ich hatte hohe Erwartungen, leider wurden diese zum Teil enttäuscht.

Zum Inhalt:
Die Legenden der Albae - Vernichtender Hass ist chronologisch etwa zur Zeit des ersten Zwergen Bandes angesiedelt. Es handelt vom Versuch der Albae mit Hilfe ihrer Vasallenvölker und des aus "Gerechter Zorn" bekannten Dämons das Geborgene Land zu erobern und dass verhasste Volk der Elben auszulöschen. Der Verlauf dieses Feldzuges wird aus den Perskeptiven der unterschiedlichsten Charaktere beschrieben, es fällt schwer einen echten Protagonisten auszumachen (am ehesten triffst das noch auf den Alb Carmondai zu (sog. "Herr in Wort und Bild") welcher von den bestens bekannten Albae Sinthoras und Caphalor quasi als Chronist beauftragt wurde).

Kritik:
Heitz' Wechsel zwischen ca. 10 verschiedenen Erzählperspektiven ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits wird dem Leser so ein umfassender Einblick in die Sichtweise von faszinierend schaurig bösen Kriegern (Sinthoras), intriganten Politikern (Polotain), tapferen Verteidigern (Doghosh) uvm gewährt.
Der Nachteil liegt jedoch auf der Hand: Durch das ständige hin und her Wechseln verliert man leicht den roten Faden insbesondere wenn man mal einige Tage lang nicht weiterliest (unwahrscheinlich, das Buch ist trotzallem spannend). Des weiteren fehlt eine Identifikationsfigur, die einem ans Herz wachsen könnte, wie bereits gesagt: ich kann keine Hauptfigur ausmachen.

Was mich jedoch am meisten stört ist dass Heitz' es fast komplett unterlässt Landschaftsbeschreibungen zu liefern: Was ihm in seinem Band "Die Zwerge" in Tolkien'scher Manier gelang, ganze Länder vor dem geistigen Auge des Lesers entstehen zu lassen, gespickt mit einem tollen Blick für's Detail....hier wird man nicht fündig. Der ganze Plot spielt quasi im luftleeren Raum.
Ausdrücklich ausnehmen von diesem Kritikpunkt möchte ich Heitz' Beschreibung des Albae Reiches Dson Faimon, welchem er etliche Seiten gewidmet hat.

Wer das Stilmittel "cliff hanger" mag kommt hier voll auf seine Kosten, kaum ein Kapitel dessen Ende gleichzeitig das Ende eines Handlungsabschnittes bedeutet. Klarer Vorteil: so wird eine für Heitz' Niveau unterdurchschnittlich spannende Story etwas spannender gestaltet. Der Nachteil liegt darin, dass man bei Beginn des nächsten Kapitels, das unter Umständen aus der Perspektive eines anderen Charakters an einem anderen Schauplatz erzählt wird, emotional noch im vorherigen Kapitel hängenbleibt.

Zum Schluss noch eins: Das Buch hat keinen erkennbaren Höhepunkt, es gibt zahlreiche kleinere Scharmützel, jedoch werden die zahlreichen Handlungsstränge zu keinem gemeinsamen absoluten Höhepunkt verknüpft. Das soll jedoch keine Kritik sein, sondern lediglich eine Feststellung.

Fazit:
Trotz aller Kritik bleibt "Vernichtender Hass" dennoch ein gutes und spannendes Fantasybuch. Mit den Albae hat Heitz die Fantasy Welt um eine neue Rasse bereichert, die durch ihre (aus menschlicher Sicht) Bösartigkeit gleichzeitig abstoßend und ungemein anziehend wirkt, bad guys rule, und die ich nicht mehr missen möchte. Es werden umfassende Einblicke in die Denkweise der Albae und ihre Kultur gewährleistet und Fans von großen detaillierten Kriegstaktiken kommen voll auf ihre Kosten. Allerdings hätten der Story meiner Meinung nach etwas intelligentere Dialoge oder auch präzisere Landschaftsbeschreibungen und Stimmungsbilder gut getan (hoffentlich bei dem Nächsten Albae Band!!!).
Heitz schreibt die Bücher nach eigenen Angaben in erster Linie für sich selbst, d.h. seine Zielgruppe sind ganz klar Erwachsene oder ältere Teens. Teilweise geht es hart zur Sache, wer also ein zartes Gemüt hat dem sei von einer Lektüre abgeraten. Meine Kinder würde ich das Buch erst ab ~14 J lesen lassen.

Gruss
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Produktdetails

4,4 von 5 Sternen
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