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Kundenrezension

am 27. August 2007
BioShock ist ein hervorragendes Spiel. Es ist seit geraumer Zeit mal wieder ein einzigartiger und atmosphärisch dichter Shooter und setzt sich mit seinem fiktiven Szenario einer Unterwasserstadt namens Rapture im Jahre 1960 wohltuend von dem Groß der Genre Konkurrenz ab. Allerdings ist auch BioShock nicht frei von kleinen Mängeln, die doch teilweise das Spielgeschehen trüben können und es kommt im erheblichen Maße auf die Erwartungshaltung an, inwiefern es letztendlich gefallen wird.

Die Grafik ist nahezu durchgängig auf der Höhe der Zeit und kreiert mit ihrem ungewöhnlichen Art Deco Design eine einzigartige Kulisse. Besonders die Licht- und Schatteneffekte sind rundum gelungen und erschaffen mit der allgemein düsteren Atmosphäre des Spiels eine hervorragend klaustrophobische Stimmung. Wasser- und Feuereffekte, Gegner-Design und Texturen sind ebenso äußerst ansehnlich, allerdings nicht immer technisch überzeugend, was dennoch in der Summe keinesfalls die allgemeine Schönheit des Spiels untergräbt. Leider wird nicht immer das Gefühl einer wirklichen Unterwasserstadt vermittelt. Zwar gibt es viele Fenster und große Hallen mit Glasdächern, durch die man die Wasserwelt draußen sehen kann, dazu gibt es immer mal wieder Bereiche, in denen Wasser eindringt, aber ebenso oft begegnet man Konstruktionen bzw. Level-Architektur, die doch sehr unwahrscheinlich für eine Stadt auf dem Grund des Ozeans wirkt.
Soundtechnisch ist das Spiel allerdings durchweg eine Offenbarung und wartet, neben einer orchestral-unheimlichen Musikuntermalung, mit für die 1960-er Jahre passenden Musikstücken, einer rundum gelungenen Sprachausgabe (sowohl auf englisch als auch deutsch) und vielen atmosphärischen Effekten auf. Klasse!

Das Gameplay ist sehr actionbetont und besteht Shooter-typisch aus einem einfachen Questsystem mit leichten Rätseleinlagen und zu einem hauptsächlichen Teil aus vielen, vielen Kämpfen mit leider sehr abwechslungsarmen Gegnern. Neben den gelegentlichen herausfordernden Big Daddy Fights, sowie hackbaren Sicherheitssystemen wie Kameras und Geschütztürmen, trifft man ausschließlich nur auf die durchgedrehten Bewohner von Rapture, Splicer genannt. Die kommen zwar in verschiedenen Varianten vor und besitzen eine gute KI, allerdings vermitteln sie kein wirkliches Bedrohungsgefühl, denn mit der Zeit erkennt man ein durchgehendes Muster in ihrer Verhaltensweise, das die Kämpfe doch insgesamt recht einfach gestaltet.
Neben verschiedenen aufrüstbaren Waffen inklusive unterschiedlichen Munitionstypen, besteht das Gimmick des Spiel aus den zu findenden Plasmiden, genetische Kräfte, mit denen man zum Beispiel aktiv etwas (oder jemanden) entzünden kann, passiv mehr Widerstandskraft erhält oder dank einem Stoff genannt "Adam", den nur die Little Sisters haben und deswegen jeder hinter ihnen her ist, seinen Charakter mit der Zeit verbessert. Dadurch entstehen durchaus verschiedene Taktiken, wie man die Gegner besiegen kann und es macht Spaß, die Umwelt dank der Plasmide für seine Zwecke zu nutzen. Allerdings wird man doch meistens auf die normalen Waffen zurückgreifen, weil sie einfach effektiver sind und mehrere Plasmide (abseits der vier Hauptplasmide Entzünden, Einfrieren, Schocken und Telekinetik) entweder umständlich einzusetzen oder teilweise sogar unnütz sind.

Ich erwähne diesen Fakt nicht umsonst, denn das Spiel setzt eine gewisse Erwartungshaltung für Spieler voraus, die System Shock 2 gespielt haben. In diesem Zusammenhang muss ich feststellen, dass BioShock nur sehr bedingt ein geistiger Nachfolger ist, bzw. sich grundsätzlich viel actionbetonter spielt. Die RPG-Elemente sind zwar durchaus vorhanden, aber eher oberflächlich. Das Spiel nimmt einen zusätzlich durchgängig an die Hand und ist im Vergleich sehr linear aufgebaut. Man kann zwar zu bereits besuchten Orten zurückkehren und die Stadt nach freiem Willen erforschen, aber es wird nicht gut in die Aufgabenstellung des Spiels integriert und insgesamt gibt es nicht sehr viele erforschbare Gebiete, die man nicht sowieso betreten muss.
Schwerwiegender ist, dass das Spiel niemals wirklich wichtige Entscheidungen abverlangt oder tiefgehende Charakterentwicklung voraussetzt, was das Spiel insgesamt sehr einfach für erfahrene Spieler von Ego-Shootern macht, selbst auf dem schweren Schwierigkeitsgrad. Shooter-Profis dürften sich allgemein unterfordert fühlen. Man hat eigentlich immer mehr als genug Munition und Geld, man kann fehlende Sachen zu jeder Zeit an den überall zur Genüge verteilten Automaten kaufen, man wird nach dem Tod kostenlos(!) an Stationen wiederbelebt, während die Gegner weiterhin angeschlagen bleiben und man kann seinen Charakter in nahezu allen Bereichen gleichmäßig ausbauen. Es ist also keine wirkliche Entscheidung nötig, ob man nun lieber ein Nahkämpfer oder Fernkämpfer sein, lieber die Maschinenpistole oder die Plasmiden aufrüsten will, denn man kann alles gleichwertig aufrüsten. Dem Spiel fehlt also das reale Gefühl, dass man wirklich unter Druck steht und verzweifelt auf sich alleine gestellt für einen Bereich entscheiden muss, um zu überleben. Im Gegenzug allerdings dürfte das Spiel viel eher auch Leute ansprechen, die es einfacher und zugänglicher mögen.

Zusätzlich beschränken sich die groß angekündigten moralischen Entscheidungen auf zwei verschiedene Enden des Spiel, die in sehr kurzen Endsequenzen gezeigt und durch eine durchgehende Entscheidung während des Spiels ausgelöst werden, was man nun mit den Little Sisters macht.
Die Story kann da leider nicht viel mehr rausholen. Sie wird typischerweise hauptsächlich mit überall zu findenden Audio-Nachrichten von den Bewohner der Stadt erzählt. Diese Nachrichten stellen zwar ein großes atmosphärisches Element dar und erzählen eine recht interessante Geschichte, allerdings sind sie inhaltlich doch recht mager. Sie bestehen aus einem sehr eingeschränkten Personenkreis, der sich gegenseitig nicht ausstehen kann und dies auch ständig kundtut. Wirklich wichtige Informationen oder interessante Nebengeschichten erhält man nur von den wenigsten Nachrichten, eher noch von den Personen, mit denen man im Laufe des Spiels kommuniziert. Schade ist, dass man so nicht die Entwicklung der Stadt vollkommen nachvollziehen kann, geschweige denn die Entwicklung der verschiedenen Hauptcharaktere. Auch dies trägt leider dazu bei, dass nicht immer ein wirkliches Gefühl für diese riesige Unterwasserstadt (bei deren Betrachtung man sich ständig fragt, wie so ein Konstrukt im Jahre 1960 möglich sein soll) aufkommen mag: wie sie gebaut wurde, warum die Menschen dorthin kamen, wie die Leute dort vorher lebten, wie sich alles verändert hat. Diese Fragen werden teilweise durchaus beantwortet, aber nur sehr oberflächlich. Vieles bleibt im Dunkeln.

Letztendlich ist BioShock natürlich trotzdem ein hervorragendes Spiel und ich habe nicht wirklich einen Grund, das Spiel nicht zu empfehlen; Das alles ist Meckern auf hohem Niveau. In der Summe aller Teile ist es ein einzigartiges und für das Genre meisterhaft umgesetztes Erlebnis. Fans von Ego-Shootern werden mit dem actionreichen Gameplay, dem Herumexperimentieren mit den Plasmiden und dem einzigartigen Design viel Spaß haben!
Insgesamt rate ich allerdings dazu, nicht mit überhöhten Erwartungen an das Spiel heranzugehen, die im Vorfeld groß aufgebaut wurden. BioShock ist weder eine Neudefinition des Shooter Genres, noch hat es eine revolutionäre KI. Es hat keine tiefgehenden moralischen Dilemma, die zu lösen sind und die Charakterentwicklung ist eher oberflächlich, womit es ultimativ nicht die Art und Weise ändern wird, wie Shooter in Zukunft gespielt werden. Letztendlich ist es zwar ein sehr guter aber eben kein wirklich neuartiger Shooter. Setzt man nämlich auf diese überschwängliche Werbung oder erwartet tatsächlich ein "geistiges" System Shock 3 mit tiefgehenden RPG-Elementen und forderndem Schwierigkeitsgrad, kann man nur enttäuscht werden...
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