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Kundenrezension

am 6. Oktober 2010
Dieser Band enthält drei Texte der Strugazkis, die bereits vor Jahren erschienen sind. Der Roman "Picknick am Wegesrand" kam zuerst in der DDR als Hardcover im Taschenbuchformat heraus und wurde berühmt, weil der russische Star-Regisseur Tarkowski es spektakulär verfilmte (Stalker). "Eine Milliarde Jahre vor dem Weltuntergang" - eine Powest, jene typisch russische Erzählform zwischen langer Erzählung und Novelle - erschien in der mittlerweile legendären schwarzen Spektrum-Reihe des Verlages Volk und Welt. "Das Experiment" - der Roman, der mehr als die Hälfte dieses Bandes ausmacht - erschien zuletzt 2003 bei Heyne in der Reihe Meisterwerke der Science Fiction (vorher erschien er unter dem irreführenden Titel "Die Stadt der Verdammten").

Warum diese drei Texte hier, in einem dicken Band versammelt, fünf Sterne kriegen?

Darum:

1. Zwar es es keine Trilogie, aber dennoch hat es durchaus Sinn. diese drei Bücher zusammenzufassen. Alle drei beschreiben die Reaktionen der Menschen auf den Einbruch des Unvorstellbaren. Im "Picknick" haben offenbar außerirdische Besucher allerlei unverständliches Zeug auf der Erde hinterlassen, das die Menschen zwischen Gier und Faszination schwanken läßt. Der zweite Text konfrontiert die Protagonisten mit sehr rätselhaften Eingriffen in die Realität und besteht eigentlich nur aus Gesprächen ... und russischen Gelagen (viel Wodka, viel Essen) ... und noch mehr Gesprächen der schrägeren Art ... und ist dennoch spannend zu lesen. Der dritte Text beschreibt die Erlebnisse von Menschen, die aus allerlei Ländern und unterschiedlichen Zeitepochen zusammengewürfelt in einer offenbar künstlichen Welt gelandet sind - die Sonne z. B. wird an-und ausgeschaltet, eine gelbe Mauer zieht sich durchs Land, und dergleichen mehr.

2. Erstmals kann man die Romane so lesen, wie sie ursprünglich gedacht waren. Die Zensur hatte erst in der Sowjetunion zugeschlagen, und dann bei den deutschen Ausgaben nochmal, diesmal die in der DDR. Erik Simon (Reisen von Zeit zu Zeit) hat sich die Mühe gemacht, die ungekürzten und unzensierten Originalfassungen durchzusehen und alles wieder einzufügen, was irgendwelche selbsternannten Weltverbesserer und Zensurapostel verändert hatten. Diese Eingriffe reichen von "entlarvend" über "strohdumm" bis zu "lächerlich". Nun sind alle gestrichenen Stellen neu übersetzt worden und an den richtigen Plätzen wieder eingefügt.
Unverstümmelt liest sich vieles ganz anders.

3. Punkt 2 trifft nicht (oder nur teilweise) zu für "Das Experiment" - das haben die Gebrüder Strugazki 1969 bis 1972 geschrieben und in der Sowjetunion erst gar nicht versucht zu veröffentlichen (insoweit waren die beiden realistisch eingestellte Menschen). Das Manuskript hat etliche Jahrzehnte in verschiedenen Schubladen überdauert und konnte erst 1988 gedruckt erscheinen - in winziger Auflage und mit seltsamen Einschränkungen.

4. Im Anhang wird ein Aufsatz von Karlheinz Steinmüller (Der Traummeister) abgedruckt, in dem er berichtet, wie ihn die Bücher der russischen Autoren beinflußt haben.

5. In einem Anmerkungsteil erklärt Erik Simon Anspielungen, Begriffe und Querverbindungen, die dem deutschen Leser nicht unbedingt bekannt sein dürften. Daß die Russen gerne alle Erfindungen der Welt auf russische Erfinder zurückführen, weiß der geübte SF-Fan zwar schon seit Pawel Chekovs Vorträgen auf der Enterprise-Brücke, dennoch ist es nett zu erfahren, daß der russische Gutenberg Fjodorow heißt.

6. Äußerst irritierend mutet die Tatsache an, daß die geschilderten menschlichen Abgründe und irrationalen Verhaltensweisen völlig vertraut und gegenwärtig wirken. Auch wenn der Leser keinen Dunst hat von den teilweise wirren Gedankengängen ehemals sozialistischer Vordenker: Man möchte vor den nächsten Laternenmast laufen vor Begeisterung. Auf daß der Schmerz der Erkenntis nachlasse...

Anmerkung: Für alle Menschen, die Bücher nur in gediegener, fest gebunderer Form im regal sehen möchten, gibt's eine textidentische Luxusausgabe im Golkonda-Verlag.
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