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Kundenrezension

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der besten Alben der 90er Jahre., 18. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Cast in Stone (Audio CD)
Cast in Stone war das erste Album nach dem 1985er Album "Possessed", das Venom wieder in der klassischen Besetzung aufgenommen hatten. Fünf Jahre waren seit dem Vorgängeralbum "The Wastelands" vergangen, das zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, 1992, verrissen oder komplett ignoriert wurde, weil viele ursprüngliche Fans der Band ihren Kultstatus abgesprochen hatten, sie nicht mehr für relevant hielten, oder Venom einfach nicht ohne Kronos akzeptieren konnten. Das führte zur Auflösung der Band, bevor sie sich wieder 1996 wie aus dem Nichts wieder zusammen tat und der Welt zeigte, dass mit ihnen immer noch zu rechnen ist. Dabei muss ich allerdings noch hinzufügen, dass "The Wastelands" alles andere als ein schlechtes Album ist - im Gegenteil, die Mischung aus musikalischem Anspruch, Atmosphäre (u.a. durch den Einsatz von Synthesizern), komplexen Songaufbauten und ruhigen Passagen, veredelt von Tony Dolans Gesang, macht diese Platte zu einer Scheibe, die ich mir immer wieder gerne anhöre und es genieße, zu Liedern wie "Cursed", "Riddle of Steel", "Need to Kill", "Crucified" oder "Clarisse" stundenlang das mega-geniale Coverartwork mit der verwüsteten Landschaft anzuschauen (natürlich in der Vinyl-Version, die allerdings längst vergriffen und heutzutage nur sehr schwer zu bekommen ist). Doch den Schritt, den Venom dann mit "Cast in Stone" gemacht hatten, war bemerkenswert. Auf einmal war wieder die Unbeschwingtheit und Kompromisslosigkeit der frühen Venom-Tage da, die charismatische Stimme von Cronos und sein rumpeliges Bassspiel, die einfach zu der Musik von Venom dazu gehören und heutzutage nicht mehr wegzudenken sind, gaben dem Album den nötigen Punch, veredelt mit einer Produktion, die die druckvollste und rauhbeinigste in der Geschichte der Band zu diesem Zeitpunkt war (in den fünf Jahren seit der Auflösung kamen ja viele neue Techniken zum Aufnehmen auf den Markt und hier schafften es Venom tatsächlich, das für sie wichtigste Equipment zum Aufnehmen, wahrscheinlich auch mit dem Harddisc-Verfahren, zusammen zu bekommen und damit eine zeitgemäße und fette Produktion zu erreichen, die aber zu keiner Sekunde steril rüberkam und trotzdem organisch klang) und die "Cast in Stone" noch vor "Metallica", "Chaos A.D.", "Vulgar Display of Power", "Roots", "Korn" und Konsorten zu einer der besten Metal-Platten der 90er Jahre machte. Auf diesem Album gab es alles, Stampfer zum Mitgröhlen, wie "The Devil One" "Bleeding", "Kings of Evil" oder "Judgement Day", groovigere Midtempo-Rocker, wie "Infectious" oder "You're all gonna die", ruhigere und längere Nummern mit Hammermelodien, wie "Destroyed and Damned", experimentellere Lieder mit elektronischen Elementen, wie "Domus Mundi" und "Swarm" (wobei hiermit interessanterweise auch eine Brücke zum Vorgängeralbum geschlagen wurde, weil diese Passagen in "Need to Kill" und "Domus Mundi" identisch sind) und natürlich schnelle Nackenbrecher wie "Raised in Hell", "Hydra", die einfach unverzichtbar für ein Venom-Album sind. Im Gegensatz zu den früheren Alben waren Venom gereifter und kompromissloser geworden, die satanistischen Elemente und das Image spielten nur noch eine untergeordnete Rolle, die Lieder wurden nicht einfach nur chaotisch herunter gerockt, sondern wurden mit jeder Sekunde spannend in Szene gesetzt, trotz der unglaublichen Wucht dieser Platte hörte man jedes Instrument, jede Spur heraus, man konnte sogar eine leichte Progressivität ausmachen und VOR ALLEM zog die Band trotz der damaligen Trends mit Schwerpunkt auf Grunge, Nu Metal, Modernem Metal, Industrial und Alternative Rock (dem auch viele bekanntere Bands folgten) unbeirrbar ihr Ding durch und zeigte, dass sie sich in keinster Weise davon haben einschüchtern lassen, dass der Großteil der damaligen Musikhörer ihre Musik nicht hören wollte. Doch der Wille der Band trug seine Früchte, denn während viele damalige Bands, die sich durch die damaligen Trends gegründet, bzw. neu orientiert haben, mittlerweile aufgelöst haben oder für ihren Stilwechsel ordentlich federn lassen mussten, sind Venom nach wie vor dabei, größer und stärker als je zuvor (wenn auch nicht so groß wie Iron Maiden) und können von sich behaupten, alles in ihrer, bzw. Cronos Karriere (denn die Alben, die er ohne Venom aufnahm, sind auch sehr stark) richtig gemacht zu haben. Was die musikalische Entwicklung und Ausdauer angeht, kommt der Band fast schon eine Bedeutung zu, die man mit ebendieser von der kanadischen Band Anvil vergleichen kann, auch, wenn bei Venom nie ein Mitglied von der Gründung bis heute durchgehend dabei gewesen ist und heute Cronos als einzig verbliebenes Gründungsmitglied mit Dante und Rage die Fahne der Gruppe hochhält.
Diese Platte ist nicht nur eine musikalisch sehr gute Platte mit guten Stücken geworden, zu der man ordentlich die Rübe schütteln kann. Diese Platte ist eine unglaubliche Inspiration, die zeigt, dass selbst in den schwersten Momenten, die aus negativen Resonanzen und Ablehnung bestehen, jeder das beste aus einer Situation machen und seine Ziele und Träume erreichen kann. DAS ist Metal, DAS ist Leben, DAS ist Venom und deshalb sind hier 5 von 5 Sternen mehr als angebracht.
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