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Customer Review

on September 10, 2010
Pans Labyrinth. Ich hatte den Film oft in der Hand, war mir aber nie sicher ob ich wirklich ansehen soll, was vor allem an der Darstellung der Fantasiewesen lag, die mir nachwievor nicht gefällt. Nun habe ich ihn gesehen und ich weiß ehrlich gesagt nicht so recht was ich davon halten soll.

Ich denke ein Problem des Films ist seine, meiner Meinung nach fehlerhafte Klassifizierung. In der Regel wird Pans Labyrinth als "Fantasyfilm" oder "Märchen" vermarktet. Das ist auch grundsätzlich nicht falsch, denn schließlich zeigt der Film fantastische Welten aus der Sicht eines jungen Mädchens. Trotzdem wecken die Begriffe "Fantasy" und "Märchen" bei vielen Menschen eher Assoziationen, die wenig mit diesem Film zu tun haben: leichte, eher friedliche Unterhaltung, vielleicht auch dezenten Grusel, bisweilen gar Epik (wobei man denke ich hier eher nicht an epische Schlachten und strahlende Helden denken muss). Was Pans Labyrinth aber wirklich zeigt ist eher verstörend, nachdenklich stimmend und bisweilen gewollt abstoßend.

Der Gewaltgrad des Filmes ist erstaunlich hoch und durch die realisitische, nie ins Ironische gezogene oder überstilisierte Gewaltdarstellung hätte ich eine Einstufung ab 18 Jahren durchaus nachvollziehen können. Menschen die mit expliziter Gewaltdarstellung also Probleme haben sollten diesen Film definitiv meiden. Die Diskussion ob die hohe Gewaltdarstellung dem Film gerecht wird oder nicht halte ich für müßig, da sich hier schlicht die Geister scheiden. Meines Erachtens erfüllt sie zwar ihren Zweck, um die schiere Grausamkeit des Bürgerkrieges und die damit einhergehende Verrohung und Abstumpfung der Menschen überdeutlich zu machen. Dennoch denke ich dass dieser Effekt auch mit einer dezenteren, weniger direkten Brutalität ebenso hätte erzielt werden können. Der zweifellos vorhandene moralische Appell mag auf diese Art jedoch zumindest bei sensibleren Menschen nicht ankommen, die den Film, wie ja die Rezensionen hier zeigen, primär als roh, unmenschlich und gewalttätig ablehnen werden. Eine Reaktion die ich zumindest nachvollziehen kann. Ich bin mir lediglich nicht schlüßig, ob genau das im Sinne des Regisseurs war, oder ob er über sein Ziel hinaus schoss.

Das wirkliche Problem das ich mit Pans Labyrinth habe ist jedoch ein anderes: Der Film ist nichts halbes und nichts ganzes: Mir scheint, er will Antikriegsdrama und Studie über Realitätsflucht, sowie ein Märchen sein, ist in allen Aspekten jedoch eher halbherzig. Die "reale Welt" bleibt trotz allem stumpf und unwirklich (vermutlich ein gewollter Effekt), die Figuren sind einseitig und weisen keinerlei Entwicklung auf (vermutlich ebenfalls gewollt). Zugute halten muss man jedoch den Darstellern, dass sie diese Figuren auf ihre flache, limitierte Weise hervorragend spielen. Der Fantasy Aspekt des Filmes wirkt unfertig, wenig flüssig und bisweilen deplaziert. Es gibt in diesem sinne keine Konkrete Handlung die Platz für Spielraum oder Entwicklung lässt. Eine wirkliche Lehre lässt sich am Ende aus Ofelias Ausflügen in das Feenreich auch nicht ziehen (abgesehen von "Selbstaufopferung ist gut für dich!"). Auch das offen gelassene Ende hilft mir hier nicht wirklich weiter.

Unterm Strich bleibt für mich ein verwirrender, irgendwie unfertig wirkender Film zurück, den ich nicht recht einzuordnen weiß. Einerseits beeindrucken die Bilder (visuell ist der Film schlicht hervorragend) und die "sterile", abstoßende Ästhetik des Films. Andererseits wirkt er unvollkommen, teils zusammenhanglos und überfrachtet. Ich muss ganz erhlich sagen, ich weiß nicht ob mir der Film nun gefallen hat oder nicht und das allein kann vielleicht gar als Lob verstanden werden. In jedem Fall fand ich ihn in keinster Weise unterhaltsam, eher mühsam.

Abschließend weiß ich auch nicht ob ich eine Kaufempfehlung aussprechen soll. Der Film ist nichts für schwache Nerven und sicherlich kein Film für zwischendurch. Freunde von "Kunstfilmen" und einem gewissen Anspruch können definitiv einen Blick riskieren. Freunde surrealer Merkwürdigkeit SOLLTEN vermutlich einen Blick riskieren.
Wer ein unterhaltsames Märchen oder am Ende gar einen Film für Kidner sucht und/oder hohe Gewaltdarstellung in Filmen grundsätzlich ablehnt sollte in jedem Fall die Finger davon lassen.
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