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Kundenrezension

12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht gut genug, 7. Juli 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Willensfreiheit: Zur Deutung der neuesten Experimente (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Ich schließe mich im Wesentlichen den anderen 3-Sterne Vorrezensenten an. Das Buch druckt recht umfassend die Standpunkte von Wissenschaftlern aus verschiedenen Fachrichtungen ab.

Dabei wäre aber eine zumindest etwas koordinierte Zusammenarbeit sehr wünschenswert gewesen. Anstatt die Beschreibung des Libet Experiments in den Anhang auszulagern wäre es viel sinnvoller gewesen, die wichtigen Experimente (und das ist bei weitem nicht nur das Libet Experiment aus den 1980er Jahren) am Anfang zu Erläutern. Dann hätten die Vertreter der Geisteswissenschaften es sich sparen können, einer nach dem anderen, immer wieder auf den gleichen schwächen des Libet-Experiments herumhacken. Ich hätte es auch besser gefunden, wenn die Fachgebiete der Autoren nicht irgendwo im Anhang zu finden wäre, sondern eine kurze Einführung zum Autor (Alter, Fachgebiet und Arbeitsfeld, Uni/Institut etc.)

Außerdem wäre es sehr informativ gewesen vor jedem Artikel die Antworten des jeweiligen Autors auf einige Standard-Fragen abzudrucken - um seine Position besser einordnen zu können. Z.B.
- Glauben Sie dass jemand a)moralisch b)juristisch verantwortlich sein kann, wenn er in der fraglichen Situation faktisch keine andere Möglichkeit zu Handeln hatte.
- Wenn der Autor an einen real existierenden freien Willen im oberen Sinne glaubt, wie sollte ein freier Wille realisiert sein wenn die Naturgesetze entweder deterministisch oder im Fall der Quantenmechanik rein Zufällig sind.
- Sind neuronale Prozesse eine a)notwendige und b)hinreichende Ursache für mentale Prozesse?
-etc.

Außerdem ist nur ein Aufsatz von Gerhard Roth dabei, der die Debatte versucht weiterzubringen, indem er die Argumente der Gegenseite nochmal aufgreift und nach Möglichkeit entkräftet.

Anstatt mir also zehn Aufsätze von Geisteswissenschaftlern durchzulesen, die sehr ähnliche Punkte wiederholt vertreten, wäre es sehr viel Produktiver gewesen ein Buch zu verfassen, dass eher im Stil eines Zwiegesprächs zwischen den beiden Hauptströmungen aufgebaut ist.

Nach 280 Seiten bleibt für mich festzustellen, dass die Argumente der Befürworter der Willensfreiheit nicht viel mehr als begriffliche Haarspaltereien, irrelevante Analogien und Wunschdenken sind. Es ist nebenbei erwähnt auch nicht so, dass diese Autoren dann konstruktive Vorschläge zur Verbesserung der existierenden Experimente machen würden.

Alles in allem ein Beispiel dafür wie interdisziplinäre Forschung nicht funktioniert aber als Überblick zum Thema Willenfreiheit dennoch lesenswert.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.05.2016, 23:17:14 GMT+2
Anonymus meint:
Auf die drei Fragen antwortet ein vernünftiger Mensch wie fogt:

1. Glauben Sie dass jemand a)moralisch b)juristisch verantwortlich sein kann, wenn er in der fraglichen Situation faktisch keine andere Möglichkeit zu Handeln hatte. – Ja (normalerweise), in beiden Fällen.
2. Wenn der Autor an einen real existierenden freien Willen im oberen Sinne glaubt, wie sollte ein freier Wille realisiert sein wenn die Naturgesetze entweder deterministisch oder im Fall der Quantenmechanik rein Zufällig sind. – Die Naturgesetze, wie sie in den Gleichungen der Physik ausgedrückt sind, sind teils deterministisch, teils indeterministisch, teils sowohl als auch; natürliche Abläufe sind normalerweise beides nicht.
3. Sind neuronale Prozesse eine a)notwendige und b)hinreichende Ursache für mentale Prozesse? – Neuronale Prozesse sind keine Ursachen mentaler Prozesse, eher deren Entsprechungen. Notwendig oder hinreichend sind außerdem Bedingungen, nicht Ursachen.
-etc. – etc.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.05.2016, 00:27:36 GMT+2
Garak meint:
Bei 3. haben Sie recht ich hätte besser Bedingungen anstatt Ursachen schreiben sollen - 2009... da war ich noch jung und naiv :).

Grundsätzlich war die Intention dieser drei beispielhaft von mir vorgeschlagenen Fragen, den jeweiligen Autor zu bedrängen in "brisanten" Fragen Farbe zu bekennen. Meiner Erfahrung nach wird bei dem bearbeiteten Themenkomplex zu oft um heikle Fragen herumgekreist ohne klar die eigene Position zu benennen.
Oder eine oder mehrere fundmentale Fragen werden mehr oder weniger elegant umgangen um zu verschleiern, dass die eigene Position Inkonsistenzen aufweist.

Zu 1.: ist es eben nicht so, dass es einen breiten Konsens gibt wie die letztendliche moralische Verantwortung einer Position zu bewerten ist, falls der Mensch tatsächlich in jeder gegebenen Situation nur auf eine Weise handeln kann. Insbesondere in der Neurowissenschaft wird tendenziell eher dafür plädiert dass der Handelnden keine ultimative Verantwortung trägt.
Das ändert in der Praxis nichts daran, dass er für sein Vergehen von der Justiz sanktionier wird - z.B. eine Haftstrafe um a) die Gesellschaft vor weiteren potentiellen Gefahren zu schützen, die von dieser Person ausgehen und b) um andere potentielle Straftäter abzuschrecken.
Es könnte aber den Grundgedanken der Justiz verlagern: weg von einem Rachegedanken und hin zu einem Schutz- und Rehabilitationsgedanken.

Zu 2.:
>>Die Naturgesetze, wie sie in den Gleichungen der Physik ausgedrückt sind, sind teils deterministisch, teils indeterministisch, teils sowohl als auch; natürliche Abläufe sind normalerweise beides nicht.

Weder deterministische noch rein zufällige fundamentale Gesetzmäßigkeiten erlauben einen freien Willen im libertaristischen Sinne. Determinismus und echter Zufall sind nach dem "Satz vom ausgeschlossenen Dritten" die einzig beiden möglichen Positionen: Entweder eine Person hat in einer gegebenen Situation nur genau eine Möglichkeit zu handeln (Determinismus) oder: obwohl die Ausgangssituation identisch (nämlich die eine gegebene) ist, kann man trotzdem auf mehrere verschiedene Arten handeln (echter Zufall, denn die Variation im Handeln hängt von keiner Ursache ab).

Eine Mischung aus deterministischen und zufälligen Komponenten ändert daran nichts.

In wie fern sind "natürliche Abläufe normalerweise beides nicht"?
Nach dem "Satz vom ausgeschlossenen Dritten" scheinen mir der Determinismus und der Zufall - wie oben kurz erklärt - alle möglichen Optionen abzudecken.

zu 3.:
Wenn man in dieser Frage - wie von Ihnen vorgeschlagen - die attraktive Möglichkeit von einer Identifizierung neuronaler Zuständen mit mentalen Zuständen wählt, wird man sich schwer tun eine kausale Rolle für mentale Zustände zu finden.
Die neuronalen Zustände wären die hinreichende Bedingung für folgende neuronale Zustände, das mentale erleben wäre nur ein "Anhängsel" was - auf welche Weise auch immer - ein "Nebenprodukt" der neuronalen/physikalischen Ursache ist. Die "richtige" neuronale Dynamik bringt also mentales Erleben hervor, umgekehrt (mental -> neuronal) trifft das aber wohl kaum zu - das neuronale ist also primär.

Man wäre somit bei der ungeliebten Position des Epiphänomenalismus angekommen und zu dieser möchte sich erfahrungsgemäß kaum jemand bekennen.
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