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Kundenrezension

106 von 118 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Warten hat sich gelohnt, 3. September 2010
Rezension bezieht sich auf: What Lies Beneath (Limited Deluxe Edition) (Audio CD)
Viele haben sie am Ende gesehen, oft hat man Menschen sagen hören, dass sie ohne Nightwish keine Zukunft hätte. Ohne Nightwish würde diese Frau angeblich nicht funktionieren, sie sei nur eines von vielen Zahnrädchen im künstlerischen Schaffen des Mentors Holopainen. Für eine Sängerin ihres Formats hätte sie kaum einen schwierigeren Start haben können. Denn Bekanntheit alleine macht noch lange keinen Erfolg aus. Die ersten Schritte waren zaghaft. Ein schönes Weihnachtsalbum kam zuerst, vorsichtig näherte man sich mit dem Album "My Winter Storm" den Klängen der Vergangenheit und es hat sich langsam aber sicher herauskristallisiert, wo Tarja eigentlich hinwollte: Ein bisschen Rock, ein bisschen Metal, ein bisschen Oper, ein bisschen Filmmusik. Ein bisschen hat am Ende jedoch noch gefehlt. Nicht an Genres, denn die versteht Tarja zu kombinieren wie kaum ein anderer Künstler. Es hat ihr an Mut gefehlt. Die Lieder ihrer Vergangenheit, die ersten Gehversuche als Solokünstlerin waren von mangelndem Selbstbewusstsein geprägt. Frau Turunen traute sich kein Songwriting zu, ihr Erstlingswerk war stark balladesk ausgerichtet (denn darin liegt ihre Stärke, hier kann sie ihr stimmliches Potenzial entfalten und niemand würde hier sagen, die Frau kann keine Balladen komponieren und/oder singen) und die etwas flache Produktion ließ zu wünschen übrig. Maue Gitarren und der fast ausschließliche Fokus auf das Instrument Stimme haben ein märchenhaftes, verträumtes, schönes, eingängiges Erstlingswerk hervorgebracht mit viel Potenzial nach oben. Tarja hat sich mit "What Lies Beneath" aber nicht einfach nur gesteigert; sie ist weit über das Ziel hinausgeschossen und diese Entwicklung ist überraschend, erfreulich und erstaunlich zugleich.

Was ist passiert? Die schöne Finnin glaubt wieder an sich selbst. Bereits im Vorfeld hat sich durch Interviews und Blog-Einträge gezeigt, dass Frau Turunen förmlich von kreativen Ergüssen verschlungen wird. Viele Monate vor der Veröffentlichung hat sie geschwärmt. Sie war glücklicher und ausgeglichener, aber gleichzeitig auch viel beschäftigter als einige Jahre zuvor. Sie hat sich Zeit genommen, sich intensiver mit ihrer eigenen Musik auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist beachtlich. "What Lies Beneath" ist ein Album, was auf der einen Seite sofort ins Ohr geht, auf der anderen Seite jedoch viel zu entdecken gibt. Es ist gitarrenlastiger. Man hat bisher in ihrer Musik keine richtigen Gitarrensoli vorgefunden, hier sind sie endlich. Tarjas Stimme ist durch die Studiobearbeitung nicht mehr so künstlich glattgebügelt wie auf der "My Winter Storm", ihr Gesang kommt nun endlich näher an die Passion und Qualität ihres Live-Gesangs heran. Die Texte sind ergreifender, intelligenter und emotionaler als alles, was man vorher aus dem Hause Turunen zu lesen oder hören bekam. Das Album weckt mehr Emotionen, die Aufnahmen sind druckvoller und haben trotz der härteren Ausrichtung ihren hymnischen Charakter nicht verloren. Endlich hat Tarja mit "Crimson Deep" (einem der absoluten Highlights auf diesem Album) ein episches Meisterwerk geschaffen, welches in meinen Augen der eindeutigste Beweis für die herausragende musikalische Entwicklung dieser Ausnahmekünstlerin ist. Dieser Titel ist für sich allein schon qualitativ hochwertiger als all das, was der letzte Turunen-Silberling hervorgebracht hat. Tarjas ältere Stücke sind fast Standardkost im Vergleich zu dem, was dem geneigten Hörer hier serviert wird: Ein fulminanter Leckerbissen jagt den nächsten.

Doch nicht nur "Crimson Deep" weiß zu überzeugen. Nebst diesem Titel ist der Opener "Anteroom Of Death" mein persönliches Glanzlicht auf dem Album. Der Titel ist mit Worten schwer zu umschreiben. Für Tarjas Verhältnisse ist dies wohl der gewagteste, experimentellste, verrückteste und abwechslungsreichste Track, den sie bisher aufgenommen hat. Schnelle und langsame Passagen wechseln sich ab, Choräle mit männlichem Gesang und Hintergrundmusik, die Zirkusatmosphäre wecken, runden den eigensinnigen Eindruck ab. Durch und durch gelungen und ein Beleg dafür, dass Tarja zukünftig ruhig öfter experimentelle Versuche wagen sollte. In meinen Augen ist dies der bisher stärkste Titel ihrer Karriere. Noch mehr Leckerbissen gefällig? Man nehme "In For A Kill". Was sie immer wieder sehr charismatisch als James-Bond-Hommage auf ihren Konzerten ankündigt, entpuppt sich auch in der Studioaufnahme als musikalischer Kracher. Schwindelerregend schöne Tonlagen von Tarja kombiniert mit orchestralen Elementen und druckvollen Instrumentalarrangements. Ein Traum für jeden Musikliebhaber, der auch nur annähernd etwas mit Tarjas inzwischen unvergleichlicher Musik anfangen kann. Doch auch Titel wie das mitreißende "Falling Awake" (man beachte hier auch den wirklich wunderschönen Text dazu), oder "Naiad" (ich werde nie verstehen, warum dieser grandiose Titel es "nur" auf die Bonus-CD geschafft hat) unterstreichen die Vielschichtigkeit und Genialität dieser Künstlerin. Über das Whitesnake-Cover "Still Of The Night" werden auch diesmal sicher viele herziehen, so wie damals bei "Poison" von Alice Cooper (was ich als Studioaufnahme auch nicht sonderlich gelungen fand), aber in diesem Fall ist die Coverversion in meinen Augen weniger "verwerflich". Zum Einen hat Tarja mit "What Lies Beneath" ein zu 100% eigenständiges Werk abgeliefert und unter Beweis gestellt, dass ihre künstlerischen Fertigkeiten alleine überzeugen können; zum Anderen ist "Still Of The Night" nicht auf dem regulären Album enthalten, sondern nur auf der Bonus-CD. Dies verbessert den Gesamteindruck erheblich, zumal "Poison" auf dem Vorgängeralbum ziemlich deplatziert wirkte. Apropos Gesamteindruck: Auch die Aufmachung dieser CD ist eine wahre Augenweide, das Booklet wunderschön und mehr als passend zur Musik. Wer sich visuell von der "neuen" Tarja bezirzen lassen möchte, kann sich auch das Video zur ersten Singleauskopplung "I Feel Immortal" ansehen, einem eher ruhigeren Titel mit einer fast magischen Anziehungskraft, die auch ihren anderen Balladen zu Eigen ist. Die stärkste Ballade auf dem Album ist in meinen Augen "Rivers Of Lust".

Man darf mir unterstellen, dass diese Rezension zu unkritisch ausgefallen ist. Aber ich vergleiche Tarja nicht mit Nightwish und ich möchte auch nicht, dass sie wie Nightwish klingt. Sie hat sich als eigenständige Künstlerin etabliert und der Vergleich hinkt inzwischen gewaltig. Die Menschen, die mit der "My Winter Storm" nicht glücklich gewesen sind, sollten "What Lies Beneath" eine Chance geben. Wer danach sagt, er könne mit Tarjas Musik nichts anfangen, der wird es wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren nicht tun können. Tarjas musikalische Qualitäten sollte man an diesem Album festmachen, nicht an dem Vorgänger. Hier war sie aktiv am Schaffensprozess beteiligt und das hört man. Ich bin überglücklich, dass sie ihren eigenen, unverwechselbaren Stil gefunden hat. Tarja hat einen großen Sprung nach vorne gemacht und das einzige, was dieses musikalische Goldstück derzeit noch übertreffen kann, sind ihre Live-Konzerte.

Danke Tarja für dieses mehr als beeindruckende Musikerlebnis.
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.09.2010 22:57:13 GMT+02:00
Martin meint:
Danke für die schöne und ausführliche Rezension.
Zum Thema "Tarja ohne Nightwish?" würde ich noch anmerken :
Falsche Frage. Was ist Nightwish ohne Tarja ? - Nur noch eine schlechte Coverband des einstigen Originals.
Ich freue mich für Tarja, daß Sie es aus dem Schatten von Nightwish heraus geschafft hat und uns mit noch vielen tollen Alben beehren wird.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.09.2010 19:11:48 GMT+02:00
pionskora meint:
Da stimme ich vollends zu. Aus kompositorischer Sicht sind Nightwish nach wie vor überragend, nur fehlt eben ein maßgebliches Instrument für diese Art von Musik - die passende Stimme. Tarjas Musik baut sich um ihre Stimme herum auf, bei Nightwish ist diese der Musik untergeordnet. Beides hat ihren Reiz, ich persönlich höre die "neuen" Nightwish gar nicht mehr. Nicht weil sie schlecht sind, sondern weil mir bei der Musik nicht mehr die gleiche Atmosphäre vermittelt wird wie zu damaligen Zeiten. Tarjas "My Winter Storm" war hingegen schon ungemein anmutend und faszinierend, dass dies mit dem neuen Album noch so derart gesteigert werden konnte, überrascht mich immer noch bei jedem Hördurchlauf aufs Neue.

"What Lies Beneath" hat von vielen Musikmagazinen ziemlich schlechte Bewertungen erhalten, viele davon begründen das damit, dass sie ihrem alten Arbeitgeber noch immer nicht gewachsen sei. So langsam geht mir der Vergleich auf den Zeiger.

Ich denke auch, dass wir von dieser Frau noch einiges erwarten können. :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.12.2010 18:20:51 GMT+01:00
EST58 meint:
möchte auch was zu nw sagen. nw hat die chance verspielt, wieder eine opera metal band zu sein, indem sie anettee olson mit ihrem piepsstimmchen geholt haben. nun sind sie eine x-beliebige metalband.
vorher waren sie was absolut besonderes.
bandtechnisch bin ich auf epica umgestiegen, dort singt simone simons, sie hat zwar nicht den ganzen stimmunfang von tarja, aber epica macht auch tolle opera-metal-music.
bisher habe ich alles von tarja gekauft und gehört, was sie nach ihrem rausschmiss aus nw gemacht hat und freue mich schon auf die nächste cd.
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