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Kundenrezension

am 12. November 2013
Una premessa importante: Empfehle zur Lektüre nicht Tee und Scones, sondern Cappuccino und Dolce (bitte beides kursiv gedruckt).

Das gute und das schlechte Ende des letzten Bandes Believing the Lie (Inspector Lynley Mysteries 17) ließen so etwas wie Vorfreude auf den nächsten aufkommen: Während Lynley ganz allmählich auf die Sonnenseite des Lebens zurückzukehren schien, erlebte Barbara Havers ihren persönlichen Super-Gau - Hadiyyah, Nachbarskind, Ersatz-Tochter und Lesers Sonnenschein wird von ihrer eigenen Mutter Angelina entführt... oder auch nicht, denn Hadiyyahs Vater, Barbaras heimliche Liebe Azhar, ist nicht offiziell als ihr Erzeuger eingetragen und besitzt somit keinerlei Rechte. Bleibt nur die Hilfe von Privatdetektiven, die auch nichts herausfinden, bis Hadiyyah eines Tages wirklich entführt wird - mitten von einem belebten mercato (bitte kursiv lesen) in Lucca. Während für Angelina klar ist, dass nur Azhar dahinter stecken kann, beginnt für die italienische Polizei ein Wettlauf mit der Zeit, den Barbara durch Manipulieren von Presse und Kollegen zu gewinnen versucht. Lynley reist als Verbindungsbeamter nach bella Italia, und an die Entführung schließt sich dann doch noch ein veritabler Mord an...

Just One Evil Act setzt nahtlos da an, wo der Vorgänger aufhörte, und auf den ersten Blick ist es ein Buch, das die Herzen aller Havers-Freunde höher schlagen lässt, denn Barbara steht so sehr im Zentrum des Geschehens wie selten zuvor. Routiniert wie eh und je spinnt Elizabeth George ihre Figuren, legt Innenleben und Gefühle bloß, schreibt dicht und immer wieder nach dem Prinzip "Show, don't tell".
Habe ich eben "routiniert" gesagt? Jawoll, und damit beginnen die Probleme: In all der Routine scheint ihr nicht mehr aufgefallen zu sein, wie klischeehaft einige Personen geraten sind. Der italienische Polizist, der sich bei der Mamma mit Pasta bekochen lässt? Der schmierige Privatdetektiv, der geradewegs einem schlechten Krimi entstiegen zu sein scheint? Seine Assistentin aka Superwoman, die in ihren jungen Jahren schon so ziemlich jeden Job gemacht hat, den es gibt, von Scheich auf Privatjacht bekochen bis Security bei Ich- weiß-nicht-mehr-wem?

Und dann das "italienische Ambiente". Nie, nie, nie hätte ich erwartet, dass einem Routinier wie Elizabeth George ein solcher Fehler unterlaufen könnte, aber sorry, mi dispiace, italienisches Ambiente schafft man NICHT, in dem man alle paar Zeilen ein paar Brocken Landessprache einfügt. Ein Markt wird nicht italienischer, indem man ihn konsequent mercato nennt - und das ist noch das geringste Übel. Gerechterweise muss ich sagen, dass die sprachlichen Verwirrungen ab einer bestimmten Stelle tatsächlich Sinn machen, nämlich wenn Barbara Havers die sonnige Bühne Italiens betritt und nur noch Bahnhof versteht. Zu diesem Zeitpunkt hat der Leser allerdings bereits den Eindruck, selbst ein paar Gläser vino zuviel getrunken zu haben, denn was uns da als Barbara Havers verkauft wird, IST nicht Barbara Havers, sondern ein verliebtes Mädchen, das sich taub, blind und beratungsresistent über jede Regel von Polizeidienst (und gesundem Menschenverstand) hinweg setzt, dabei ihren Arbeitsplatz und ihre Freundschaft zu Lynley riskiert und sich nicht ein einziges Mal Gedanken über die Folgen macht. Halt das pubertierende Mädchen von nebenan, aber NICHT Barbara Havers.

Gibt's etwas Positives zu sagen? Natürlich. Der Titel ist klug und typisch George, wie wir sie mal kannten, denn welches nun die erste böse Tat war, die viele weitere böse Taten erzeugt hat, darf sich der Leser selbst überlegen. Die eine böse Tat, die zum erwähnten Mord führt, ist gut versteckt. Die Themen - Trennungen, die in Auslandsentführungen von Kindern enden, Einfluss der Presse auf Ermittlungen, aber auch Barbaras ausweglose Einsamkeit - könnten spannend und bewegend sein. In dieser Umsetzung werden sie jedoch von der Möchtegern-italienischen Kulisse und dem sonderbaren Verhalten einiger Figuren völlig an die Wand gespielt. Zum ersten Mal - zum allerersten Mal nach fast zwanzig Lynley-Krimis - hatte ich das Gefühl, dass da jemand aus Amerika über Europa schreibt und wirklich keine Ahnung hat, was er dabei tut. Von der Cleverness und Spannung solcher Romane wie Playing for the Ashes und In the Presence of the Enemy (Roman) ist Just One Evil Act meilenweit entfernt. Und dass ich hier drei Sterne anklicke, hat mehr etwas mit alter Verbundenheit als mit innerer Überzeugung zu tun. Zu empfehlen lediglich für optimistische Hardcore-Fans, die sich auch den nächsten Band noch zulegen werden - denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
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