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Kundenrezension

am 21. Januar 2012
Inzwischen ist ja der Büchermarkt voll mit Büchern über die Agile Methodik, so dass es wirklich schwierig ist, noch das "etwas andere Buch" zu finden. Da ich schon längere Jahre selbst in diesem Bereich arbeite und coache, finde ich besonders diejenigen Artikel und Bücher interessant, die ganz offensichtlich aus der Praxis erzählen und nicht nur an der Theorie hängen bleiben.

An dieser Stelle setzt das Buch an. Das Buch setzt sich nicht mit einer agilen Methodik im Speziellen auseinander (wenn auch stark Scrum und Kanban im Vordergrund stehen), sondern es enthält 12 verschiedene Erzählungen von 14 verschiedenen Autoren aus den unterschiedlichsten Projekten und gerade das ist besonders spannend und kurzweilig. Immerhin heißt das Buch ja auch im Untertitel "Erfahrungsberichte aus der Praxis".

Ohne nun auf jeden einzelnen Erfahrungsbericht einzugehen, geht für mich die Gesamtwertung auf jeden Fall in Richtung "sehr lesenswert", was ich schon mal alleine daran festmache, dass ich bei drei Kapiteln schon jetzt weiß, dass ich diese unbedingt bestimmten Kollegen empfehlen werde, da die dort gemachten beschriebenen Erfahrung und Hinweise perfekt auf deren aktuelle Projekte passen. Allein dafür hat sich das Lesen schon gelohnt...

Fangen wir mit einem Wermutstropen an: Ich kann gut verstehen, dass man im Einzelfall bei Projekten mal den Kunden oder die eigene Firma erwähnt, allerdings bietet das Kapitel 7 auf den ersten fünf Seiten die achtfache Erwähnung des Namens der damaligen Firma des Autors und auch acht mal den Namen des Kunden - auch wenn das in der Folge abnimmt, war ich an dieser Stelle schon von den Erwähnungen so genervt, das ich fast geneigt war, das Kapitel zu überspringen. So etwas müsste meines Erachtens wirklich nicht sein und meine Empfehlung wäre, diesen Text in einer der Folgeauflagen nochmal zu lektorieren. Schade.

Wenn auch die Gefahr besteht, dass das Lob des Einzelnen das Gefühl vermittelt, die anderen seien nicht so lobenswert (was nicht der Fall ist), möchte ich dennoch ein paar Geschichten und Autoren besonders hervorheben, da sie bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Fangen wir mit "Ein agiles Projekt ist kein Ponyhof", dem ersten Kapitel an. Kompliment an Henning Wolf, dem Herausgeber, dass er Holger Koschek an den Anfang gestellt hat, denn der Stil von ihm ist einfach ein Genuss. Die Kapitelnamen "Der Weckruf", "Guerillagilisierung" sowie "Sieger und Niederlagen" zeigen gleich, dass die Erlebnisse frisch und frei erzählt werden. Schon nach den ersten Sätzen habe ich mich wie zu hause gefüllt und auch das ein oder andere mal gestutzt oder geschmunzelt. Bedenkt man, dass ich zu später Stunde anfing, das Buch zu lesen, so hatte ich gleich Lust auf mehr und habe dann doch länger gelesen als ich vorhatte - und das bei einem Methodikbuch!

Was überhaupt sehr angenehm an diesem Buch ist, ist die Tatsache, dass die Agile Methodik nicht beschönigt wird. Wenn auch alle Autoren (wie ich) eine tiefe Leidenschaft für "Agile" haben, zeigen praktisch alle Erzählungen, dass die Praxis eben genau "kein Ponyhof" ist und man auch sehr häufig die Ideale der Methodik verlassen also sie anpassen muss - nur fehlt dem Unerfahren hier häufig das "Wie". Diesen Eindruck, dass man nichts beschönigen muss, vermittelt auch das Kapitel "(Fast) agil in einem Großunternehmen". Gerade diese Einstellung und Offenheit macht das Buch so besonders glaubwürdig - bekanntlich lernt man aus Fehlern am besten.

Richtig gut fand ich Susanne Repin's "Kanban - so starten Systemadministratoren". Auch wenn der Titel nicht so verheißungsvoll lautet, geht die Autorin bis ins Detail auf die Umsetzung von Kanban im Unternehmen ein. Manchmal sind es eben genau die Details die fehlen, um eine Methodik zu verstehen und für mich ist dieser Erfahrungsbericht einer der wenigen, der es wirklich schafft, Kanban verständlich und detailliert darzustellen. Ich kenne einige Teams, die Kanban einsetzen und genau diese Teams werden von mir demnächst eine Buchempfehlung bekommen... Allein dafür lohnt sich schon der Kauf.

"Transparenz" von Jutta Eckstein ist eine toller Artikel über zwei meiner agilen Lieblingsthemen, nämlich "Transparenz" und "Vertrauen". Die Autorin schafft es kompetent anhand vieler "real-live"-Beispielen das so wichtige Thema anschaulich und kurzweilig zu erzählen. Man merkt ihr deutlich die 15 Jahre Erfahrung in kleinen und großen Projekten an und es ist schön, wenn jemand diese viele Erfahrung so realistisch wiedergeben kann. Wenn es ein Film wäre, würde ich sagen "eine Augenweide" und ein Lese-Muss für jeden Agilisten.

Das Buch endet mit einem weiteren interessanten Abstecher in die Welt des Kanban, aber diesmal nicht im Bereich der Software-Entwicklung. Ab und an werde ich gefragt, ob man die agilen Methoden auch außerhalb der Software-Entwicklung einsetzen kann und dieses schließende Kapitel rundet daher das Buch sehr schön ab. Stefan Roock zeigt in "Pull in Vertrieb und Verwaltung" auf, wie in der eigenen Firma, die eben genau Agilität "verkauft", Veränderungen und die Akquise selbst agil unterstützt werden. Dabei beschreibt er insbesondere auch wie es dazu gekommen ist (man war eben anfangs ganz und garnicht agil) und wie sich diese Umsetzung des "Changeban" und Akquise-Kanban entwickelt hat. Er vermittelt damit einen interessanten, ehrlichen und innovativen Einblick, wie man agil auch mal etwas anders einsetzen kann.

Zusammenfassung
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Alles in allem, finde ich, ist das Buch sehr abwechslungsreich und auch recht kurzweilig zu lesen. Es ist sicherlich kein Buch für "Einsteiger", da die Methodiken an sich nicht von Grund auf beschrieben sind. Aber von diesen Büchern, finde ich, gibt es auch schon genug. Ich habe oft nach Büchern gesucht, die beschreiben, wie man es tatsächlich umsetzt und wie nicht. Neben Henrik Kniberg, der für seine Praxis-nahen Bücher bekannt ist, gibt es jetzt endlich ein weiteres Buch, das genau diese Lücke füllt.

Fazit: "sehr lesenswert"!
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