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Kundenrezension

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungenes Remake trotz Fehlern, 10. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Deus Ex: Human Revolution (Videospiel)
Deus Ex war usprünglich ein taktischer Shooter im Cyberpunk-Szenario, der sich ganz im Stile der altehrwürdigen Crusader-Reihe gegenüber seinen Genrekollegen durch unterschiedliche Handlungsstränge, spielerische Tiefe und eine dichte Atmosphäre auszeichnete. Im Zeitalter von Bioshock und Mass Effect ist dies aber freilich zuwenig, weshalb die Entwickler bemüht waren, das Spektrum von Deus Ex zu erweitern. Inwieweit dies geglückt ist, möchte ich in dieser Rezension ebenso thematisieren wie die unterschiedlichen Kritikpunkte, die bislang geäußert wurden.

Die Crux mit der Erfahrung

Ein erheblicher Kritikpunkt betrifft die vergebenen Erfahrungspunkte, die für die Anzahl möglicher Implantate pro Spieldurchgang relevant sind. Erfahrungspunkte gibt es für vielerlei: Erkundung alternativer Wege, Erledigen von Missionen, Hacken und natürlich für die Neutralisierung von Gegnern. Besonders Letzteres ist ein Streitpunkt, denn das Betäuben der Gegner im Nahkampf bringt weitaus mehr Punkte als das Erschießen derselben mit tödlichen Schusswaffen. Oberflächlich betrachtet könnte man folglich meinen, das Spiel belohnt Schleicher über Gebühr und bestraft die Shooter-Gemeinde.

Gleichwohl reflektiert die Anzahl der Erfahrungspunkte nur die sinnvollen Implantate pro Spielvariante. Die meisten Implantate gibt es fürs Schleichen und Hacken, während die Verbesserungen für Feuergefechte sich in engen Grenzen halten. Dennoch aber ist die Kritik gerechtfertigt; denn der neue Spieler weiß nichts von der Punkteplanung der Entwickler und fühlt sich zur Maximierung seiner Punkte dazu genötigt, als reiner Schleicher zu spielen. Und das hat mit Deus Ex in der Tat nicht viel zu tun.

Handlungsoffene Spielwelt

Es ist in der Tat zutreffend, dass fast jede Spielsituation mehrere Lösungswege zulässt. Oder konkreter: mehrere Wege zum Ziel. In der Regel gibt es immer einen Weg der offen Konfrontation sowie zusätzliche Wege über Lüftungsschächte oder Dächer. Letztere bedingen oftmals bestimmte Implantate. Das ist durchaus nett gedacht und auch abwechslungsreich. Jedoch: So gut wie jede Problemstellung besitzt alternative Wege, so dass man recht bald sofort nach diesen sucht - und diese auch nutzt, weil es dafür mehr Erfahrung gibt. Das führt zu einem Automatismus, der keine Überraschungen mehr bereithält. Zudem wirken viele dieser Wege nicht authentisch - insbesondere, wenn einen danach Bürger begrüßen, bei denen man sich fragt, wie die wohl dahin gekommen sein mögen. Völlig grotesk wird es dann, wenn der Spieler trotz eines Weges, mit dem er Gegner umgeht, nochmal zurückläuft und diese ausschaltet - der Erfahrung wegen.

Bossgegner

Ebenfalls häufig kritisiert werden die Bosskämpfe, und das zu Recht. Es geht dabei noch nicht einmal darum, dass diese Kämpfe nicht "umschlichen" werden können. So, wie Schleichen auch für den Shooterfreund bisweilen notwendig ist, gilt dies für Bosskämpfe auch für den Schleicher. Viel problematischer ist, dass diese Bosskämpfe im Grunde nach klassischer Shooter-Manier entworfen wurden, die Feuergefechte in Deus Ex aber gezielt auf ein Deckungssystem ausgelegt sind. Da ist es auch wenig hilfreich, dass die - nicht änderbare - Steuerung fehlerbehaftet ist und zu Frust führt.

Subjektive Kritik: Betäubungen

Wie aus dieser Rezension zu ersehen, kann man viele Ansätze mit Spielmechaniken erklären, eines jedoch nicht. Nämlich die Frage, warum die Entwickler das Betäuben von Gegnern mehr belohnen als die klassische Neutralisierung qua Schusswaffe. Wohlgemerkt, der einzige Unterschied zwischen beiden Varianten ist der, dass betäubte Gegner von anderen aufgeweckt werden können - ansonsten bleiben diese genauso lange regungslos liegen, nämlich für immer. Dafür wird diese Variante jedoch über Gebühr belohnt: Es gibt gleich 20 Erfahrungspunkte mehr, NPCs erwähnen es besonders, wenn eine Mission nur mit geringen tödlichen Verlusten abgeschlossen wurde, der Spieler wird generell als barmherzig beschrieben. Und das gilt unabhängig davon, wie brutal die Gegner ihrerseits vorgegangen sind. Zudem wird nur die Beseitigung jener Gegner mit Erfahrung belohnt, die vom System als "potenzieller Feind" klassifiziert sind. Und das betrifft beileibe nicht nur Zivilisten, sondern auch Wach- und Militärpersonal.

Bleibt letztlich nur der Schluss zu ziehen, dass die Entwickler hier versuchen, moralisch dem Image eines "Killerspiels" entgegenzuwirken. Das mutet jedoch seltsam an in einem Spiel, das einerseits Handlungsfreiheit propagiert, andererseits über Story und Charakterentwicklung aber nur wenige moralisch-ethische Entscheidungsmöglichkeiten eingebaut hat. Ganz davon abgesehen, dass gerade das Cyberpunk-Genre eine recht düstere Zukunftsvision zeichnet, deren Konflikte im Spiel auch offen ausgetragen werden.

Ein gutgemeinter Rat

Zur Bewertung des Spiels möchte ich an dieser Stelle eine Herangehensweise empfehlen, die sich von der Werbung völlig unterscheidet: Die unterschiedlichen Spielvarianten sollte man völlig ignorieren.

Spielt man durchgängig als Shooter, verpasst man viele interessante Wege, bekommt manche Nebengespräche nicht mit und macht zudem die Erfahrung einer recht uninteressanten KI - die durchaus auch einige Frustmomente bereithält. Wählt man für sich hingegen den Weg des Schleichers, kriecht man durch die gesamte Spielhandlung, unterbrochen von Nahkämpfen und den Bosskämpfen. Auch hier weiss die KI nicht zu begeistern und degradiert das Spiel zu einem mittelmäßigen Knobelspiel mit grafischer Präsentation. Unnötig zu erwähnen, dass dann die gesamte Waffenauswahl überflüssiger Inhalt ist. Und wer das Hacken für sich ausschließt, verpasst eines der besten Mini-Games, das in einem Spiel in den letzten Jahren angeboten wurde - und so nebenbei etliche Zusatzinformationen, Erfahrung und Geld.

Ich empfehle daher, Deus Ex ganz klassisch zu spielen - als guten Mix aller Spielstile. Das Design der Level, die Platzierung der Gegner, die Ausrüstung und die Implantate unterstützen ein solches Vorgehen. Auf diese Weise bekommt man auch überdurchschnittlich viel Erfahrung, zudem sind nur wenige Implantate wirklich spielentscheidend. Sämtliche Schleicherweiterungen sind beispielsweise bestenfalls als Gimmick zu verstehen. Lediglich im Hacksegment kommt man ohne Aufwertungen nicht weiter. Und da schliesst sich der Kreis.

Bewertung

Freilich, an Deus Ex gibt es so einiges zu kritisieren und gezielt zu hinterfragen. Nicht alles ist perfekt, diverse kleinere Mängel aufzuführen habe ich mir an dieser Stelle im übrigen verkniffen. Die Steuerung ist - vornehm ausgedrückt - verbesserungswürdig. Das Erfahrungspunktesystem verfehlt seinen Zweck und untergräbt den offenen Charakter des Spiels - besser wäre es gewesen, gar keine zu vergeben. Und dennoch: Weniger als 5 Punkte zu vergeben, wäre unredlich.

Die eigentliche Qualität von Deus Ex liegt nämlich wie schon bei den Vorgängern bei der simulierten Spielwelt und seiner Atmosphäre. Es sind die ganz kleinen Details, die zu begeistern wissen und einem an jeder Ecke begegnen. Bürger, die aus einem reichhaltigen Repertoire von Zweizeilern wählen können und auch auf die Spielweise des Spielers reagieren, Gruppen von Personen, die sich untereinander unterhalten. Dann die zahllosen Hintergrundinformationen, die sich in herumliegenden E-Books und auf zu hackenden PCs befinden. Nebenquests, die zwar nicht zahlreich sind, aber durchaus zu begeistern wissen.

Deus Ex ist sicher nicht perfekt. Aber ein mit viel Mühe gestaltetes Abenteuer im Cyberpunk, das speziell ältere Semester ansprechen dürfte und ein Stück weit eine Reminiszenz an vergangene Unterhaltungswelten darstellt.
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