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Customer Review

on February 12, 2011
Jacques Offenbachs Oper "Hoffmanns Erzählungen" nach mehreren Geschichten von E.T.A. Hoffmann gehört seit ihrer Uraufführung zu den meistgespielten und beliebtesten überhaupt. Dabei war sie nie auch nur annähernd so zu hören, wie der Komponist sie sich vorgestellt hatte:

Offenbach war noch vor der Uraufführung verstorben, bevor er eine endgültige Fassung fertig gestellt hatte. Der Intendant des Opernhauses ließ daraufhin einen ganzen Akt - den Giulietta-Akt - streichen. Durch einen Brand des Hauses einige Jahre später gingen schließlich viele der Original-Noten verloren.

Die Praxis hat sich daraufhin aus dem restlichen Material - und älteren Offenbach-Werken - mehrere spielbare Fassungen zusammen gezimmert, die die Genialität des Stückes nur ansatzweise wiedergaben. Erst seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde und wird auf Grundlage von immer neuen Notenfunden versucht, das ursprüngliche Stück zu rekonstruieren. Die hier aufgenommene Fassung hatte der Forscher Michael Kaye Anfang der 90er Jahre erstellt und sie ist ein überzeugendes Zwischenergebnis: Kaye stellt die fünfaktige Form der Oper wieder her, macht die Muse/Nicklausse wieder zur Hauptfigur und zeigt, dass Offenbach nicht nur E.T.A. Hoffmann ein würdiges Denkmal gesetzt hat, sondern auch ein großes Portrait des romantischen Künstlers schlechthin - mit stark autobiographischen Zügen - geschaffen hat.

Die Aufnahme selbst lässt kaum Wünsche offen:

Francisco Araiza ist für mich der beste Hoffmann der Neuzeit - ein lyrischer Tenor mit weichem, leicht melancholischem Timbre (perfekt für die Rolle) und glänzender Höhe, dessen Stimme über die Jahre genug Volumen auch für dramatischere Rollen wie den Hoffmann angenommen hatte.

Anne-Sofie von Otter wertet die Muse zur Hauptrolle auf - sie ist am Ende die eigentliche Frau an der Seite des Künstlers. Dass Offenbach eine Spezialität der wandelbaren Schwedin war und ist, hat sie immer wieder gezeigt.

Samuel Ramey leiht den vier Gegenspielern seine mächtige Bassstimme und seine dämonische Ausstrahlung. Auch er ist konkurrenzlos

Jessye Norman ist mit ihrem warmen, weichen Timbre eine Idealbesetzung für die Antonia - wie so oft ist der dritte Akt der geschlossenste. Cheryl Studer überzeugt als kalte, eitle Kurtisane Giulietta. Eva Lind singt die Olympia ordentlich, aber mit etwas scharfer Stimme, unkontrolliertem Vibrato und nicht mechanisch genug für die Puppe. Die Nebenrollen sind gut und stilsicher besetzt.

Jeffrey Tate dirigiert am Pult der sehr klangschön spielenden Staatskapelle Dresden eine ebenso lebendige wie stimmungsvolle Aufnahme - für mich bis heute die schönste einer der besten romantischen Opern überhaupt. Unbedingte Empfehlung.
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